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Max Maillinger (†) wie man ihn kannte: kritischer Blick, klar im Wort, perfekt in dem, was er tat. Am Donnerstag ist er verstorben.

Trauer in der Gemeinde

Nachruf auf Max Maillinger: Die Langenbacher konnten immer auf ihn zählen

Er professionalisierte Langenbachs Seniorenarbeit, packte an, wo Hilfe nötig war und blieb stets Perfektionist. Am Donnerstag nun ist Max Maillinger gestorben.

Langenbach – Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht am Donnerstag in Langenbach und Umgebung: Max Maillinger ist tot. Nur wenige Wochen vor Vollendung seines 81. Lebensjahres hat er nach längerer Krankheit dieser Welt ade gesagt. „Der Max“ hinterlässt eine große Lücke, war er doch vielfältig ehrenamtlich engagiert. Vor allem der Arbeitskreis 55plus war seit Jahren untrennbar mit seinem Namen verbunden. Maillinger war darüber hinaus besonders bei den Wanderfreunden aktiv, die Nachbarschaftshilfe konnte ebenfalls immer auf ihn zählen. Der Verstorbene war in früheren Jahren Gemeinde- und Pfarrgemeinderat, er war in der Kirchenverwaltung mit dabei, im Kirchenverein aktiv und seine politische Heimat lag beim SPD-Ortsverein.

Eigentlich wähnte man „den Max“ auf dem Wege der Besserung. Er sollte aus dem Krankenhaus entlassen werden, starb dann aber kurz vorher überraschend. Damit haben die Gemeinde Langenbach und die Seniorenarbeit des Pfarrverbands Langenbach/Oberhummel einen Mann verloren, der die Seniorenarbeit auf ein extrem hohes Niveau gehoben hatte. Selbst nachdem er Ende 2016 die Arbeit für die ältere Generation offiziell in jüngere Hände gelegt hatte, war er stets hilfsbereit und unterstützte seine Nachfolgerin Traudl Strejc, wo er nur konnte. Maillinger war es, der die Seniorenarbeit bis zuletzt quasi professionell betrieb. Von 1990 bis 2008 war er Gemeinderat, 1997 übertrug ihm der Rat die Aufgabe des Seniorenbeauftragten – von da an prägte er nachdrücklich die Arbeit für die Senioren in der Gemeinde und im Pfarrverband – auch, als er kein politisches Amt mehr hatte.

Unter Mithilfe von Anna Demmel, Theresia Ulmer, Walburga Waitzenauer und später vornehmlich Claudia Köppl, Renate Linow und Irmgard Stemmer perfektionierte Maillinger das, was seit den 70er-Jahren durch die Arbeit von Pfarrer Alfred Hahn und später von Gemeindereferent Otto Pauer schon an Grundstock da war, immer mehr. „Ohne sein Mitwirken und seine jahrelange Weitsicht wäre die Seniorenarbeit in diesem Ausmaß und in dieser Qualität in der Gemeinde nicht möglich gewesen“, stellte Bürgermeisterin Susanne Hoyer fest, als Maillinger anlässlich eines Seniorenadvents 2016 offiziell verabschiedet wurde.

Sein Leben lang war der große, kräftige Mann kein Ja-Sager. Aber der gelernte Fernmeldetechniker war ein Perfektionist, ein Mensch, der hinlangen musste, wenn irgendwo Hilfe nötig war, wenn etwas vorangebracht werden sollte. Seine technische Begabung und seine Überzeugung, dass man nicht nur kritisieren dürfe, sondern sich auch selber einbringen müsse, übertrug er auch auf die Seniorenarbeit – selbst dann noch, als er selber schon im Seniorenalter war.

Ein Blatt nahm Maillinger bei seiner Arbeit allerdings nie vor den Mund. Wenn ihm etwas missfiel, dann drückte er dies in eindeutigen Worten aus. Unpünktlichkeit hasste er, Präzision war sein Panier. Er betrachtete seine Aufgabe als Seniorenbeauftragter „als Job“, stellte er vor vielen Jahren einmal fest, „als Beruf“ – ohne Emotionen. Und doch konnte er „ausrasten“, vor allem, wenn selbst simple Dinge schief liefen. Dann drehte „der Max“ schon mächtig hoch, die cholerische Art in ihm wurde sichtbar, wie er es selber ausdrückte – aber genauso schnell kam er auch wieder auf den Boden zurück. Und „nachtragend war der Max nie!“, postulierte erst kürzlich Traudl Strejc, die heutige Seniorenbeauftragte, die viel von ihm gelernt hat.

Maillinger positionierte die Seniorenarbeit in der Gemeinde und im Pfarrverband jenseits eines Vereins. Er legte Wert auf eine Vereinigung, die anfangs zwar „Seniorenclub“ hieß, aber immer für Menschen jeden Alters, ohne Ansehen der Person, da war. Wer Interesse an einer Veranstaltung hatte, der konnte teilnehmen. Feiern, Ausflüge, Vorträge, ja sogar Mehrtagesfahrten bestimmten das Programm. 1999 stellte Maillinger, damals zusammen mit Alfons Schmid, die erste Hobbykünstler-Ausstellung in der Schulaula auf die Beine, mehrere dieser Veranstaltungen folgten, inzwischen in der Stockschützenhalle in Niederhummel. Um zu signalisieren, dass der „Seniorenclub“ kein Verein für ältere Menschen sein will, dass man dort nicht Mitglied sein und Beiträge zahlen muss, gab sich die Vereinigung 2007 dann den neutraleren Namen „Arbeitskreis 55plus“.

Das Jahresprogramm wurde noch bunter: Faschings-. Sommer-, Kirchweih- und Adventfeier waren jetzt quasi Standard. Man war gemeinsam etwa in Wien oder Dresden, in Südtirol und in der Toskana. Und alles wurde penibel vorbereitet, mit persönlichen Erkundungen. Sogar einen Defibrillator hatte der Ausflugsbus zuletzt an Bord. 10.000 Kilometer sei er für die Seniorenarbeit im Jahr gefahren, rechnete Maillinger einmal vor.

Jetzt hat er seine letzte Reise angetreten. Wann ihn seine Freunde und Wegbegleiter auf diesem letzten Weg begleiten, war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

Raimund Lex

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