Literarische Performance in der Freisinger Stadtbibliothek

Freising - Mit Büchern, die 1933 von den Nationalsozialisten verbrannt worden waren, beschäftigte sich eine Performance in der Freisinger Stadtbibliothek. Der Titel hieß "Die Worten leben".

Als am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz und 21 anderen deutschen Städten Bücher verbrannt wurden, verbrannte nicht einfach nur Papier, sondern auch die Freiheit der Worte und Gedanken. Viele Werke großer deutscher Schriftsteller und Publizisten sind Opfer der nationalsozialistischen Diktatur geworden.

Die mutigen Gedanken dieser Autoren haben Sylvia Bantle, Tina Reuther und Friedemann von Rechenberg wieder zum Leben erweckt. Mit einer eindrucksvollen Performance unter dem Titel „Die Worte leben“ begeisterten sie am Freitagabend das Publikum in der Freisinger Stadtbibliothek. Vor acht Jahren hat sich die Münchner Schriftstellerin und Filmemacherin Sylvie Bantle auf eine „Zeitenreise“ begeben. Nach der Begegnung mit dem Gräfelfinger Kaufmann Georg Salzmann, der Literatur aus aller Welt gesammelt hat, die der Verbrennung entgangen ist, war sie von der „Zeitlosigkeit“ dieser Werke fasziniert. Spontan entstand die Idee, ein literarisches, künstlerisches Projekt aufzubauen. Der Name: Brandloch.

Mit Tönen und Texten holten die drei Performance-Künstler in der Freisinger Stadtbibliothek Lyrisches „aus dem Feuer“. Erich Kästner, Kurt Tucholsky oder Walter Mehring sind Namen, die dem Literaturfreund geläufig sind. Doch wie ist es mit den Journalistinnen Charlotte Beradt, Elisabeth Castonier, Hermynia zur Mühlen oder Maria Leitner? Ihre Wirkungsgeschichte war mit der Bücherverbrennung 1933 beendet.

Die Journalistin Charlotte Beradt hat Träume gesammelt: „Alpträume“ aufgeschrieben und publiziert zum Protest gegen das Nazi-Regime. Sylvie Bantle und die Münchner Lyrik-Performance-Künstlerin Tina Reuther haben die Schönheit dieser Texte feinsinnig in Gestik und Mimik umgesetzt. (mam)

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