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Die Ideen der Bürger sind gefragt: Alter Bahnhof Langenbach soll wiederbelebt werden

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Von: Andrea Hermann

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So sieht der Bahnhof heute aus: Das Gebäude in der Ortsmitte ist heruntergekommen, die Fenster und Türen sind mit Brettern verschlagen. Nun soll das Gebäude wieder hergerichtet werden.
So sieht der Bahnhof heute aus: Das Gebäude in der Ortsmitte ist heruntergekommen, die Fenster und Türen sind mit Brettern verschlagen. Nun soll das Gebäude wieder hergerichtet werden. © Hermann

Das alte Bahnhofsgebäude in Langenbach soll mit Leben gefüllt werden. Die Gemeinde bittet um Vorschläge für die Umgestaltung. Zudem ist ein Kunstprojekt geplant.

Langenbach – Das historische Bahnhofsgebäude in Langenbach soll saniert und wiederbelebt werden. Ideen für das Gebäude, das Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet worden ist, gibt es schon ein paar: So würden sich viele Bürger eine Bäckerei oder ein Café wünschen, andere könnten sich in dem Haus eine Bücherei vorstellen, und einige Vereine hoffen auf Räume in dem historischen Gebäude. Noch bis zum 15. Januar sammelt die Gemeinde Langenbach Ideen, wie man den historischen Bahnhof wieder mit Leben füllen kann.

Für das Vorhaben wurde vom Architekturbüro Fiedler + Partner eigens eine Homepage (www.alter-bahnhof-langenbach.de) angelegt. Hier ist zu lesen: „Das historische Bahnhofsgebäude wurde 1850 bis 1890 errichtet. Das Hauptgebäude besteht aus einer niedrigen Teilunterkellerung in Gewölbeform, aus Eingangs-/ Verkaufsraum, Warteraum, Treppenhauszugang, Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter sowie dem Arbeitsraum der Bahnmitarbeiter im Erdgeschoß, aus einer Wohnung im Obergeschoß und aus einem nicht ausgebauten Dachgeschoß mit Satteldach. Zusätzlich bestehen zwei Nebengebäude, das Stellwerkgebäude und der Heizöltankraum.“

Zentrale Lage mit guter Erreichbarkeit

Nun also gilt es, eine passende Nutzung zu finden – zum einen für Bahnreisende, zum anderen für die Bürger aus Langenbach als Treffpunkt oder Einkaufsmöglichkeit. „Die zentrale Lage und damit die gute Erreichbarkeit von beiden Seiten der Bahnlinie durch die neue Unterführung ermöglichen eine leichte Einbindung in das Ortsgeschehen. Ziel ist somit die Vitalisierung des Gebäudes zu einem Treffpunkt ,Alter Bahnhof´“, heißt es seitens der Gemeinde und des Architekturbüros.

Seit Jahren fehlt ein Treffpunkt im Ort

Der Wunsch nach einem Treffpunkt dürfte groß sein – spätestens, seit am 1. Januar 2017 eine Bäckerei-Filiale, die knapp 30 Jahre im Ort war, wegen Umsatzgründen schließen musste. Und auch für den einstigen Schreibwaren- und Geschenkeladen an der Freisinger Straße fand sich kein Nachfolger – die Räume stehen seit rund einem Jahr leer.

So sah der Bahnhof früher aus: In dem Buch „Langenbach im Wandel der Zeiten“,herausgegeben von der Gemeinde im Jahr 1980, ist auch das Bahnhofsgebäude abgebildet.
So sah der Bahnhof früher aus: In dem Buch „Langenbach im Wandel der Zeiten“,herausgegeben von der Gemeinde im Jahr 1980, ist auch das Bahnhofsgebäude abgebildet. © Repro: Conrad

Nun also ruhen die Hoffnungen auf dem alten Bahnhofsgebäude in der Ortsmitte – konkret geht es um das Hauptgebäude mit Nebengebäude sowie das unmittelbare Umfeld. „Auf Grundlage einer Feinuntersuchung sollen mögliche Nutzungen ermittelt, die Umgestaltung vorbereitet und die Rahmenbedingungen sowie ein Gestaltungskonzept erarbeitet werden“, heißt es auf der Bahnhof-Homepage, auf der man auch Grundrisse zu den Gebäuden findet. Noch bis Samstag, 15. Januar, sammelt die Gemeinde Ideen und Vorschläge, wie man das Gebäude künftig nutzen könnte. Ideen, Wünsche und Anregungen können per Mail mitgeteilt werden: Historischer-bahnhof@gemeinde-langenbach.de.

Eine Frau, der das Bahnhofsgebäude sehr am Herzen liegt, ist Christine Stein. Sie ist nicht nur Gemeinderätin und leidenschaftliche Malerin, sondern auch ein „Bahnhofskind“, wie sie im FT-Gespräch erzählt. „Ich bin in einem Bahnhof aufgewachsen“, und deshalb waren und sind Bahnhöfe „immer interessant für mich“.

Bahnhof-Fenster künstlerisch gestalten

Genau deshalb ist es ihr wichtig, dass der Langenbacher Bahnhof schön gestaltet wird – auch in der Planungsphase. Und so hat sie sich ein Kunstprojekt überlegt: Zusammen mit kreativen Freunden, örtlichen Künstlern, Fotografen und Kindern möchte sie die „zugenagelten und leeren Fenster am Bahnhofsgebäude bis zum Umbau attraktiv gestalten“, sagt Christine Stein.

Konkret könnte das Ganze so ablaufen: Die Kunstwerke sollen in einer Größe von maximal A 3 entstehen, dann eingescannt und auf „wetterfestem Material“ gedruckt und schließlich auf die Bretter getackert werden, so Steins Idee. Auch wäre es möglich, die Kunstwerke direkt auf den Brettern zu gestalten, allerdings „kann man sie dann später nicht mehr verwenden“. Doch genau das wäre Christine Stein schon wichtig: dass die Werke auch später verwendet werden.

Thematisch könnte sie sich Motive vorstellen, die etwa das Bahnhofsleben früher und heute widerspiegeln. Aber auch für alle andere Ideen ist sie offen. Ein erstes Treffen mit den interessierten Künstlern ist für Freitag, 14. Januar, geplant. Wer spontan dazustoßen möchte, ist ab 16.20 Uhr vor dem Bahnhofsgebäude willkommen. Wer sich vorab mit Christine Stein in Verbindung setzen möchte, kann dies per Mail an stein-langenbach@t-online.de tun.

Gut zu wissen

Vorschläge für die Gestaltung des Bahnhofsgebäudes können noch bis Samstag, 15. Januar, bei der Gemeinde Langenbach eingereicht werden – per Mail an Historischer-Bahnhof@gemeinde-langenbach.de. Wer beim Kunstprojekt von Christine Stein mitwirken möchte, ist bei einem ersten Treffen am Freitag, 14. Januar, ab 16.20 Uhr vor dem Bahnhofsgebäude in der Ortsmitte richtig.

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