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Die Tagwerk-Bio-Metzgerei in Niederhummel wurde  am Wochenende einer Grundreinigung unterzogen.

Krankmachende Keime

Niederhummel: Geschäftsführer geschockt über Listerien in Bio-Metzgerei-Produkt

  • Margit Conrad
    VonMargit Conrad
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Bei einer Routinekontrolle werden in einem Produkt der Bio-Metzgerei in Niederhummel krankmachende Keime gefunden. Tagwerk-Geschäftsführer sagt: „Der Schock war erst einmal groß.“

Niederhummel Bereits am 7. Januar war die Probe bei einer Charge geschnittener und verpackter Gelbwurst mit Verfallsdatum 16. Januar in einem Bioladen in München genommen, das von der Tagwerk-Bio-Metzgerei in Niederhummel, Gemeinde Langenbach, beliefert wird. Das Unternehmen musste eine Lebensmittelwarnung herausgeben.

Geschäftsführer Reinhard Gromotka: „Mit dem Keim darf man nicht spaßen.“

„Der Schock war erst einmal groß“, räumt Tagwerk-Geschäftsführer Reinhard Gromotka ein, als man am Donnerstag, 23. Januar, mit dem Ergebnis konfrontiert worden sei. Schließlich hatte man immer sorgfältig gearbeitet und auch die Hygienestandards  stets eingehalten. Doch um in Schockstarre zu verfallen, dafür war keine Zeit. Es wurde umgehend die Öffentlichkeit informiert und aufgrund der möglichen Gesundheitsgefahr alle Schinken- und Wurstwaren, also Produkte, die nicht erhitzt werden können, zurückgerufen. „Bei Listerien handelt es sich um eine ganz schwierige Bakterienbelastung, es ist ein ganz blöder Keim, der eben nicht mit Kühlung kaputtgeht“, sagt Gromotka. Listerien seien in der Umwelt weit verbreitet, kommen sogar im Trinkwasser vor, erklärt der 58-Jährige. „Mit dem Keim darf man nicht spaßen.“

Warum es so lange gedauert habe, bis Tagwerk von der Keimbelastung erfahren hat – schließlich war die Probe in einem Biomarkt in München bereits am 7. Januar genommen worden, erklärt er damit, dass es sich nicht um einen Verdachtsfall, sondern eben um eine Routinekontrolle gehandelt habe, und das Labor alle Proben nach und nach abarbeite.

Die Zeit hatte die Bio-Metzgerei in Niederhummel nicht: Weil man keine Ahnung hatte, wo sich der Infektionsherd befindet, wurden noch am Freitag von sämtlichen Räumen und Produktionsmitteln Proben genommen, der gesamte Betrieb am Wochenende einer Grundreinigung unterzogen und danach abermals beprobt. Nur wenn einwandfrei geklärt ist, dass keine Listerien mehr vorhanden sind, wird man mit der Neuproduktion starten. „Wir sind zuversichtlich, den Laden am Mittwoch wieder öffnen zu können“, heißt es auf der Homepage unter www.tagwerkbiometzgerei.de, über die auch die Kundschaft informiert wurde.

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Es hat sich schon Existenzangst breit gemacht

Den Vorfall auszusitzen, kam für Gromotka keine Sekunde in Frage. „Wir haben schließlich Verantwortung gegenüber den Kunden und vor allem auch einen Ruf zu verlieren.“ Er räumt aber ein, dass sich schon Existenzangst breit gemacht habe. „Die vergangenen drei Tage, das war ein Adrenalinschub pur. Da stößt man schon an seine Grenzen“, sagt er. Vor allem bekomme man nicht aus dem Kopf, wie denn die Kunden darauf reagieren werden. Würden sie wiederkommen oder zaudern und sagen: Da kann man ja nicht unbedenklich einkaufen?

Doch die Welle der Empörung blieb aus, und auch die Anrufe hielten sich, so der 58-Jährige, in Grenzen. Viele hätten sich informiert, welche Waren man essen dürfe, und andere haben das Angebot angenommen, und die Produkte gegen Erstattung zurückgebracht.

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