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Marktrat genehmigt Einrichtung: Aus der Wildnis wird ein Kindergarten

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Schaukelt das Kind: Christian Keller (mit Sohn Ludwig) ist bei seinen Plänen zum Waldkindergarten ein gutes Stück vorangekommen. foto: kn
Schaukelt das Kind: Christian Keller (mit Sohn Ludwig) ist bei seinen Plänen zum Waldkindergarten ein gutes Stück vorangekommen. foto: kn

Au/Hallertau - Die Chancen stehen sehr gut, dass Au einen Waldkindergarten bekommt. Zumindest hat der Marktrat den Antrag auf Vorbescheid von Christian Keller positiv beschieden.

Östlich des Bockerlwegs in Au, auf einem 5400 Quadratmeter großen Grundstück im Außenbereich, soll der Waldkindergarten entstehen. So zumindest sehen es die Pläne von Christian Keller vor. Am Dienstag nutzte der zweifache Familienvater rund eine Stunde lang die Chance, den Gemeinderat von seinem Vorhaben zu überzeugen. Auf dem eingezäunten Grundstück, das laut Bürgermeister Karl Ecker „bis vor kurzem noch verwildert war“, soll eine vier mal sechs Meter große Unterkunftshütte samt einem ebenso großen Vordach und ein vom Kindergarten landwirtschaftlich genutztes Nebengebäude mit einer Größe von fünf mal 20 Metern errichtet werden. Die verbleibende Fläche: ein Waldstück, eine Freifläche und ein Anbau-Bereich.

Gespielt, gewerkelt und gelernt wird „das ganze Jahr draußen und bei jedem Wetter“, erklärte Keller. Einzig bei Hagel, Schneebruch oder Sturm wird in eine Notunterkunft ausgewichen. „Aber das kommt nur drei- bis viermal im Jahr vor“, berichtete der 37-jährige Familienvater von Erfahrungen aus anderen Einrichtungen. Insgesamt bietet der Waldkindergarten Platz für 25 Mädchen und Buben, die von einer Erzieherin und einer Kinderpflegerin bis zu acht Stunden pro Tag betreut werden. Träger der Einrichtung ist der am 12. April 2014 gegründete Verein „HollLaTra“, dem Christian Keller vorsteht.

Dass das Konzept in der Bevölkerung gut ankommt, macht der Antragsteller an den Anmeldezahlen fest: Bereits jetzt haben elf Familien Interesse bekundet, sieben davon aus Au. Keller möchte zudem jeden Montag eine Waldspielgruppe einrichten und am Wochenende Veranstaltungen organisieren.

Kellers Idee als Ergänzung zu den zwei bestehenden Gemeindekindergärten gefiel den meisten Räten. Allerdings hatten die Bürgervertreter auch einige Anregungen. Klaus Stuhlreiter (GOL) und Heiner Barth (FWG) etwa ist es wichtig, dass der Pachtvertrag zwischen den beiden Grundstücksbesitzern und dem Verein langfristig abgeschlossen wird - „mindestens zehn Jahre“, forderte Barth. Martin Hellerbrand (CSU), der das „ehrgeizige Projekt super“ findet, sieht den Verkehr als „gravierendstes Problem“. Denn: Nicht zuletzt durch den viergruppigen Kindergarten Maria de la Paz in der Nachbarschaft und den beengten Straßenverhältnissen am Klosterberg „werden die Nachbarn schon stark strapaziert“. Doch Keller sicherte zu, dass man sich um eine vernünftige Lösung kümmern werde - sowohl was die Zufahrt über den Klosterberg und den Keltenweg als auch die Parkplätze auf dem Grundstück betrifft. Hans Sailer (FWG) wusste die Lösung für das Problem: „Die Eltern müssen motiviert werden, ihre Kinder mit dem Radl oder zu Fuß zu bringen“ - entsprechend dem Konzept. Einen Radweganschluss gebe es.

Finanziert werden soll die Einrichtung laut Keller über staatliche Förderungen, wie sie auch die anderen Kindergärten bekommen, über Besuchsgebühren, die etwas höher sind als normal, und über Mitgliedsbeiträge. Der Hygiene werde mit einem separaten Bereich für große und kleine Geschäfte sowie Naturseife, mitgebrachtem Wasser und Co. Rechnung getragen.

Dem Antrag auf Vorbescheid wurde zugestimmt, zumal die Gemeinde keine (finanziellen) Verpflichtungen hat, wie Martin Linseisen (CSU) betonte. Der Markt sicherte auch eine Notunterkunft für die Tage im Jahr zu, an denen ein Aufenthalt im Freien nicht möglich ist. Ob dies wie von Keller vorgeschlagen die Hopfenhalle sein wird, steht noch nicht fest.

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