Flugzeug
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Die Gemeinde Langenbach wollte eine Stellungnahme zum Lärmaktionsplan für den Großflughafen München abgeben - doch das Thema mündete zunächst in eine Diskussion.

Lärmaktionsplan für Flughafen München

Langenbacher Debatte zu Kurzflügen: CSU-Rat nennt Stellungnahme der Gemeinde „wirtschaftsfeindlich“

Wie lassen sich weniger Flüge und weniger Lärm erreichen? Dazu gab es nun im Langenbacher Gemeinderat eine kontroverse Debatte.

Langenbach – Dass man eine Stellungnahme zum Lärmaktionsplan für den Großflughafen München abgeben möchte, darin war man sich im Langenbacher Gemeinderat einig. Was genau drin stehen soll, darüber gab es allerdings eine rege Diskussion. Der Auslöser war ein Einwand von Elmar Ziegler, der monierte, dass man doch Kurzflüge, etwa „innerhalb Deutschlands“ nicht kategorisch verteufeln sollte. „Für mich ist das einfach wirtschaftsfeindlich, was da drin steht“, echauffierte sich der CSU-Gemeinderat.

Elmar Ziegler (CSU) möchte innerdeutsche Kurzflüge nicht per se verteufeln.

In der von der Verwaltung vorbereiteten Stellungnahme zur Lärmaktionsplanung hieß es: „Die Gemeinde begrüßt daher, dass die Notwendigkeit innerdeutscher Zubringerflüge auch mit einer ausgebauten, leistungsfähigen Anbindung an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bundesbahn und an das Schienennetz in der Region reduziert wird.“ Mit als Grund für die geforderte Reduzierung der Kurzstreckenflüge hatte man angegeben, dass im Zuge der Corona-Pandemie in vielen Firmen Videokonferenzen gang und gäbe seien, und somit oft gar keine Notwendigkeit bestehe, sich ins Flugzeug zu setzen.

Die Alternative mit der Bahn sei laut Ziegler aber nicht immer zielführend. Das sei oft zu umständlich und dauere womöglich auch zu lange, gab er zu bedenken.

„Nicht alles geht über Videokonferenzen“

Unterstützung erhielt Ziegler von Josef Wüst (FW). „Nicht alles geht über Videokonferenzen, wenn man Verträge abschließen will. Wenn es um Millionen geht, dann will man den Leuten doch in die Augen schauen“, argumentierte Wüst. Bei Flügen nach Mallorca sei das etwas anderes, die zu reduzieren, das könne er verstehen, sagte Wüst über sogenannte „Spaßflugangebote“.

Vizebürgermeister Rudolf Götz (FWO) brach dagegen eine Lanze für die Bahn. Er sehe da nicht so das Problem, sagte Götz. Weniger Flüge müssten doch das Ziel sein. Es sei gut, mit der Reduzierung der Geschäftsflüge „schon mal anzufangen“.

Unter diesen Umständen konnte man sich zunächst nicht auf eine gemeinsame Linie einigen. Dass es eine Stellungnahme abzugeben gelte, das war aus Sicht von Hoyer jedoch klar. Am Ende der Debatte stand eine leicht abgewandelte Formulierung. Demnach fordert man jetzt, „innerdeutsche Flüge und Zubringerflüge auf ein Mindestmaß zu reduzieren“. Aber auch künstlich akquirierte Billigflugangebote seien angesichts der Lärmbelastung des Flughafenumlands zu unterbinden.

Die Durchführung von mobilen Fluglärmmessungen fordert die Gemeinde in ihrer Stellungnahme auch weiterhin ein. Wie Hoyer erklärte, sei Langenbach „nur mit einem Pegel von unter 55 dB(A) betroffen, doch auch dieser wird als starke Fluglärmbelastung empfunden“. Es handle sich dabei nämlich nur um Durchschnittswerte. Ein Aspekt, auf den auch Grünen-Gemeinderätin Verena Juranowitsch hinwies. Es komme eben nicht auf die Durchschnittswerte, sondern auf „die punktuellen Höchstwerte an“, betonte Juranowitsch. Die seien genauso maßgeblich.
Alexander Fischer

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