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Luthers Leben mal anders

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Der Funke sprang über: Gunter Roths (l.) Singspiel kam beim Publikum gut an. Foto: Gleixner
Der Funke sprang über: Gunter Roths (l.) Singspiel kam beim Publikum gut an. Foto: Gleixner

Freising - Martin Luther erzählt, und das Volk singt. Dank Gunter Roth wurde die Reformation am Samstag zu einem Musical. Und alle machten mit.

Kindgerecht, aber nicht kindisch, lehrreich, aber nicht belehrend. Gunter Roths Singspiel über Martin Luther, das am Samstag im evangelischen Gemeindesaal an der Saarstraße uraufgeführt wurde, darf als gelungener Beitrag zur Luther-Dekade und das Jahr 2012 unter dem Motto „Reformation und Musik“ gewertet werden. Der so wichtige Funke, damit aus dem Singspiel auch wirklich ein Abend zum Mitmachen, Mitsingen und Mitklatschen wurde, sprang ganz schnell über. Die Kinder vorne auf dem Boden und die Erwachsenen auf den Stühlen dahinter waren von der ersten Minute an mit von der Partie.

Verantwortlich dafür, dass „Martin Luther - Geschichten und Lieder aus seinem Leben“ wirklich ein Ereignis für die ganze Familie wurde, waren vor allem die Lieder und Songs, die von Roth als Sänger, Gitarrist Karl-Heinz Schneider und Pianist Karl Hubel beschwingt vorgetragen wurden. Mal fröhliche, eingängige Melodien, deren Refrains zum Mitsingen per Tageslichtprojektor an die Wand geworfen wurden, mal ruhige, nachdenkliche Songs, dazwischen auch gerne mal ein „Sag mir, was?“-Rap - musikalisch abwechslungsreich war das Musical auch.

Eingebettet waren die Lieder in die Lebensgeschichte Martin Luthers, die als Ich-Erzählung daherkam. Roth als Luther, der von den wichtigsten Stationen seines Lebens erzählt, Schneider und Hubel als andere wichtige Personen für die Vita Luthers und die Reformation - es war ein ansprechendes, durchdachtes Konzept, das da locker-flockig und ohne den berüchtigten erhobenen Zeigefinger präsentiert wurde.

Besonders gelungen war beispielsweise die Gauklerszene, bei der zwei Kinder in die Rolle von Bürgern schlüpfen durften beziehungsweise dem Publikum mit hochgehaltenen Schildern anzeigten, welche Antworten es im Kollektiv zu geben habe: „Ja“ oder „Ich auch“ rief das Publikum begeistert und trug so zum Fortgang der Geschichte bei. Luthers Leben und die Reformation eben mal anders: frisch, integrierend und durchaus einprägsam - vor allem für Kinder. (zz)

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