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Die „Motorrad-Polizei“ aus dem Landkreis: Riley Woods (l.) und Stefan Riedl fahren die selbe Maschine – eine Harley Davidson Road King. Und natürlich gehört das richtige Uniform-Outfit bei Präsentationen mit dazu.

Leidenschaft für US-Polizeifahrzeuge 

US-Trooper auf Bayerns Straßen

Wer kennt sie nicht, die charakteristischen Sirenen der amerikanischen Polizeifahrzeuge? Drei urbayerische Männer finden die Autos und Motorräder so faszinierend, dass sie nun ihren persönlichen amerikanischen Traum leben: Stefan Riedl, Riley Woods und Dominic Schreiegg „patrouillieren“ als Bavarian Highway Patrol auf Bayerns Straßen.

Landkreis – Auf Stefan Riedls Brust prangt stolz das Zeichen der „California Highway Patrol“. Zusammen mit zwei Spezln hat er eine Leidenschaft für alte Polizeifahrzeuge aus den USA entwickelt – und zu dritt knattern sie als „Bavarian Highway Patrol“ durch den Freistaat.

„Das Ganze ist eigentlich durch Zufall entstanden“, erzählt Riedl. 2014 habe er nach einem Motorrad gesucht – und ist prompt auf ein ausrangiertes Exemplar eines Police Departments in der Nähe von San Francisco gestoßen. Klar: Sirenen und Blaulicht sowie die ganzen polizeilichen Gerätschaften – wie beispielsweise ein Funkgerät – waren nicht mehr dabei. „Wenn die Maschinen ausgemustert werden, rüsten sie sie zurück“, sagt Riedl. Heißt: Man bekommt das „nackte“ Motorrad, aber nicht mehr.

In der Westernstadt Pullman City bei Eging am See hatte die BHP schon mehrere Auftritte.

Sobald der Freisinger sein Bike hatte, dachte er sich: „Warum sollte man das eigentlich nicht wieder in ein Polizeimotorrad verwandeln?“ Und so begann eine kleine Odyssee: Von der Recherche, welche Teile so ein Gefährt benötigt, bis zur Bestellung und zum letztlichen Einbau dauerte es rund ein halbes Jahr. „Das war schon ein Winterprojekt“, sagt Riedl. Vieles erhält man – logischerweise – nur in den USA.

Sogar ein Logo haben sich die drei „Trooper“ anfertigen lassen.

Als das Motorrad, eine Harley Davidson Road King, dann endlich fertig war, machte sich Riedl auf die Suche nach Gleichgesinnten – und wurde bei Dominic Schreiegg aus Stockheim und Riley Woods aus Mauern fündig. Woods hat sogar dieselbe Maschine wie Riedl und Schreiegg komplettiert das Trio mit einem Ford Crown Victoria P71.

Der Mann im Auto: Dominic Schreiegg fährt seinen Ford Crown Victoria P71 – inklusive Sirenen- und Blaulicht-Anlage.

Die drei hatte der US-Police-Virus gepackt – und sie machten sich daran, mehr über ihre Gefährte herauszufinden. Als Riedl die Geschichte seines Motorrads zurückverfolgte, stieß er auf das Police Department in San Leandro in der Nähe von San Francisco. Bis 2005 sei sein Gefährt, Baujahr 1998, im Dienst gewesen. Anhand der Fahrgestellnummer konnten die Polizisten vor Ort das leicht nachprüfen. Doch was war geschehen? Bei seiner Recherche stellte der Freisinger fest, dass es nicht normale Umstände waren, unter denen das Motorrad ausgemustert wurde. Der Polizist, dessen Dienstfahrzeug es gewesen ist, sei „bei einem Einsatz ums Leben gekommen“, erzählt Riedl. Jahre später fand die Maschine dann den Weg nach Freising.

Riley Woods hat noch nicht herausgefunden, wann genau und warum sein Gefährt außer Dienst gestellt wurde. Die Harley Davidson wurde erst im Jahr 2013 gebaut. Da rankt sich noch ein Rätsel um die Geschichte. Weniger aufregend ist die Historie des Autos: Das wurde einfach unter normalen Umständen ausgemustert, weil es zu lange im Dienst war.

Übrigens: Befugnisse hat die Bavarian Highway Patrol natürlich keine. Auch, wenn Stefan Riedl als THW-Aktiver ab und zu das Blaulicht anstellten muss, ist es ihm hingegen auf dem Motorrad ohne Genehmigung strengstens verboten.

Stichwort: Blaulicht-Missbrauch. „Die echten Polizisten sehen uns generell aber ganz entspannt“, sagt Riedl. Bei einem Treffen in Erding kam ein Beamter, der hauptsächlich mit dem Motorrad seinen Dienst leistet, auf ihn zu – und fragte, ob er die Polizei-Harley denn mal fahren dürfe. Nach einem kleinen „Ausritt“ wollte er die Maschine gar nicht mehr abgeben, erzählt Riedl und lacht.

Die Bavarian Highway Patrol hat auch noch Platz für weitere Mitglieder. „Wenn jemand ein Original-Fahrzeug hat, darf er uns gerne ansprechen.“ Denn: „Wir möchten nicht die Einzigen bleiben.“

Gut zu wissen

Wer sich für die BHP interessiert, erhält auf ihrer Facebookseite „Bavarian Highway Patrol“ weitere Informationen. Dort kann man sie auch bei Interesse kontaktieren – oder man schickt eine E-Mail                                                                an bavarian.highway.patrol@gmx.de.

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