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„Mal was Pfiffiges“ - Asam-Innenhof soll ein Glasdach bekommen

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Noch kein Blickfang: Der Asam-Innenhof soll aber bald eine gläserne Überdachung bekommen. Foto: Lehmann
Noch kein Blickfang: Der Asam-Innenhof soll aber bald eine gläserne Überdachung bekommen. Foto: Lehmann

Freising - Der Asamkomplex ist ein Sanierungsfall. Da sind sich die Freisinger Stadträte einig. Und seit Dienstag ist man sich in noch etwas einig: Man will ein Glasdach über dem Innenhof.

Die Besichtigung des Asamgebäudes am Dienstag im Schnelldurchlauf erlaubte dem Hauptausschuss einen Blick hinter die Fassaden. Bis zum Spätsommer soll ein grober Sanierungs- und Instandhaltungsplan erarbeitet werden, der verschiedene Standards und damit auch diverse Kostenschätzungen anbieten soll. Momentan sind Summen von 30 bis 50 Millionen Euro für das Mammutprojekt im Gespräch. Dann muss der Stadtrat entscheiden.

Eine wichtige Willensbekundung fand nun aber bereits im Hauptausschuss statt: Der Asam-Innenhof, bisher ein Parkplatz mit marodem Charme, soll im Rahmen der Sanierung überdacht und somit wetterfest gemacht werden. Und zwar, so die einhellige Meinung der Stadträte, mit einem Glasdach in rund 15 Metern Höhe und mit geschätzten Kosten von 1,1 Millionen Euro. Denn, so sprach Florian Notter (FSM) im Namen fast aller Stadträte: „Wir müssen weg von diesem biederen Dahinsanieren. Es muss mal was Pfiffiges sein.“ Wenn es keine neue Attraktion gebe, könne man dem Bürger die hohen Kosten für die Sanierung nur schlecht verkaufen, so Notters Credo.

Das Problem sind jedoch nicht die Kosten, sondern vor allem die Ablehnung dieser Überdachungsvariante mit Glasdach durch das Landesamt für Denkmalpflege und das damit einhergehende Risiko, Zuschüsse zu verlieren. Der Ausschuss beschloss deshalb, sich vor einer endgültigen Entscheidung bei einer Infofahrt solche überglasten Innenhöfe anzuschauen. Und die Verwaltung soll mit dem Denkmalamt Gespräche führen und versuchen, es als „Freund“ zu gewinnen und für die Maßnahme zu begeistern (Ulrich Vogl, ödp).

Drei andere von Architekt Anton Mang vorgeschlagene Varianten der Überdachung fielen bei den Stadträten jedoch sang- und klanglos durch: Neun vier Meter hohe, innen beleuchtbare Schirme (140 000 Euro) oder auch vier riesige, acht Meter hohe Schirme in Tulpenform für 650 000 Euro (allesamt im Winter abbaubar) sowie ein in zehn Metern Höhe elektronisch auszufahrendes Schiebedach aus hellem Textilstoff (780 000 Euro) ernteten meist harsche Ablehnung: Benno Zierer (FW) sprach sogar von einer „Vergewaltigung des Areals“. Maria Lintl (FSM), Anna Maria Sahlmüller (FDP) und Rosemarie Eberhard (Grüne) machten klar: „Glasdach oder gar nichts.“ Und auch Heidi Kammler (SPD) warnte ganz auf Notter-Linie: Wenn man so viel Geld für die Gesamtsanierung in die Hand nehme und dann Schirme im Innenhof aufstelle, wäre das „mal wieder typisch Freising“.

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