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Bekannt und beliebt – nicht nur in Langenbach: Karoline Daimer (†).

Nachruf

Bekannt und beliebt, nicht nur in Langenbach: Abschied von der „Alten Wirtin“ Karoline Daimer (†)

Sie führte jahrzehntelang erfolgreich den Alten Wirt in Langenbach und wurde als Familienmensch geliebt. Nun ist Karoline Daimer gestorben. Ein Nachruf.

Langenbach – Die allseits bekannte, frühere „Alte Wirtin“ von Langenbach, Karoline Daimer, ist am Dienstag, 3. Dezember, verstorben. Im gesamten Landkreis und darüber hinaus war ihre Gaststätte bekannt und beliebt, die sie von 1955 bis 1991 zusammen mit ihrem Ehemann Andreas Daimer geführt hatte.

Karoline Daimer, eine geborene Laschinger, kam am 15. Dezember 1925 am Raster Berg auf dem „Stricker“-Anwesen in Langenbach zur Welt. Sie war das fünfte von insgesamt neun Kindern. Ihre Kinder- und Jugendzeit war geprägt von Not und so manchen Entbehrungen, denn die kleine Landwirtschaft reichte kaum aus, um die vielen Kinder mit dem Nötigsten zu versorgen. Zu allem Übel verstarb auch noch ihre Mutter nach einer erneuten Schwangerschaft im Alter von nur 43 Jahren.

Vier Brüder mussten in den Krieg ziehen, zwei kamen nicht mehr zurück

Damals war Karoline zehn Jahre alt. Zusammen mit ihrer älteren Schwester Anne mussten die beiden Mädchen unter sieben Brüdern von nun an sämtliche Arbeiten im Haushalt und im Stall des Bauernhofs mit übernehmen. Vier der Brüder wurden im Zweiten Weltkrieg eingezogen, von denen zwei von der Ostfront nicht mehr zurückkehrten. Ein überaus schmerzlicher Verlust für die ganze Familie.

Im Jahr 1955 gab es Grund zum Feiern: Die junge Frau heiratete den Gastwirt Andreas Daimer und übernahm mit ihm die kleine Bauernwirtschaft Zum Alten Wirt an der damaligen Durchgangsstraße von Freising nach Moosburg gelegen. Ausgestattet mit einem ordentlichen Geschäftssinn erkannte sie bald, dass ihre Kocherfahrungen hier von großem Nutzen sein könnten. Im Laufe ihrer 36-jährigen Betriebsführung wurde aus der kleinen Bauernwirtschaft bald ein gut gehendes Gasthaus mit preisgekrönter Küche. Fast alle Vereine von Langenbach fanden hier ein Zuhause und einen gemütlichen Stammtisch. Zweifelsohne war es das Verdienst von „Lina“ Daimer, dass sie bei ihrem Ausscheiden aus der Gastwirtschaft im Jahre 1991 einen bestens geführten Betrieb hinterließ.

Trotz der vielen Arbeit in der Gaststätte eine fürsorgliche Mutter

Aber trotz der vielen Arbeit in der Gaststätte schaffte sie es immer auch, für ihre vier Kinder eine fürsorgliche Mutter zu sein. Ihre Hingabe und Unterstützung wissen bis heute nicht nur sie, sondern auch die sieben Enkelkinder zu schätzen, von denen zwei in Kanada leben. Sie alle liebten ihre Oma und wussten, was sie an ihr hatten.

Wie früher beim Alten Wirt war es auch bis zuletzt üblich, sich bei „Tante Lina“ zu allen möglichen Familienfeiern zu treffen. Mehr denn je war sie der Mittelpunkt ihrer großen Familie und zahlreichen Verwandtschaft. Als letzte noch lebende Zeugin der großen Laschinger-Familie hoffte sie, dass all die Geschichten, Bilder und Erzählungen von früher an die nächste Generation weitergegeben werden. Diese Hoffnung dürfte sich gewiss erfüllen, ist man sich in der Familie sicher: „Denn derartige Originale wie die ,Daimer Lina‘ wird die neue Zeit nicht mehr hervorbringen.“

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