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100 geladene Gäste feierten mit den Freien Wählern am Freitagabend den 50. Geburtstag der Partei in der Parkwirtschaft.

Jubiläumsfeier mit 100 geladenen Gästen

Lob für Freie Wähler Hallbergmoos: „Seit 50 Jahren seid ihr die Kümmerer“

Hallbergmoos - Seit 50 Jahren gibt es den Ortsverband der Freien Wähler Hallbergmoos-Goldach. Bundes- und Landesvorsitzender Hubert Aiwanger lobte die Parteifreien als „Brückenbauer zwischen den ideologischen Blöcken“, die tief im Heimatboden verwurzelt sind.

HallbergmoosIn der Moosgemeinde hat der FW-Ortsverband im Jahr 1966 Wurzeln geschlagen – damals als lose Vereinigung, seit 1987 als eingetragener Verein – und die Politik über weite Strecken geprägt. Für die FW haben die Bürgermeister Ludwig Gruber, Manfred Pointner und Klaus Stallmeister 48 Jahre (1966 bis 2014) lang im Rathaus die Regie geführt – und maßgeblich an der Entwicklung vom landwirtschaftlich geprägten Dorf mit 1700 Einwohnern zur Wohlstandsgemeinde mit heute rund 11 550 Einwohnern mitgewirkt. „Seit 50 Jahren seid ihr die Kümmerer“, lobte der Freisinger FW-Landtagsabgeordnete Benno Zierer. Auf die „harmonische, überfraktionelle Zusammenarbeit“ in Hallbergmoos blicke er vom Landtag aus durchaus mit ein wenig Neid.

Hohe Auszeichnung: Die Ehrennadel in Platin erhielten Erwin Gebhard (2. v. l.) und Werner Groth (2. v. r) von Josef Fischer (l.) und Landeschef Hubert Aiwanger.

Anerkennung zollte auch MdL Florian Streibl: „50 Jahre in kommunalpolitischer Verantwortung: Das ist schon eine Hausnummer.“ Er hob hervor, dass die Kommunalpolitik „die Wurzel der Politik“ sei – mit dem Menschen im Mittelpunkt und auf Basis eines Wertegerüsts. Viel Herzblut, Engagement und Emotionen seien damit verbunden – „und der Mut, Dinge anzupacken.“

Hubert Aiwanger, Bundes- und Landesvorsitzender der Freien Wähler, unterstrich in seiner Festrede die Grundwerte der Freien Wähler: „Die Bevölkerung stellt sich doch immer mehr die Frage, ob die Politik den Bürgerwillen überhaupt noch wahrnimmt.“ Der Mensch und ein sorgsamer Umgang mit der Heimat, so sein Credo, müssten indes im Mittelpunkt allen politischen Handelns stehen. Bayern müsse man mit Fingerspitzengefühl bewirtschaften – real wie politisch. Deshalb formulieren die FW ein deutliches „Nein“ zu CETA, der Schließung von Schulstandorten und dem Bau der 3. Startbahn. „Wir kämpfen gegen Größenwahn, der die Heimat beerdigt“, so Aiwanger. Und: „Wie lange wollen die über die dritte Startbahn noch abstimmen lassen? Bis das Ergebnis endlich passt?“

Hoher Besuch: FW-Ortschef Josef Fischer (l.) begrüßte Bundes- und Landeschef Hubert Aiwanger bei der 50-Jahr-Feier als Festredner.

Dass die Freien Wähler bei der Kommunalwahl 2014 den Chefsessel an Harald Reents (CSU) abgeben mussten – halb so schlimm, wie Aiwanger fand. Man sitze ja – mit dem 3. Bürgermeister Josef Fischer und der zweitstärksten Fraktion – „knapp daneben“. „Eine gute Kultur des Miteinanders“ attestierte auch der Bürgermeister den Freien Wählern. Reents hatte den CSU-Parteitag in München sogar vorzeitig verlassen, um an der FW-Feier – wie auch Gemeinderäte anderer Fraktionen – teilzunehmen.

Dass es um die Freien Wähler ruhiger geworden ist und auch die Mitgliederzahlen (90) sinken, lässt sich nicht verhehlen. Georg Schu sieht die Zukunft dennoch optimistisch: Er trat dem Eindruck entgegen, „dass es heute um die Freien Wähler nicht so gut steht“. Man werde, so Schu zuversichtlich, bald wieder zu alter Stärke zurückfinden.

Eva Oestereich

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