Das Temperament Spaniens auf der Haager Sommerkonzert-Bühne: Die Formation „Brisa Caliente bel sur“ mit dem Haager Gitarristen Eckhard Kurth. Foto: Riedel

Laue Sommernacht mit heißen Rhythmen

Haag - Einfach dasitzen und sich berieseln lassen, das konnten die Gäste des Sommerkonzerts am Haager Baggerweiher nicht. Zu mitreißend waren die Rhythmen.

Latin und Flamenco stand auf dem Programm des 3. Sommerkonzertes am Haager Baggerweiher, das am Freitagabend bei hochsommerlichen Temperaturen über die See-Bühne ging. Der Kulturverein rief - und halb Haag kam, stand und saß wippend, klatschend und stampfend dicht gedrängt auf der kleinen Halbinsel vor der eigens aufgerichteten Holzbühne direkt am See und genoss die gewaltige Wirkung dieser eindrucksstarken Musik.

Den heißen Wind aus dem Süden Spaniens, die Geschichten von Menschen und Mythen brachte die Formation „Brisa Caliente Del Sur“ mit ihrer Musik, gekennzeichnet durch raschen Wechsel von freiem und straffen Rhythmus, eindrucksvoll zu Gehör. Den Auftakt bildete das Solostück „Farruca“ - ein sogenannter Bauerntanz - des Haager Gitarristen Eckhard Kurth. Danach tanzte Birgit Goedde gekonnt die „Fandangos de Huelva“ und Claudia Asensio Paniagua lud mit ihrem Song „Guajira“ zu einer musikalischen Reise durch Andalusien und Südspanien ein. Eindringlich und mit erfrischender Tiefe bewegten die Klänge und Tänze der Flamenco-Musik - fast wie auf den Plazas von Sevilla oder die Barrios von Jerez - an diesem heißen Abend das Haager Publikum. Im zweiten Teil des Freiluft-Konzertes glänzte die Gruppe „Nene y los Cabronatas“ mit hoch virtuosen Musikern und entwaffnender Musikalität. Mit herzerfrischender Spielfreude brachten die jungen Musiker brasilianisches Feuer, lateinamerikanischen Groove und die Schärfe des New Yorker Jazz an den Haager Badeweiher, wobei nicht zuletzt die Fülle und Dichte des Gesanges von Irene Bock beitrug, als sie das Wasser des März besang und die Geschichte der einsamen Frau oder das Abschiedslied „Adios“ mit einem Wunder an Klarheit und Lebendigkeit interpretierte.

Bei den New Yorker Jazz Impressionen „Take five“ von Dave Brubeck entwickelten Gerhard Wagner am Saxophon, Bernd Huber an der E-Gitarre und Andi Kutschera am rockig disponierten Schlagzeug mit ihren Solo-Auftritten leuchtende Klangbilder mit betörendem Farbenreichtum. Bernhard Huber und Ludwig Klöckner schufen stringenden Saitensound und korrespondierten mit dem Saxophon und der Querflöte von Gerhard Wagner. Genaues Hinhören war Pflicht, nicht nur für die Musiker, sondern gleichzeitig auch für die Zuhörer, um die technischen Finessen der beiden Musik-Gruppen genießen zu können.

Passend zu den fesselnden Latin-, Jazz- und Blues-Darbietungen servierten die Mitglieder des Haager Kulturvereins den Gästen scharfe, kühlende und prickelnde Getränke sowie Speisen für die heiße Musik-Sommernacht am Weiher, die erst zu später Stunde mit einem zünftigen Lagerfeuer beendet wurde.

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