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Musik-Flashmob: Teil einer Gemeinschaft trotz Corona-Isolation

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Von: Andrea Hermann

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Ein musikalisches Trio: Heiko Juranowitsch spielte mit den Kindern Jonas und Emmi aus dem Fenster.
Ein musikalisches Trio: Heiko Juranowitsch spielte mit den Kindern Jonas und Emmi aus dem Fenster. © privat

Bundesweit wurde am Sonntag ein Zeichen der Solidarität gesetzt: Aus vielen Häusern erklang um 18 Uhr Beethovens „Ode an die Freude“. Auch in der Gemeinde Langenbach wurde vielerorts musiziert.

Langenbach – Alle Musiker waren am Sonntagabend eingeladen, an einer „viralen Aktion“ teilzunehmen: Um 18 Uhr erklang – nach italienischem Vorbild – aus vielen Gärten, Fenstern und von zahlreichen Balkonen Beethovens „Ode an die Freude“. Was in den sozialen Medien kräftig beworben wurde, setzten viele Bürger aus der Gemeinde Langenbach gemeinsam, und doch jeder für sich, um. Gitarren, Flöten, Saxophone, Akkordeons und viele weitere Musikinstrumente wurden ausgepackt, um am Abend die Europahymne in der Gemeinde erklingen zu lassen.

Akkordeon und Saxophon ließen Silvia Manhart-Hehnen und Tochter Victoria erklingen.
Akkordeon und Saxophon ließen Silvia Manhart-Hehnen und Tochter Victoria erklingen. © privat

„Musik überwindet die derzeitigen Barrieren. Es entsteht mit diesen Aktionen, die man aus Italien kennt, gerade eine neue Kultur der Kommunikation im Sinne der gemeinsamen Hoffnung“, sagt Musiklehrerin und Chorleiterin Silvia Manhart-Hehnen aus Oberhummel. Zusammen mit ihrer Tochter Victoria, die Saxophon gespielt hat, hat sie nicht nur vor der eigenen Haustüre die „Ode an die Freude“ mit dem Akkordeon angestimmt, sondern auch Musiker-Freunde der Gruppe „Klangspiel“ sowie des Kinder- und Jugendchors Langenbach motiviert, mitzuspielen. „Der Gedanke der Solidarität motiviert mich.“

Auch Familie Juranowitsch aus Langenbach hat mitmusiziert – am Fenster: Papa Heiko spielte auf der Gitarre und die Kinder Jonas (9) und Emmi (6) begleiteten ihn mit Triangel und Klanghölzern. „Im Alltag machen wir als Familie viel zu selten miteinander Musik, obwohl es allen großen Spaß macht“, erzählt Mama Verena. „Jetzt haben wir die Zeit dafür. Da kam der Aufruf genau richtig. So konnten wir trotz Isolation Teil einer Gemeinschaft sein.“

Mit Querflöten ließen Marlene (l.) und Morana Le Bris die „Ode an die Freude“ am Sonntagabend am Fenster erklingen.
Mit Querflöten ließen Marlene (l.) und Morana Le Bris die „Ode an die Freude“ am Sonntagabend am Fenster erklingen. © privat

Ins selbe Horn stößt Morana Le Bris aus Oberhummel, die mit Tochter Marlene zur Querflöte gegriffen hat. „Wir halten zusammen und setzen so ein Zeichen, füreinander da zu sein.“

Vom Balkon aus spielten Sebastian und Celina Hermann mit Trompete und Querflöte Beethovens Hymne.
Vom Balkon aus spielten Sebastian und Celina Hermann mit Trompete und Querflöte Beethovens Hymne. © privat

Von dem musikalischen Flashmob ließen sich auch Sebastian und Celina Hermann anstecken: Vom Balkon aus spielten die Geschwister um 18 Uhr, ab dem sechsten Glockenschlag, mit Trompete und Querflöte das Lied „Ode an die Freude“, das – wie auch die Klänge der anderen Musiker – im ganzen Dorf zu hören war. Auch das Saxophon-Spiel von Elke Neumair aus Oberhummel erfreute viele Bürger.

Mit dem Saxophon am Start: Elke Neumair aus Hummel.
Mit dem Saxophon am Start: Elke Neumair aus Hummel. © privat

Ob es in der Corona-Krise noch einmal so einen Musik-Flashmob geben wird, steht noch nicht fest. „Bisher ist noch nichts geplant“, sagt Silvia Manhart-Hehnen. Aber: „Wenn wieder eine solche musikalische Aktion stattfindet, machen wir wieder mit.“ Und sie hofft, dass dann noch mehr Musiker dabei sind – getreu dem Motto: „Dabeisein ist alles.“

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