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Späte Sühne: Einer der vier brutalen Räuber von Marzling wurde jetzt zu Gefängnis verurteilt.

Urteil am Landgericht Landshut

Brutaler Raub in Marzling: Sechs Jahre Haft für den Täter

Späte Sühne für einen brutalen Raub: Das Landgericht Landshut hat einen der Täter zu einer Gefängnisstrafe von sechs Jahren verurteilt. Die Opfer haben davon nichts mehr.

Marzling/Landshut – Späte Sühne für einen brutalen Raub: Das Landgericht Landshut hat einen der Täter, einen 41-Jährigen, zu einer Gefängnisstrafe von sechs Jahren verurteilt. Die drei Mittäter sind noch auf freiem Fuß. Seine Opfer, ein Marzlinger Landwirts-Ehepaar und ein Mitbewohner auf dem Hof, sind zwischenzeitlich verstorben.

Wie zum Prozessauftakt berichtet, war das Roma-Quartett am 24. Mai 2005 auf dem abgelegenen Anwesen der betagten Eheleute aufgetaucht – angeblich, um ein Kamerunschaf zu kaufen. Nachdem man sich über den Preis geeinigt hatte, und das Tier geschlachtet worden war, zeigten die Täter ihr wahres Gesicht. 

Täter fesseln Marzlinger Opfer - und schlagen sie

Die Landwirtseheleute wurden mit Seilen und Paketbändern gefesselt, der Mitbewohner mit einer Schreckschusspistole bedroht. Nachdem das Quartett die Wohnung erfolglos nach Geld durchforstete, wurden die drei Opfer mit Faustschlägen traktiert, und aus ihren Geldbörsen insgesamt 2500 Euro entwendet. Skurril: Einen in einer Art Speisekammer befindlichen Tresor, in dem sich 84 000 Euro befanden, hatten die Räuber übersehen, einen Stoffbeutel, in dem sich Goldbarren befanden, ebenfalls.

Die Ermittlungen verliefen zunächst im Sande, der Landwirt verstarb 2009 im Alter von 76 Jahren, seine Ehefrau 2013 im Alter von 79 Jahren. Auch der Mitbewohner, eine Art „Ziehsohn“, ist inzwischen tot. Aufgeflogen war der in Belgien lebende Serbe, seines Zeichens sechsfacher Familienvater, durch einen DNA-Abgleich nach einer weiteren Straftat. 

Brutaler Raub: DNA-Spur in Marzling führt zum Täter

Wegen Beihilfe zum schweren Raub wurde er von einem Aachener Gericht zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt und setzte sich dann ab, ohne seinen Bewährungsauflagen nachzukommen. Seine DNA-Probe fand sich auch am Tatort in Marzling.

Nach seiner Auslieferung landete er zunächst in Untersuchungshaft und dann auf der Anklagebank des Landgerichts, wo er über seinen Verteidiger Peter Nickel ein weitgehendes Geständnis ablegte, allerdings seine Rolle herunterspielte. Er sei lediglich an der Durchsuchung des Hauses beteiligt gewesen, habe aber nur zwei Schachteln Zigaretten gefunden. Mit der Fesselung und mit der Misshandlung der Opfer habe er nichts zu tun gehabt.

Richterin verurteilt Täter zu sechs Jahren Gefängnis

Die Strafkammer verhängte für den in Mittäterschaft begangenen schweren Raub eine Gefängnisstrafe von sechs Jahren. In der Urteilsbegründung stellte Richterin Inken Bouabe fest, dass das Geständnis des Angeklagten von erheblicher Bedeutung gewesen sei. In dessen Rahmen seien auch zwei bisher unbekannte Mittäter namhaft gemacht worden. Straferschwerend sei indes gewesen, dass man bei dem Raub die Arglosigkeit der Opfer rigoros ausgenutzt habe.

Aufsehen hat in Freising auch der Prozess gegen einen Jugendlichen erregt, der sich Schmähparolen und rechte Hetze zuschulden kommen ließ. Das Urteil hatte es in sich. Auch der Paddler-Prozess, der Neufahrn bewegt hat, ist zu Ende gegangen.

Walter Schöttl

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