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In einer kleinen weißen Schachtel verschwand der Autoschlüssel am Sonntagvormittag. Dort wird er für 21 Tage aufbewahrt (v. l.) Bürgermeisterin Susanne Hoyer, Umweltreferentin Verena Juranowitsch und Laura Oberjatzas.

Stadtradeln  in Langenbach

Langenbach: Stadtradl-Star Laura nimmt die Herausforderung an

  • Margit Conrad
    vonMargit Conrad
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Langenbach: „Ich bin nicht so die Radlerin“, sagt sie. Dennoch tritt Laura Oberjatzas die Herausforderung für die Gemeinde als „Stadtradl-Star“ in die Pedale.

Langenbach – Sie ist nicht so die Radlerin, geht, wie sie selbst sagt, lieber zu Fuß, oder nimmt das Auto, was bei zwei kleinen Kindern auch praktisch ist. Die Rede ist von Laura Oberjatzas: Sie ist in dre Sonderkategorie der Stadtradl-Star der Gemeinde Langenbach. 

Das bedeutet: In den kommenden 21 Tagen wird sie alle Fahrten ausschließlich mit dem Fahrrad zurücklegen. Und damit sie nicht in Versuchung kommt, mal schnell was mit dem Auto zu erledigen, wanderte der Zündschlüssel am Sonntag in eine kleine weiße Geschenkschachtel – und wird im Rathaus deponiert. Ihre erste Herausforderung steht bereits am Montagnachmittag an: Dann transportiert sie ihren Sohn Thomas (dreieinhalb Jahre alt) bis nach Moosburg-Degernpoint, wo er am Tanzunterricht teilnimmt.

Das Auto stehen zu lassen, so oft es geht, und auf das Rad umzusteigen oder auch öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, ist keine neue Forderung. Und jene, die für den Klimaschutz plädieren, werden diese „Aktion“ auch das ganze Jahr über nachhaltig leben und praktizieren.

Dennoch braucht es nach wie vor sozusagen „Hallo-wach-Aktionen“, damit sich auch jene zum Rad bekennen oder aufraffen können, auf das Bike auf- statt auf mehr PS umzusteigen. Schon im zurückliegenden Jahr beteiligte sich die Gemeinde Langenbach auf Initiative von Grünen-Rätin Verena Juranowitsch offiziell an dieser Aktion. Damals ging es allerdings nur darum, viele Kilometer zu strampeln – sowohl für die Kommune als auch für sich selbst, ob nun als Einzelperson oder in Gruppen. Neben der sportlichen Ertüchtigung und dem Freizeitspaß gab es dann vor der letzten Gemeinderatssitzung im Juli gemeindeeigene Preise.

Aber der Ehrgeiz, auch als Kommune ganz vorne mit dabei zu sein – natürlich auch wegen der attraktiven Preise der vielen Partner und Firmen –, ist gewachsen. Und so wetteifern seit Sonntag wieder jede Menge Radlnarrische – nur im positiven Sinne gesehen – darum, beim Stadtradeln nach 21 Tagen ganz, ganz oben auf der Liste zu stehen.

Sieben Teams haben sich, in Langenbach bis zum 21. Juni, auf der Internet-Liste eingetragen, um möglichst viele Kilometer abzuspulen. Und der Konkurrenzkampf ist angefacht. Wie sagte doch Bürgermeisterin Susanne Hoyer beim Auftakt zum Stadtradeln? „Wir Gemeinderäte wollen heuer den Sieger vom Vorjahr schlagen.“

Das waren die „Longbeach Rednecks“. Die hatten die Teamwertung mit den meisten Radlern gewonnen. Mit ihren 4439 Kilometern hatten sie 630 Kilo CO2 eingespart. Da haben sich die Gemeinderäte einiges vorgenommen, freute sich Organisatorin und Umweltreferentin Verena Juranowitsch beim gestrigen Auftakt.

Die Aktion „Stadtradeln“ ist nicht nur als jährlich kurzfristiger Lippenbekenntnis-Wettbewerb zu sehen, er ist viel mehr. Nachdem die Gemeinden miteingebunden sind, zeigt sie auch auf, wo es schon eine gute Radwege-Infrastruktur gibt, und wo verbessert oder nachgebessert werden kann. Bürgermeisterin Susanne Hoyer, die wie viele andere auch den Radweg an der Amper entlang von Inkofen nach Moosburg favorisiert – „ein Traum zu jeder Jahreszeit“ – betont, dass man auch über die ILE Ampertal (Integrierte Ländliche Entwicklung im Kulturraum Ampertal) versuche, Radwege über eine App einzustellen. Denn heutzutage orientiere sich ein Radler nicht mehr anhand einer Karte.

Aber zurück zum Stadtradl-Star Laura Oberjatzas: Wie sie den Alltag nur mit dem Rad bei zwei Kindern – Thomas, und Samuel ist erst sechs Monate – meistert, das wird die freiberufliche Journalistin in einem Internet-Blog dokumentieren. Von einer Freundin, so erzählt sie, bekomme sie einen Radl-Anhänger geliehen, „damit ich beide Kinder unterbekomme“. Allerdings würde sie auch gerne Alternativen ausprobieren: Mit Bollerwagen und der Bahn soll es auf einen Ausflug gehen. „Ich bin gespannt, vielleicht ist der Verzicht ja gar keine einschränkung, sondern ein Gewinn“, sagt sie.

Gut zu wissen:

Auch wenn am 21. Juni der offizielle Auftakt war: Wer mitmachen will, kann sich noch immer registrieren unter www.stadtradeln.de/langenbach.

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