Baugebiet „Dobelbreiten“ in Niederhummel

Terrasse unzulässig aufgeschüttet: Langenbachs Räte fordern Rückbau

Weil er ein nicht genehmigtes Plateu aufgeschüttet hat, musste sich ein Bauherr aus Niederhummel jetzt im Langenbacher Gemeinderat rechtfertigen. Und seine Argumente überzeugten nicht.

Langenbach – Im Gemeinderat zeigte man sich empört. Erst aufschütten und höher bauen und dann einen Bauantrag dafür einreichen, das gehe gar nicht, so die einhellige Meinung. Allen voran vertrat Bürgermeisterin Susanne Hoyer diese Ansicht. Solch ein Platteau – wohl für eine stufenlose Terrasse – sei nicht gewollt an den „Dobelbreiten“, erklärte sie und fügte an, dass es für diesen eigenmächtig hergestellten Höhenunterschied „keine Legalisierung“ geben dürfe. Damit würde man nämlich einen „Präzedenzfall“ schaffen und Nachahmer auf den Plan rufen.

Aufschüttungen sind an den „Dobelbreiten“ nämlich bis „maximal Oberkante Fahrbahnrand zulässig“, wie es in einer Anmerkung der Verwaltung hieß. Erschwerend hinzu kam bei der Beurteilung im Gemeinderat, dass durch die Aufschüttung auch die vorgeschriebenen Wandhöhen nicht eingehalten worden seien. Das Haus ragt also weiter aus dem Gelände heraus, als das vorgesehen war.

Die Argumente des Bürgers überzeugten die Räte nicht

Aus Sicht des Gremiums handelt es sich im vorliegenden Fall um Verstöße, die mit einem nachträglichen Antrag auf Befreiung, wie ihn der Bauherr gestellt hatte, nicht aus der Welt zu schaffen sind. Da half es auch nichts, dass der betreffende Bürger die Meinung vertrat, die Grundzüge der Planung würden durch die höhere Aufschüttung nicht berührt. Auch seine Argumentation, dass die Abweichung „grundsätzlich unter Würdigung nachbarlicher Interessen mit den öffentlichen Belangen vertretbar ist“, zog in der Versammlung nicht. Zumal offenbar keine Nachbarunterschriften zum Tekturantrag vorlagen.

Jedenfalls ergriff keiner der Gemeinderäte Partei für den Bauwerber und seinen Antrag auf Befreiung. Auch eine Debatte zu der Sache fand nicht statt. Der Antrag wurde einstimmig abgelehnt.

Durch ist die Angelegenheit damit aber noch nicht, wie man im Rathaus bestätigte. Mit dem Fall muss sich nämlich jetzt das Freisinger Landratsamt beschäftigen. Die Gemeinde steht zwar auf dem Standpunkt, dass das alles zurückgebaut werden muss. Die Kreisbehörde kann die Entscheidung des Gemeinderates aber ersetzen. Ein Rückbau auf Normalmaß bliebe dem Eigentümer dann erspart.

Alexander Fischer

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Nach Eklat um Hitlergruß: AfD-Mann kandidiert nicht für den Bezirkstag
AfD-Funktionäre in „Hitlergruß“-Pose : Diese Nachricht hat quer durch die politische Landschaft in Freising für blankes Entsetzen gesorgt. Eine erste Konsequenz: Markus …
Nach Eklat um Hitlergruß: AfD-Mann kandidiert nicht für den Bezirkstag
Aufgrund des Bierfestivals in Attenkirchen: B 301 wird gesperrt
Ernsthaft gezweifelt hatte im Organisationsteam des Hallertauer Bierfestivals niemand, aber dennoch war die Erleichterung vergangene Woche groß: Das Landratsamt hat die …
Aufgrund des Bierfestivals in Attenkirchen: B 301 wird gesperrt
Mosaikbänke für Eching: Gemeindegebiet wird aufgewertet
Ein großartiges und imposantes Gemeinschaftswerk der Grund- und Mittelschule nimmt immer mehr Farbe und Gestalt an: eine fünf Meter lange und von zwei Seiten …
Mosaikbänke für Eching: Gemeindegebiet wird aufgewertet
Soziales Leben ohne VdK? „Kaum vorstellbar“
Als Vorsitzende eines VdK-Ortsverbandes hat man nicht immer nur schöne Aufgaben zu verrichten. Ursel Mahlknecht, die Vorsitzende des VdK in Attenkirchen, freute sich …
Soziales Leben ohne VdK? „Kaum vorstellbar“

Kommentare