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Moderiert von Elmar Ziegler, Seniorenreferent der Gemeinde Langenbach (l.), standen Rede und Antwort (weiter v. l.): Manuel Mück (CSU), Herbert Bengler (SPD), Robert Wäger (Grüne), Tobias Weiskopf (FDP), Helmut Petz (FW), Franz Scholz (AfD) und Birgit Mooser-Niefanger (FSM).

Podiumsdiskussion in Langenbach

Pflege, Mobilität und Wohnraum: Das sagen die Landratskandidaten dazu 

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Es war das erste Aufeinandertreffen aller Freisinger Landratskandidaten: Bei der Podiumsdiskussion am Donnerstagnachmittag in Langenbach nahmen die sieben Bewerber um das höchste Amt im Landkreis Stellung zu seniorenpolitischen Themen.

Langenbach– Die kommunale Seniorenpolitik stand im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion, die der Arbeitskreis 55Plus Langenbach und die Seniorenarbeit des Pfarrverbands Langenbach-Oberhummel gestern veranstaltet hatten. Eingeladen waren die sieben Landratskandidaten, die sich den Fragen der gut 60 Zuhörer im Bürgersaal stellten.

In der „ersten Halbzeit“, wie es Moderator Elmar Ziegler formulierte, hatte jeder Kandidat fünf Minuten Zeit, sich den interessierten Zuhörern vorzustellen. Dabei erfuhren die Senioren etwa, dass Birgit Mooser-Niefanger (50 Jahre/FSM) das Thema Mobilität als „Hauptproblem für Senioren“ sieht, Helmut Petz (62/FW) das Dilemma mit fehlendem Pflegepersonal angehen möchte, Herbert Bengler (64/SPD) „finanzierbaren und altersgerechten Wohnraum“ fordert und Manuel Mück (32/CSU) die Hausarztversorgung und Mobilität verbessern möchte. Tobias Weiskopf (22/FDP) will das Betreute Wohnen stärken und die medizinische Versorgung vor Ort verbessern, Robert Wäger (59/Grüne) „Senioren, die aktiv sein wollen, unterstützen“ und öffentlich geförderten Wohnungsbau vorantreiben. Franz Scholz (64/AfD), der „nicht viel mit Senioren zu tun hat“ und bei der Podiumsdiskussion „viel gelernt hat“, wie er im Abschluss-Statement betonte, möchte öffentliche Verkehrsmittel für Rentner freigeben.

In der zweiten Hälfte hatten die Senioren die Möglichkeit, Fragen an die Kandidaten zu stellen.

Komfortable Pflege

Den Anfang machte eine ältere Dame: „Allen Kandidaten ist komfortable Pflege wichtig – aber woher kommt das Geld dafür?“, wollte sie wissen. Herbert Bengler möchte, sollte er Landrat werden, „Haushaltsmittel umschichten“. Helmut Petz ist überzeugt, dass „der finanzielle Aspekt nicht im Vordergrund steht“, sondern es an Pflegekräften mangle. Für diese müsse man die Rahmenbedingungen verbessern. Ins selbe Horn stieß auch Tobias Weiskopf: „Wir haben tolle Steuereinnahmen – das Geld ist da.“ Auch er plädierte dafür, „Geld in Mitarbeiter-Wohnungen“ zu investieren. Und Birgit Mooser-Niefanger fasste zusammen: „Wenn wir was wollen, können wir uns das leisten.“

Hilfsmittel für Pfleger

Auch beim Thema technische Hilfsmittel für Pflegekräfte waren sich die Kandidaten einig, dass diese nicht am Geld scheitern. Vielmehr sei „das mit dem Personal ein Dilemma“, sagte Helmut Petz erneut. Und Robert Wäger ergänzte: In zehn bis 15 Jahren werde es Maschinen geben, die Pflegekräfte unterstützen. Doch dann müsse man aufpassen, dass der persönliche Kontakt zu den Senioren nicht auf der Strecke bleibe.

Pflegestützpunkte

Eine weitere Zuhörerin warb für die Einführung von Pflegestützpunkten im Landkreis – eine zentrale Servicestelle für Pflege im Landratsamt. Hier betonte Birgit Mooser-Niefanger, dass die bereits eingerichtete Halbtagsstelle „zu wenig“ sei. „Ich bin sehr dafür, dass wir das ausbauen“, sagte sie.

Mobilität

Einig waren sich die Kandidaten, dass beim Thema Mobilität einiges getan werden muss – etwa der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs, die Einführung eines Rufbusses bzw. eines Gemeindetaxis für Senioren, wie Manuel Mück vorschlug, oder den behindertengerechten Ausbau von öffentlichen Einrichtungen und Gebäuden (zum Beispiel Bahnhöfe).

Feinstaub & Startbahn

Auch zwei nicht typisch seniorenpolitische Themen wurden angesprochen: Ultrafeinstaub und 3. Startbahn. Zum Thema Feinstaub wollte ein Zuhörer wissen, „was so schwierig ist, zusätzliche Messstationen am Flughafen anzubringen“. Laut Herbert Bengler habe sich „die Staatsregierung geweigert, Messstationen zu bauen“. Erst „auf Druck der Kommunalpolitik werden sie jetzt errichtet.“ Zum Thema 3. Startbahn war Tobias Weißkopf von einem Zuhörer befragt worden. Seine Antwort: „Die Startbahn brauchen wir nicht – da müssen wir politisch hinwirken.“

Gut zu wissen

Wer sich selbst ein Bild von den Kandidaten machen möchte, hat dazu bei der FT-Podiumsdiskussion am Dienstag, 3. März, Gelegenheit. Diese findet um 19 Uhr im Bürgerhaus Zolling statt.

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