Johann Heinrich fand in Langenbach seine letzte Ruhestätte.

Nachruf 

Langenbach trauert um den „Moasta-Hans“

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„Eine Gemeinde lebt mit und durch seine Organisationen.“ Das war zeitlebens die Philosophie von Johann Heinrich aus Langenbach, und so lange es ihm die Gesundheit erlaubte, lebte er diese Philosophie auch vor.

Langenbach – Am Donnerstag, 2. März, hat Johann Heinrich (80), der weit über Langenbach hinaus eigentlich nur „Moasta-Hans“ genannt wurde, seine Augen für immer geschlossen. Am Dienstag fand er auf dem Friedhof Langenbach seine letzte Ruhestätte – unter großer Anteilnahme vieler Gemeindebürger.

Bis zu seinem Schlaganfall 1999 war Johann Heinrich stets ein Mann der Öffentlichkeit. Er war CSU-Gemeinderat und Gründungsmitglied bei vielen Vereinen – so gehörte er dem Sportverein an, dessen 60-jähriges Jubiläum er in diesem Jahr nicht mehr erleben darf. Er war beim Männerchor, dem Krieger- und Reservistenverein, bei der Freiwilligen Feuerwehr, und die Immergrün-Schützen hatten ihn längst zum Ehrenmitglied ernannt.

Und es war sein Selbstverständnis von Gemeinsinn, dass er den Vereinen aus Langenbach vorübergehend eine Unterkunft in seiner mit Weitblick Ende der 1980er Jahre gebauten „Moasta“-Halle in der Dorfstraße gab, als diese wegen der Schließung des Gasthofs Alter Wirt sozusagen „heimatlos“ geworden waren. Alle hat er aufgenommen – und keine der Organisationen musste je einen Pfennig Saalmiete zahlen. Ob die Laienspieler, der Katholische Frauenbund, die Feuerwehr, als Start- und Zielunterkunft bei den Internationalen Wandertagen in Langenbach oder als Quartier für die Wagenaufbauten des Vaschingsfereins, dessen Motor er selbst über viele Jahre gewesen war – der „Moasta-Hans“ unterstützte sie alle bedingungslos.

1998 erfüllte sich Johann Heinrich noch den Traum von einer eigenen Hofbrauerei, wo es sogar echtes Langenbacher Bier gab. Denn das Handwerk des Bierbrauens beherrschte der am 14. August 1936 beim „Myrth zu Langenbach“ das Licht der Welt erblickt hatte. Schließlich hatte der gelernte Landwirt auch eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer in der Schlossbrauerei Haag gemacht und nachdem diese geschlossen worden war, im Hofbrauhaus Freising bis zu seinem Vorruhestand 1994 gearbeitet.

Von seiner Liebe und Verbundenheit zur Landwirtschaft zeugt ein außergewöhnliches Privat-Museum im Speicher über der Scheune auf dem Hof an der Dorfstraße, den er 2015 seinem Sohn Hansi überschrieben hat. Viele Jahre hatte Johann Heinrich dort alte Wagen und bäuerliche Utensilien von einst zusammengetragen, ein Schatz, der auch der Nachwelt erhalten bleibt.

Er selbst konnte die Raritäten aus gesundheitlichen Gründen schon viele Jahre nicht mehr selbst in Augenschein nehmen. Die vielen Operationen und Klinik-Aufenthalte ließen das nicht mehr zu. Mehr als ein Jahrzehnt war er auf die Pflege seiner Frau Elfi angewiesen, die diese Aufgabe „für mein’ Mo“, mit dem sie fast 37 Jahre verheiratet war, auf bewundernswerte Art meisterte.

Nun ist Johann Heinrich erlöst worden. Um ihren Vater trauern die Söhne Hansi mit seiner Julia und Korbinian mit seiner Jeannette sowie Tochter Alexandra mit Schwiegersohn Bernhard und die beiden Enkel Marie und Raphael, die stets sein ganzer Stolz gewesen waren.

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