Senior telefoniert mit Tablet
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Damit Langenbachs Senioren per Videotelefonie Kontakte pflegen können, will die Gemeinde nun Leih-Tablets anschaffen. (Symbolbild)

Zuschussanträge gestellt

Langenbach hofft auf Fördergeld für Senioren-Tablets, digitale Bücherei und Bach-Renaturierung

Gleich drei Förderanträge hat die Gemeinde Langenbach auf den Weg gebracht: Es geht um skypende Senioren, eine digitale Bücherei - und einen ansehnlichen Bach.

Langenbach – Die Gemeinde Langenbach hat im Zuge des diesjährigen Regionalbudgets „Kulturraum Ampertal“ drei Förderanträge gestellt. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats bekanntgegeben. Das Volumen umfasst insgesamt rund 28 000 Euro.

Zum einen handelt es sich um eine „Online-Ausleihe“ für die Bücherei St. Nikolaus, zum anderen um „Leih-Tabletcomputer für Senioren“ unter dem Motto „Digital beinanda bleib´n“. Die Betreuung fällt hier in das Ressort von Seniorenreferent Elmar Ziegler. Schließlich hat die Gemeinde noch einen Antrag zur Renaturierung des Langenbachs für das Teilstück entlang des neuen Freizeitparks zwischen Friedhof und der ehemaligen B 11 eingereicht.

Online-Ausleihe für St. Nikolaus

„Wir hoffen, dass alle drei durchgehen“, erklärte Geschäftsleiter Bernhard Götz zu den Förderanträgen. „In Corona-Zeiten muss nicht jeder zur Bücherei laufen“, fügte er in Bezug auf die angedachte Online-Ausleihe in der teils eingemeindeten Bücherei St. Nikolaus an. Die entsprechende Kooperation bestehe seit Anfang 2020. Mit einem Zuschuss von rund 3000 Euro könnte man laut Götz online einen digitalen Zugang über das Medien-Portal „LEO SUED“ schaffen. Dabei handelt es sich um einen Verbund, über den Nutzer dann praktisch Zugriff auf den kompletten Warenbestand ihrer Bücherei hätten.

Auch E-Learning und die Ausleihe von Zeitschriften wäre dann über das Portal möglich. Im Landkreis nutzen bereits die Gemeinden Eching, Hallbergmoos und Kranzberg das Portal. Die Chancen für eine Aufnahme Langenbachs stehen gut, denn wie Götz inzwischen auf Nachfrage im Rathaus mitteilte, ist dem Förderantrag bereits stattgegeben worden.

Per Videotelefonie Kontakt halten

Die Tablets für Senioren sind laut Referent Elmar Ziegler bitter notwendig. Schließlich eröffneten sie Bürgern, die mit so etwas noch nie umgegangen seien, die Möglichkeit zur Videotelefonie. Damit könnten sie in Kontakt mit Kindern und Enkelkindern sowie zu Verwandten treten, die sie womöglich monatelang nicht gesehen hätten. Oder auch ganz einfach untereinander kommunizieren, wie Ziegler deutlich machte. Die Grundidee ging Ziegler zufolge von der Gemeinde aus. Zunächst soll eine bestimmte Anzahl Tablets angeschafft werden, die im Budget des Förderantrags von 5000 Euro liegt. Die Senioren können die Tablets für eine symbolische Gebühr erst einmal ausleihen. „Wie lange wissen wir noch nicht“, sagt Ziegler. Die Tablets seien mit mobilem Internet ausgestattet. Damit brauchen die Senioren zuhause keinen WLAN-Anschluss.

Damit die Senioren mit den Tablets auch umgehen können, erhalten sie eine Einweisung. „Die werde ich machen,“ kündigte Ziegler an. Auch bei Problemen im Nachgang werde er, soweit es ihm möglich sei, Hilfestellung leisten, kündigt der Seniorenreferent an. Er sieht die Aktion als Zeichen dafür, dass die Senioren nicht vereinsamen und eine zusätzliche Kontaktmöglichkeit haben. „Das ist eine super Sache, ich mache das selbst“, erklärte Ziegler. Eine seiner Töchter wohne in Traunstein, eine andere in Hamburg. Zu „skypen“ (Videotelefonie über den Anbieter Skype; Anm. d. Red.) stelle da eine hervorragende Möglichkeit dar. „Wenn die Senioren dann Blut geleckt haben, können sie sich selber ein Tablet anschaffen“, glaubt und hofft der Referent.

Derzeit oft nur ein Rinnsaal: Der Langenbach, der dem Ort seinen Namen verleiht, soll auf 270 Metern renaturiert und so ansehnlicher gestaltet werden.

Bachlauf im Ort soll erlebbar werden

Mit knapp unter 20 000 Euro macht die Renaturierung des Langenbachs den größten Posten bei der Inanspruchnahme des „Kulturraum Ampertal“-Fördertopfs aus. Bernhard Götz hält gerade diesen Antrag für besonders wichtig. Schließlich sei der Langenbach Namensgeber für den Ort. „Als richtiger Bachlauf“ sei er aber gar nicht erkennbar, gab der Geschäftsleiter auf Anfrage zu bedenken. Deshalb würde man ihn gerne renaturieren. Zumindest auf der etwa 270 Meter langen Strecke, die er parallel zum neuen Freizeitpark verläuft. „Das muss erlebbar gemacht werden“, sagte Götz über die Bedeutung des Langenbachs. Nun hoffe man auf positive Bescheide in den kommenden Wochen. Denn alle Projekte des Förderprogramms „Kulturraum Ampertal“ müssten bis September auf den Weg gebracht sein.
Alexander Fischer

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