Die Band Luz Amoi beim digitalen Neujahrskonzert.
+
Außergewöhnlich, anders: Luz Amoi bewiesen bei ihrem digitalen Neujahrskonzert einmal mehr, wie einfühlsam die Formation sich in die Herzen der Zuhörer spielt. 

Zwischen Sehnsuchtsballaden und Instrumental-Perlen

Luz Amoi im eigenen Wohnzimmer: Digital und einfühlsam

Das digitale Konzert der Band Luz Amoi war ein verspätetes Silvesterfeuerwerk mit musikalischem Knall-Effekt: zwischen Sehnsuchtsballaden und Instrumental-Perlen.

Moosburg – Deutlich berührt fasste Stefan Pellmaier die wunderbare Stimmung des digitalen Neujahrskonzerts von Luz Amoi zusammen: „Man spürt Euch daheim!“ Mit ihrem jüngsten Aufritt von knappen zwei Stunden bewies die Formation erneut ihre inzwischen erreichte Weltklasse zwischen Volksmusik, Gypsy-Jazz-Sound und Weltmusik.

Luz Amoi liefert auch digital perfekt ab

Um es kurz zu machen: Das digitale Konzert von Luz Amoi war ein verspätetes Silvesterfeuerwerk mit musikalischem Knall-Effekt. Zwar kann das Programm „Für Berta“ inzwischen getrost als bekannt vorausgesetzt werden, dennoch überzeugt es beinahe als Best-of der Band: Die Songs passen perfekt in der Reihenfolge zwischen Sehnsuchtsballaden und Instrumental-Perlen. Der musikalische Bogen spannt sich derart galant, dass dieses Programm im Grunde nie langweilig werden kann – auch vor allem aufgrund der hohen Virtuosität jedes einzelnen Band-Mitglieds. Hier sind Musiker am Werk, die mit Herz und Seele spielen und damit einen Hallertauer-Soundtrack erfunden haben – oder anderes gesagt, es gibt ihn, diesen ganz speziellen Luz Amoi-Sound. Es ist jener Klang, der lose an Hubert von Goisern erinnert, aber sich wiederum dennoch ganz deutlich abgrenzt: In den klanglichen Hommage-Schatten sind nämlich viele andere ebenso zu finden – ein Roider Jackl, wie ein Django Reinhard oder ein Paul Simon. Eben Weltmusik im besten Sinne.

Applaus vergangener Luz Amoi-Konzerte eingespielt

Was noch äußerst positiv auffiel: Der Neujahrsauftritt war nicht nur ein einfaches digital übertragenes Konzert, sondern Luz Amoi hat es begriffen, wie Streaming-Konzerte perfekt funktionieren können, ohne künstlich zu wirken. „Das sind alte Luz Amoi-Applause“, gab Pellmaier bekannt, als überraschenderweise das erste Klatschen zu hören war. Perfekt getimt nach jedem Song entstand durch diesen Applaus aus der Konserve keine Stille, sondern eine warme Atmosphäre – geradeso, als würde man tatsächlich in der Moosburger Stadthalle sitzen. Ebenso ein genialer Schachzug der Band: Eine Chat-Funktion, die es Zuschauern dann doch erlaubte, live dabei zu sein und die für Wünsche und Nachrichten rege genutzt wurde. Beinahe erinnerte das Luz Amoi-Konzert an eine penibel durchdachte Silvester-Gala – auch weil die Kamera-Führung eben nicht statisch war, sondern durch beispielsweise einer Steadi-Cam und Regie lebendig wurde. Grandios auch Pellmaiers Talent als Conférencier: So durchbrach er das Konzert für fotografische Rückblenden zum 15jährigen Band-Jubiläum oder zur Vorstellung der Luz Amoi-Bandfamilie.

Applaus vergangener Auftritte wurde beim digitalen Konzert eingespielt. Es herrschte eine schöne Atmosphäre. 

Zwar gab es weder ein Ruckeln bei der Bildübertragung, noch eine einzige Tonstörung – dafür aber ließ das Telefon des Tour-Managers heiß. Grund: Die Kult-Formation hat sich etwas Besonderes einfallen lassen. Zum ihrem Walzer „Märzenschnee“ sollten Zuschauer ein Tanz-Video aus den eigenen vier Wänden hochladen und später den schönsten Luz Amoi-Moment formulieren, was sie dann auch fleißig taten. „Ich komm mir vor wie im ARD-Studio“, kokettierte Johannes „Häns“ Czernik. Aufgegangen ist ihr Streaming-Konzept auf ganzer Linie: Laut Czernik haben 800 bis 1000 Leute ihre Show von Zuhause aus verfolgt. Zahlreiche Kommentare wie „A Dahoam im Wohnzimmer ein Hochgenuss“ bestätigten, dass digitale Konzerte durchaus ein Erlebnis sein können. Oder wie es Pellmaier formulierte: „Es ist ein gemeinsamer Abend!“

Richard Lorenz

Lesen Sie auch: Narrhalla Moosburg will den Fasching nach Hause holen.

Auch interessant

Kommentare