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Tausend Masken und mehr für soziale Einrichtungen: Langenbacherin (77) näht seit Wochen

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Von: Margit Conrad

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Schutzmasken aus kompetenter Hand: Diese mehr als 300 Stück hat Renate Linow zwischen den Osterfeiertagen und dem Weißen Sonntag aufwendig angefertigt. © Conrad

Renate Linow aus Langenbach näht seit Wochen mit Freude und Hingabe Masken für soziale Einrichtungen. Über 1000 Stück sind schon entstanden – und ein Ende ist nicht in Sicht.

Langenbach – Eine schwarze Singer-Nähmaschine aus dem Jahr 1937 leistet nach wie vor ihre Dienste: An ihr sitzt Renate Linow, der weibliche Tausendsassa aus Langenbach, seit Wochen täglich und fertig nahezu im Akkord Schutzmasken – acht Stunden und mehr sind keine Seltenheit. Die Besonderheit des von ihr genähten Mund- und Nasenschutzes: Er wird mittels Bändern befestigt.

Masken mit Bändern schneiden nicht ein

Zieladresse waren und sind verschiedene soziale Einrichtungen, darunter auch welche für Menschen mit Behinderung. „Die haben die Masken nicht nur kurze Zeit auf. Und weil viele durch den Gummi, der ja nicht zu locker sein darf, hinter den Ohren wunde Stellen haben, hat man um Masken mit Bändern gebeten“, sagt Renate Linow, die vor wenigen Tagen 77 Jahre alt geworden, aber jung und agil geblieben ist.

Auf dem Wohnzimmertisch hat sie die fertigen Schutze feinsäuberlich aneinandergereiht und übereinandergestapelt. „Das sind 390 Stück“, erklärt sie, und das sei schon die zweite Charge. Insgesamt habe man schon 760 gefertigt. Man – das ist die Frauenpower vom Wanderverein Langenbach. Denn dessen Vorsitzende Helga Schneider hat beim zweiten Mal auch 50 Stück beigesteuert. Schneider war es übrigens, die die Idee dazu hatte. Nachdem sportliche Massenveranstaltungen, und dazu gehören auch Wander tage, wegen der Corona-Pandemie untersagt wurden, machte sie den Vorschlag „nähen statt wandern“ – und fand in der Ersten Schatzmeisterin des Vereins, Renate Linow, eine, die sofort mit dabei war. „Und wir wollen vierstellig werden“, haben Schneider und Linow beschlossen.

„Bevor ich auf Staubjagd gehe, mach ich lieber etwas Sinnvolles“

Wichtig zu wissen: Sämtliche Schutzmasken für die sozialen Einrichtungen sind kostenfrei. Vor allem Renate Linow investiert für diese gute Sache jede Menge Zeit. „Bevor ich auf Staubjagd in meiner Wohnung gehe, mache ich lieber etwas Sinnvolles“, sagt die 77-Jährige und lacht.

Wie lange sie für eine Maske braucht, kann Linow nicht sagen, schließlich wird nicht jedes Stück einzeln genäht, sondern es sind rationelle Arbeitsschritte: den Stoff zuschneiden, die Bänder fertigen, und dann alles perfekt zusammenzunähen. Woher sie den Stoff bekommt? Der für die Masken auf ihrem Wohnzimmertisch – mittlerweile sind diese alle an ihrem Bestimmungsort (auch die Gemeinde Langenbach und ein Geschäft, das dadurch wieder öffnen durfte, haben welche erhalten), stammt vorwiegend aus Betttüchern und Tischdecken. „Meine Tochter Andrea hatte früher eine Gastwirtschaft, und die weißen Tischdecken sind ideal dafür geeignet.“ Linows Masken sind absolut dicht, der feste Stoff lässt nichts durch – und mindestens bei 60 Grad waschbar. Brillenträger haben ein bisserl Probleme: Weil der Atem nicht nach vorne durch kann, weicht er nach oben aus: Die Gläser sind schnell beschlagen.

Mundschutz für Tierschutzverein und Tafel

Renate Linow näht weiter Schutzmasken – etwa für den Tierschutzverein Freising oder die Tafel, und immer wieder wird ihr neuer Stoff vor die Tür gelegt – oder sie findet welchen in ihrem Vorratsschatz. Etwa jene Umhänge im Rautenmuster, die die Wandervereinsgruppe beim Langenbacher Faschingszug getragen hat. Daraus hat sie bayerisch weiß-blaue Teile gefertigt. Die werden allerdings mittels Gummi befestigt und sind leichter aufzusetzen. Der Nachteil: Er hält nicht so lange.

Linow sagt: „Die Masken mit den Bändern sind zwar viel aufwendiger zu nähen, aber umso dauerhafter, denn sie leiern auch nach mehrmaligem Waschen nicht aus.“ Dennoch ist sie froh, wenn sie Gummi-Nachschub aus privaten Haushalten bekommt.

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