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Die Aussicht stimmt: Herbert Bengler (SPD) möchte Landrat werden. Für das Foto hat er sich den Fuchsberg ausgesucht, der einen herrlichen Blick auf Langenbach bietet – den Wohnort des 64-Jährigen.

Kommunalwahl 2020

Landratskandidat Herbert Bengler (SPD) setzt sich für Wohnraum und Integration ein

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Herbert Bengler (SPD) will der neue Freisinger Landrat werden. Im Interview spricht er über seine Vorhaben und darüber, was ihn am Landkreis stört. 

Langenbach – „In diesem Amt braucht es einen Sozialdemokraten.“ Davon ist Herbert Bengler (SPD) überzeugt und will deshalb neuer Freisinger Landrat werden. Im FT-Interview spricht der 64-Jährige über seine politischen Vorbilder, Stärken und Schwächen – und was ihm am Landkreis Freising am meisten stört.

Herr Bengler, in wenigen Wochen ist Landratswahl. Wie fühlen Sie sich?

Gut.

Warum wollen Sie eigentlich ausgerechnet Landrat werden?

Weil ich einfach der Meinung bin, dass es einen Sozialdemokraten in diesem Amt braucht.

„Ich kann Mitarbeiter motivieren“

Welche Charaktereigenschaften muss ein Landrat mitbringen?

Ein Landrat sollte offen für andere Meinungen sein, ohne seine eigene Meinung sofort über Bord zu werfen.

Ihr Lebensmotto?

Leben und leben lassen.

Was würden Sie als Ihre größte Stärke bezeichnen?

Ich kann Mitarbeiter motivieren und ein gutes Betriebsklima schaffen. Als Organisator erkenne ich komplexe Zusammenhänge und kann entsprechend darauf reagieren.

Und wo haben Sie vielleicht noch Optimierungsbedarf?

Manchmal steht mein gutes Gedächtnis meiner Friedfertigkeit im Wege.

Was lieben Sie am Landkreis Freising am meisten?

Es ist meine Heimat.

Was stört Sie am Landkreis Freising?

Wir haben einen gut ausgebauten und leistungsfähigen Flughafen, und trotzdem müssen wir mit dem Damoklesschwert der dritten Startbahn leben. Es stört mich auch, dass es zunehmend schwieriger wird, bezahlbare Wohnungen und Pflegeplätze zu finden.

„Nicht nur verwalten, sondern gestalten“

Ein Landrat muss ein großes Orchester dirigieren. Welchen Takt wollen Sie schlagen?

Ich bilde mir nicht ein, dass ich als Landrat sofort alle Abteilungen umkrempeln kann. Außerdem ist es nicht angemessen, sich bereits vorab, ohne einen tiefer gehenden Einblick zu haben, über den „Takt“ zu äußern. Sollten Veränderungen nötig sein, kann und darf das nur mit den Mitarbeitern ausgearbeitet werden. Aber mein Motto heißt: Nicht nur verwalten, sondern gestalten. Und für mich persönlich gilt natürlich, eine hohe Schlagzahl anzustreben, damit die anstehenden Aufgaben schnell erledigt werden können.

Das Bewusstsein für den Klimawandel ist so groß wie noch nie in der Gesellschaft. Was tun Sie persönlich bereits, um unseren Planeten zu schützen?

Wir haben eine Solarthermische Anlage auf dem Hausdach, in diesem Jahr werden wir unsere Heizung erneuern. Beim Einkauf achten wir auf regionale Produkte, die nicht doppelt und dreifach verpackt sind. Fertigprodukte vermeiden wir.

Was denken Sie: Hilft der Bau von Straßen dabei, den Verkehr zu entlasten, oder führt er sogar zu noch mehr Verkehr?

Meine Meinung: Mehr Straßen, mehr Verkehr. Umgehungsstraßen sind dabei meistens nützlich und sinnvoll, weil dadurch Innenstädte beziehungsweise Wohnviertel entlastet werden. Das führt aber meist nur zur Verkehrsverlagerung.

„Öffentlich geförderter Wohnungsbau muss intensiviert werden“

Das Moratorium zur dritten Startbahn endet in Ihrer Amtszeit. Was kommt 2023 auf Sie zu?

Herr Kerkloh (langjähriger FMG-Chef, Anmerkung der Redaktion) hat bereits zum Jahresende in einem Interview gesagt, dass die dritte Startbahn gebaut wird. Anscheinend hat er bereits ein entsprechendes Signal aus der Regierung erhalten. In diesem Fall – 2023 sind Landtagswahlen – ist es an den Freisingern, Widerstand zu leisten. An der Spitze des Widerstands sollte dabei ein Landrat stehen, der gegen die dritte Startbahn ist.

Ein anderes Thema, das die Menschen umtreibt, sind die horrenden Mieten in Freising und die Wohnungsnot. Wie kann das Landratsamt helfen und die Bürger unterstützen?

Der öffentlich geförderte Wohnungsbau muss intensiviert werden. Zu überlegen wären Genossenschaftswohnungen unter Beteiligung größerer Arbeitgeber, auch des Landratsamts.

Unser Wohlstand hierzulande steht und fällt mit guter Bildung. Ist der Landkreis Freising mit seinen Schulen noch auf dem neuesten Stand oder besteht Verbesserungsbedarf?

Dazu kann ich mir noch kein Urteil erlauben. Aber grundsätzlich bin ich der Meinung, dass sinnvoller technischer Fortschritt nicht an unseren Bildungseinrichtungen vorbeigehen darf.

Integration statt Abschreckung

Ihr Vorgänger Josef Hauner musste eine große Anzahl an Flüchtlingen managen, die ins Land geströmt ist. Gut möglich, dass bald eine neue Welle von Asylsuchenden kommt. Wie ist Ihre Haltung dazu – Abschreckung oder Integration?

Ganz klar: Integration. Nur wenn wir den Asylsuchenden ermöglichen und helfen, die deutsche Sprache zu lernen und die Ausübung eines Berufs oder das Erlernen eines Berufs gestatten, kann Integration gelingen.

Ihr politisches Vorbild?

Erstens: Willy Brandt. Ohne Willy Brand gäbe es keine Aussöhnung mit osteuropäischen Staaten und keine Wiedervereinigung Deutschlands. Zweites: Helmut Schmidt. Er war ein hervorragender Krisenmanager.

Wenn Sie zum Landrat gewählt werden, dann . . .

. . . werde ich am 4. Mai 2020 meinen Dienst mit Freude antreten.

Dem FT Rede und Antwort standen neben Herbert Bengler auch Birgit Mooser-Niefanger (FSM)Manuel Mück (CSU)Helmut Petz (FW)Franz Scholz (AfD)Robert Wäger (Grüne) und Tobias Weiskopf (FDP).

Landratswahl im Landkreis Freising

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Kommunalwahl 2020 in Bayern: Welche Aufgaben hat der Landrat?

Service

Die Bürgermeisterkandidaten aller Gemeinden aus dem Landkreis Freising haben wir für Sie in unserem Überblicksartikel zu den Kommunalwahlen 2020 aufgelistet. Zudem können Sie sich in unserem Artikel zu den Landratswahlen über die dort antretenden Kandidaten informieren. Alle weiteren Hintergrundberichte finden Sie auch auf unserer Themenseite zu den Kommunalwahlen 2020 im Landkreis Freising.

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