Eigentümerin will Fläche an private Investoren verkaufen

Langenbacher Bebauungsplan geplatzt: Grundstücke gehen an Meistbietende

Langenbach - Er hätte ein Paradebeispiel für Innenverdichtung in Langenbach sein können. Jetzt hat sich der Bebauungsplan „Langenbach Süd-Ost“ zerschlagen. Grund: Das Areal soll „meistbietend“ verkauft werden.

Im September sah es noch gut aus für das Baugebiet mitten in Langenbach, das auf Privatgrund mit entsprechenden vertraglichen Vereinbarungen geplant war. Architekt Michael Wacker stellte sogar einen überarbeiteten Bebauungsplan vor, wonach deutlich mehr Wohnraum hätte entstehen sollen in dem im Bereich Eichenstraße/Birkenstraße gelegenen Baugebiet. Er war damit einer Forderung nachgekommen, die Häuser optimaler zu gestalten. Statt gut 20 waren es nun über 40 Wohneinheiten, die man auf Geschoßwohnungsbau, Einfamilienhäuser und Doppelhäuser verteilen wollte (wir haben berichtet).

Jetzt, in der Sitzung vom Dienstag, stellte sich die Situation komplett anders dar. Wie Bürgermeisterin Susanne Hoyer ausdrücklich bedauerte, habe sich die private Eigentümerin wohl entschlossen, „das gesamte Grundstück meistbietend an interessierte Investoren zu verkaufen“. Damit sei die Grundlage für das Projekt entfallen. „Der städtebauliche Vertrag besteht nicht“, zitierte Hoyer aus der Beschlussvorlage. Mit der Konsequenz, dass die jüngst im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan „Langenbach Süd-Ost“ getroffenen Entscheidungen hinfällig sind. Der Aufhebungsbeschluss erfolgte einstimmig.

Gespräche zwischen Gemeinde und Eigentümerin

Hintergrund für die ursprüngliche Planung war gewesen, dass die in Langenbach ansässige Eigentümerin ihren Kindern die Möglichkeit zum Bauen schaffen und zudem einheimischen Nachfragen nach Bauland nachkommen wollte.

Fakt ist: Der Bebauungsplan ist nicht zustande gekommen. Wie Hoyer auf Nachfrage erklärte, habe es Gespräche mit der Eigentümerin gegeben. Es sei aber „kein Konsens“ zu erzielen gewesen. Dass man seitens der Gemeinde die Aufstellung eines Bebauungsplans für ein Privatgrundstück betreibt, sei an sich schon eine Ausnahme gewesen.

Im Gemeinderat stellte sich am Dienstag schließlich die Frage, wie es jetzt weitergehen soll. Johannes Hehnen (SPD) wollte in Bezug auf die Verhandlungen mit der Eigentümerin wissen: „Fangen wir jetzt wieder von vorne an?“ Hoyer verneinte dies. Stattdessen erklärte sie, dass der alte Stand der Dinge bestehen bleibe. Die Rathauschefin vertrat die Ansicht, dass es „keine Alleingänge“ geben dürfe, die „die Preise in die Höhe treiben“.

Alexander Fischer

Rubriklistenbild: © dpa

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