Bauprojekt an der Ecke Eichenstraße/Dorfstraße

Wohnungsbau beim Alten Wirt: für „feierlustige“ Familien und Senioren

Im Langenbacher Zentrum, gegenüber des Lokals Alter Wirt, sollen neue Wohnungen gebaut werden. Doch ganz ohne Debatte ging der Antrag nicht durch den Gemeinderat.

Langenbach – Bürgermeisterin Susanne Hoyer sprach am Dienstag im Gemeinderat von einem „historischen Bauantrag“, einem, der die Ortsmitte verändern werde. Die Rede war von einem Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohnungen, verteilt auf zwei Gebäude, die direkt gegenüber der Gaststätte Alter Wirt entstehen sollen. In einem Bereich also, in dem einmal Dreiseithöfe das Bild bestimmt haben.

Die gute Nachricht über das Bauprojekt an der Ecke Eichenstraße/Dorfstraße war laut Hoyer, dass man dort „schöne Wohnungen“ bekomme, die man dringend benötige. Als weniger positiv wertete sie es, dass man den städtebaulichen Grundsatz nicht in vollem Umfang habe durchsetzen können. Ein Umstand, der nach Meinung von Gemeinderat Andreas Apold (PFW) nicht verwunderlich sei, bei einem Projekt eines privaten Investors, der üblicherweise keine Fördermittel erhalte. Unter diesen Voraussetzungen könne man nicht davon ausgehen, das städtebauliche Maximum herauszuholen, bat Apold um Verständnis. Hoyer betonte daraufhin, sie habe das Projekt keinesfalls in schlechtem Licht darstellen, sondern nur auf die besondere städtebauliche Lage hinweisen wollen.

Walter Prochaska (UWL) sorgte sich dagegen darum, dass die Ausfahrt, respektive die Zufahrt Probleme bereiten könne. Er befürchtete gar ein „Eigentor“, das man sich im Falle einer Genehmigung schießen könne. Hoyer verwies auf die Überprüfung durch das Landratsamt.

Der Lärmschutz ist wohl noch zu prüfen

Gleiches gilt wohl auch für den Lärmschutz der künftigen Mieter. Die könnten nach Einschätzung von Jürgen Hauser nämlich Anstoß an der Gastwirtschaft, respektive am Lärm im Außenbereich nehmen. „Das ist richtig“, sagte Hoyer. Deshalb sei es auch notwendig, dass das Landratsamt die emissionsschutzrechtlichen Belange prüfe. Der Gemeinde oder der Gaststätte dürften keine Nachteile entstehen, forderte die Rathauschefin. Auch nicht in Bezug auf die Nutzung der Stellplätze. Wörtlich stellte sie fest: „Ansonsten sind wir natürlich darauf angewiesen, dass Mieter einziehen, die nicht per se ein Problem haben mit dem Biergarten.“ Christine Stein meinte im Scherz dazu: „Feierlustige Leute“. Jemand anderer befand: „Trinkfeste Mieter“. Alles Dinge, die man schlecht „als Grunddienstbarkeit“ eintragen könne, resümierte die Rathauschefin. Wie der Investor auf Anfrage zu verstehen gab, sind die geplanten Wohnungen für junge Familien und Senioren vorgesehen.

Spekulationen, dass das auf dem Grundstück womöglich so weitergehen könne mit dem Geschoßwohnungsbau und der Innenverdichtung wies der Antragsteller indes mit einer Bemerkung zurück: „So viel Geld haben wir gar nicht.“ Am Ende ging der Antrag ohne Gegenstimme durch.

Alexander Fischer

Rubriklistenbild: © dpa

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