Eine alte Telefonzelle ist jetzt ein öffentlicher Bücherschrank
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Völlig überraschend für viele Langenbacher wurde an der Oberbacher Straße diese ausrangierte Telefonzelle platziert. Und zur Freude vieler als öffentliche Bücher-Tauschbörse deklariert.

Bürgermeisterin sucht per Facebook nach Infos

Rätselraten wegen umfunktionierter Telefonzelle: Plötzlich hat Langenbach eine Bücher-Tauschbörse

  • Armin Forster
    vonArmin Forster
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Es gibt sie in immer mehr Orten und nun hat auch Langenbach einen öffentlichen Bücherschrank. Dort sorgte das allerdings erst mal für reichlich Irritation.

„Heute entdeckt in Langenbach... weiß jemand, wo die/das herkommt?“ Mit diesen Worten postete Langenbachs Bürgermeisterin Susanne Hoyer am Donnerstagabend ein Foto von einer Telefonzelle bei Facebook. Wie im Bild zu erkennen war, wurde in der gelben Kabine das Telefon durch ein Bücherregal ersetzt, dazu prangte über der Tür der Schriftzug „Bücher Tauschbörse“.

Normalerweise sind Städte und Gemeinden involviert, wenn solche – zunehmend verbreiteten – öffentlichen Bücherschränke installiert werden. Was bei dem Exemplar parallel zur Bahnlinie an der Oberbacher Straße nicht der Fall schien – und auf Hoyers Facebook-Post hin sofort für muntere Spekulationen und insgesamt 40 Kommentare führte.

Die Rathauschefin hatte eine Vermutung

„Ich hatte bereits eine Vermutung“, verriet Susanne Hoyer am Freitag im Gespräch mit dem FT. „Die Zelle steht ja auf einem Privatgrundstück, und inzwischen konnte ich mit der Eigentümerin persönlich sprechen.“ Ihre anfängliche Irritation und die ihrer Mitarbeiter wollte die Ortschefin nicht ganz verhehlen, schließlich „müssen wir von der Gemeinde so etwas natürlich in Bezug auf Baurecht und Sicherheit bewerten“. Inzwischen sei jedoch klar, „dass sich hier jemand sehr viele Gedanken gemacht hat“, betonte Hoyer. „Das ist natürlich eine charmante Einrichtung, die den gelebten Tauschgedanken in unserer Gemeinde weiterführt.“ Sie verwies dabei auf die Fahrradwerkstatt, den Kinderkleiderbasar oder auch das Kleiderstüberl. Ehrenamtliches Engagement im Dorf begrüße sie außerordentlich, allerdings sei das „normalerweise mit der Gemeinde abgestimmt, um den Überblick zu behalten und auch um es bewerben zu können“. Das habe sie nun, so Hoyer, mit ihrer Facebook-Veröffentlichung angestoßen. „Ich hoffe, dass auch diese Bücher-Tauschbörse gut funktioniert.“ Die Lage sei gut gewählt, die Strecke zwischen Rathaus und Bauhof ein „Hauptspazierweg bei uns in Langenbach“. Am Ende bilde die umfunktionierte Telefonzelle eine Ergänzung „zu unserer tollen Bücherei“.

Das war auch der Tenor in den Facebook-Kommentaren: „Ich find das super“, zeigte sich etwa eine Gemeindebewohnerin begeistert. „Die Idee auch gerne in Hummel umsetzen!“

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