Langenbachs Bürgermeisterin Susanne Hoyer sitzt vor einem Mikrofon.
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Susanne Hoyer wünschte allen eine erholsame Weihnachtszeit und dankte den Räten für ihre Arbeit.

Enormes Zahlenwerk

Langenbach schnürt XXL-Haushalt - Gemeinderäte äußern Kritik - Aufwandsentschädigung für Feuerwehrler

Gewaltige Zahlen, steigende Pro-Kopf-Verschuldung: Der Langenbacher Haushalt für 2021 hat es in sich. Die Resonanz im Gemeinderat war daher nicht nur positiv.

Langenbach – Am Dienstag verabschiedete der Gemeinderat Langenbach einen Haushalt von 18,45 Millionen Euro für das kommende Jahr. Das entspricht einer Steigerung von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Da der Verwaltungshaushalt für 2021 sogar minimal niedriger ausfällt, resultiert die Erhöhung ausschließlich aus dem Vermögenshaushalt. Die Pro-Kopf-Verschuldung in der Gemeinde würde demnach zum Ende des kommenden Jahres rund 874 Euro betragen – und steigt damit erstmals seit 2013 wieder leicht an.

Erstes Corona-Planjahr

Gemeinde-Kämmerer Franz Schranner fasste im Bürgersaal des Alten Wirts dem arg dezimierten Gemeinderat (fünf Räte waren entschuldigt) noch einmal den 353 Seiten umfassenden Haushaltsplan zusammen. Der Leiter des Finanzressorts im Langenbacher Rathaus bezeichnete 2021 als erstes Corona-Planjahr. Dabei galt es, eine drohende Reduzierung bei der Einkommensteuer zu berücksichtigen. Die Gewerbesteuer müsse laut Franz Schranner genau beobachtet werden, es seien aber kaum Veränderungen zu erwarten.

Diskussionsbedarf im Gremium

Trotz Vorbesprechung und Haushaltsklausur im Oktober waren nicht alle Gemeinderäte mit den Planungen zu 100 Prozent einverstanden. So geht der Haushaltsplan für Elmar Ziegler (CSU) nicht in die richtige Richtung. Angesichts der unsicheren Lage halte er die Schätzungen bei den Steuereinnahmen für zu optimistisch. Man könne nicht den höchsten Haushalt seit Jahren verabschieden, aber keine Sicherheit bei den Einnahmen haben. Da müsse man Zieglers Meinung nach „schon noch mal darüber sprechen“, ob Grundstücke für eine halbe Million Euro gekauft werden müssten. Oder ob am Bahnhof Sanierungsarbeiten in Höhe von einer Million Euro notwendig seien.

Bürgermeisterin Susanne Hoyer nahm den Einwand auf und wies darauf hin, dass es sich um eine Planung handle. Natürlich müsse man in dieser besonderen Situation genau beobachten und gegebenenfalls nachbessern.

In eine komplett andere Richtung argumentierte Gemeinderat Josef Wüst (FW). Er hätte es gerne gesehen, wenn einige geplante Investitionen der nächsten Jahre in den aktuellen Haushalt vorgezogen worden wären. Angesichts der guten Finanzlage in der Gemeinde und der derzeit niedrigen Zinsen halte er das für sinnvoll.

Große Aufgaben, große Ausgaben

2021 ist im Vermögenshaushalt eine Kreditaufnahme in Höhe von einer Million Euro vorgesehen. In den beiden Folgejahren sind fünfeinhalb Millionen geplant. Größter Ausgabeposten im Vermögensetat sind mit über 80 Prozent die Baumaßnahmen. Im Detail: Straßensanierungen, Kindergarten Arche Noah und Bahnhofssanierung. Damit dürfte in den kommenden Jahren auch der Schuldenstand anwachsen. Während für Ende 2020 noch gut 3,5 Millionen Euro geplant sind, schätzt Kämmerer Franz Schranner, dass es Ende 2023 bis zu acht Millionen Euro werden könnten. Das entspräche dann einer Pro-Kopf Verschuldung von über 1800 Euro.

Aber auch da werde man mit Bedacht agieren, so Bürgermeisterin Hoyer. Sie habe vollstes Vertrauen, dass ihr Finanzchef die aktuellen Entwicklungen im Blick haben und frühzeitig Korrekturen anmahnen werde. Bislang wurde in Langenbach exzellent gewirtschaftet. Seit Jahren erhält die Gemeinde keine Schlüsselzuweisungen mehr. Und auch der neue Haushalt sei laut Geschäftsführer Bernhard Götz wieder ausgewogen und der Corona-Situation angepasst.

Gute Nachricht für Feuerwehr

Das Gremium beschloss am Ende den Haushaltsplan, den Stellenplan und die Haushaltssatzung für das kommende Jahr einstimmig. Lediglich beim Beschluss zur Finanzplanung gab es zwei Gegenstimmen.

Eine gute Nachricht hatte man außerdem für die Freiwillige Feuerwehr parat. Dort werden die Gerätewarte und der Jugendwart zukünftig eine Entschädigung bekommen. Eine Zuwendung, die laut Bürgermeisterin längst überfällig gewesen sei. Mit dem neuen Haushalt wurde auch eine zusätzliche Stelle im Bauhof genehmigt. Laut Bernhard Götz könne dort seit geraumer Zeit nur noch reagiert werden. Deshalb müsse sehr vieles an Externe vergeben werden, was mehr Kosten verursache.

Dank der Bürgermeisterin zum Abschied

Zum Ende der letzten Sitzung des Jahres bedankte sich Susanne Hoyer noch bei ihren Ratskollegen für die außergewöhnlich gute Zusammenarbeit in diesen schwierigen Zeiten. Dazu richtete sie einen Appell ans Gremium, dass Kommunalpolitik Spaß machen müsse. Sie müsse konstruktiv und sinnvoll sein und dürfe nicht schaden. Sollte diese Grenze in Langenbach einmal überschritten werden, bat Susanne Hoyer ihre Kollegen darum, frühzeitig intern das Gespräch zu suchen.

Josef Fuchs

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