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Jede Sekunde zählte, als Karl-Heinz Zenker vor Mallorca die Frau aus den Fluten rettete.

Karl-Heinz Zenker bekommt die Bayerische Rettungsmedaille 

Lebensretter aus Hallbergmoos: Er rettete eine Frau vor dem Ertrinken

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Ministerpräsident Horst Seehofer wird am Mittwoch 65 Personen die Bayerische Rettungsmedaille verleihen – auch Karl-Heinz Zenker aus Hallbergmoos darf sich eine ans Revers heften. Der Grund: Er hat im Oktober 2014 eine Frau vor Mallorca vor dem Ertrinken gerettet.

Hallbergmoos/Mallorca – Es ist der 6. Oktober, Karl-Heinz Zenker ist mit seiner Frau, die an Multipler Sklerose leidet, und einer Reisegruppe der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) auf Mallorca im Urlaub. Die Sonne strahlt und spiegelt sich im klaren Meer. Die Gruppe will baden gehen – einige der Erkrankten brauchen dabei aber Hilfe. Also unterstützt man sich gegenseitig, auch Zenker bringt einige Leute ins Wasser. Eine der Damen ist trotz MS eine gute Schwimmerin – „im Wasser ist sie fit“, sagt Zenker –, und paddelt auf dem Rücken auf das Meer hinaus. Nach 20 Minuten vermisst sie ihr Ehemann aber – sie ist weder am Strand noch im Wasser zu sehen. Dann entdeckt einer der Reiseteilnehmer weit entfernt auf dem offenen Meer eine Gestalt, vom Strand aus kaum erkennbar. Karl-Heinz Zenker zögert nicht lange: Er springt ins Wasser und schwimmt hinaus. Das Kraulen beherrscht er nicht, im Bruststil gibt er aber Gas. „Je näher ich gekommen bin, desto klarer wurde mir, dass das die Frau war“, sagt er heute. Als er bei ihr ankommt, zählt jede Sekunde: Sie hat schon viel Wasser geschluckt, hat beim Rückwärtspaddeln und leichtem Wellengang die Orientierung verloren. Rund hundert Meter sind die beiden nun vom Strand entfernt.

„Ich wollte sie unter den Achseln packen, wie man das früher beim Rettungsschwimmen gelernt hat“, erklärt Zenker. Doch das funktioniert nicht – die Frau ist zu sehr in Bewegung. „Irgendwie habe ich sie dann an einem Arm genommen und versucht, mit ihr in Richtung Strand zu schwimmen.“ Nebenbei will er den Rettungsschwimmer am Ufer auf sich aufmerksam machen – doch der sieht das zaghafte Winken Zenkers nicht. Erst als der Hallbergmooser entkräftet in den Bereich kommt, in dem man wieder stehen kann, kommt aus der Reisegruppe Hilfe – und schließlich auch der Rettungsschwimmer, der die Situation endlich bemerkt.

Die Frau übersteht alles mit einer tüchtigen Portion Glück unbeschadet. Trotzdem hat sie viel Wasser geschluckt und muss drei Tage im Krankenhaus auf Mallorca bleiben. Die Reisegruppe der DMSG ist in der Zwischenzeit wieder auf dem Heimweg – kurz danach dürfen auch die gerettete Frau und ihr Mann nach Hause.

Karl-Heinz Zenker bekommt für sein heldenhaftes Eingreifen am Mittwoch in München von Ministerpräsident Horst Seehofer die Bayerische Rettungsmedaille verliehen. Er und 64 andere haben Leben gerettet – unter Einsatz des eigenen. Im Antiquarium der Münchner Residenz wird Zenker mit Gattin und Kind vertreten sein.

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