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Bis auf Weiteres geschlossen ist das Wirtshaus am Dorfbrunnen in Niederhummel.

Wirtshaus geschlossen

Schon wieder: Dorfbrunnen-Pächter verlässt Niederhummel

Niederhummel - Schon wieder steht das Wirtshaus am Dorfbrunnen in Niederhummel ohne Pächter da. „Ende des Monats ist Schluss“, sagt Wirt Markus Manlik, der knapp ein Jahr lang die Gaststätte geführt hat. 

Anfang des Jahres hatte Bürgermeisterin Susanne Hoyer die gute Nachricht via Facebook verkündet: „Höchst erfreulicher Jahresauftakt in Niederhummel: Ich begrüße ganz herzlich unseren neuen Pächter im Dorfbrunnen, Markus Manlik!“ Aufatmen bei der Rathauschefin, schließlich stand die Wirtschaft seit Mai 2015 ohne Pächter da. Doch nun, zehn Monate später, ist der Dorfbrunnen erneut verwaist. Ein Aushang macht deutlich, was viele im Ort schon vermutet haben: „Aus gegebenen Anlass bleibt das Wirtshaus bis auf Weiteres geschlossen“, heißt es da. Essens-Gutscheine wurden am vergangenen Freitag ausbezahlt, eine private Feier noch abgehalten. Das war’s. „Ende des Monats ist Schluss“, sagt Markus Manlik auf FT-Nachfrage. Mehr möchte der Wirt, der auch die Kantine des Landeskriminalamts in München betreibt, dazu nicht sagen und verweist auf die Rathauschefin.

Susanne Hoyer hat die Hiobsbotschaft am Dienstag in der Bürgersprechstunde bestätigt. Sie nennt wirtschaftliche Gründe, warum der Pächter das Handtuch wirft. Das Tagesgeschäft sei nicht so gut gelaufen. „Und alleine von den Veranstaltungen kann man nicht leben. Es fehlt die Kontinuität“, sagt die Rathauschefin. Markus Manlik hat in den vergangenen Monaten viel versucht, die Wirtschaft zum Laufen zu bringen. Ob Sonntags- und Feiertagsbrunch, Pasta-Tag, Schafkopfrennen oder „Cocktail & Burger & Maßen-Night“: An Ideen mangelte es nicht. Auch über eine Party ließ er via Facebook abstimmen und richtete diese nach dem Wunsch der Mehrheit aus. Doch es half alles nicht: Die Gäste blieben aus.

Wie es mit der Gaststätte weitergehen soll, ist noch offen. An eine öffentliche Ausschreibung sei aktuell nicht gedacht, sagt die Bürgermeisterin. Sie hofft darauf, dass der Schützenverein als Hauptnutzer einspringt. Offene Gespräche in diese Richtung habe es bereits gegeben, sagt Hoyer. Aber man müsse sich das natürlich genau überlegen. „Kommt Zeit, kommt Rat“, sagt sie. Die Bürgermeisterin will sich auf jeden Fall dafür einsetzen, dass das Vereinsleben weitergeht. „Dafür habe ich immer gesorgt, und dafür werde ich auch weiterhin sorgen“, verspricht sie.

Rainer Schwarzbözl, Vorsitzender der Schützengesellschaft Niederhummel, bestätigt Gespräche mit der Gemeinde, betont aber, dass man sich „im Anfangsstadium“ befinde und „weder Ja noch Nein“ gesagt habe. Schließlich müsste man erst jemanden aus dem Verein finden, der es machen würde. Viel lieber wäre es den Schützen allerdings, wenn sich doch wieder ein Wirt findet.

Dass es nicht einfach ist, diese Wirtschaft zu führen, diese Erfahrung machten auch die Pächter Anni und Martin Huber, die Anfang 2013 nach neun Jahren den Pachtvertrag gekündigt hatten. Grund: Der Umsatz versiegte. Auch Rachiela Mühlbauer versuchte ihr Glück, musste aber – letztlich auch aus gesundheitlichen Gründen – aufgeben. Nun also reiht sich Markus Manlik ein. Ob und wie es weitergeht, steht derzeit noch in den Sternen.

Andrea Hermann und Alexander Fischer

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