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„CSU hängt am Gängelband“: Freie Wähler spucken große Töne Richtung Koalitionspartner

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Von: Andreas Beschorner

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die Freien Wähler Stephanie Pflügler, Rainer Schneider, Maria Scharlach, Sonja Kieslinger und Benno Zierer
Sind mit sich sehr zufrieden: (v. l.) die Freien Wähler Stephanie Pflügler, Rainer Schneider, Maria Scharlach, Sonja Kieslinger und Benno Zierer. © Lehmann

Reichlich Schelte für die Grünen und die CSU gibt es von den Freien Wählern im Landkreis Freising. Das Lob sparen sie für sich selbst auf.

Marzling – Die Freien Wähler im Landkreis Freising strotzen nur so vor Selbstbewusstsein. Bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung des Kreisverbands und der Kreisvereinigung gab es reichlich Schelte für die CSU und die Grünen und ganz viel Lob für die FW. Und ganz nebenbei wurden im Gasthaus Nagerl zu Marzling auch noch die Vorstände gewählt.

Kreisvorsitzende Maria Scharlach hielt sich in ihrem Bericht mit Selbstlob noch zurück: 121 Mitglieder zähle der Kreisverband derzeit, wegen der Corona-Lage seien die Aktivitäten in den vergangenen Monaten „nicht herausragend“ gewesen. Allerdings habe man, um die Außenwirkung der FW zu verstärken, einen Pressesprecher berufen: Karl Ecker, der ehemalige Bürgermeister von Au und Bundestagskandidat der FW 2021, kümmert sich künftig um die Pressearbeit. Ecker sei im Übrigen 2021 „der richtige Kandidat“ gewesen. „Du warst einfach Spitze“, lobte Scharlach und gab sich, was den Einzug der FW in den Bundestag angeht, kämpferisch: „Wir geben die Hoffnung nicht auf.“

Abgeordneter spricht vom „Zirkus in der Ukraine“

Und dann kam Benno Zierer, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der Kreisvereinigung. Die FW stünden für eine nachvollziehbare und vernünftige Politik, nicht für eine „emotionsgeladene und ideologiegesteuerte“. Gemeint waren die Grünen, die „am Anfang dicke Backen gemacht“ hätten, man sich jetzt aber nur anschauen müsse, „wo sie gelandet sind“. Hubert Aiwanger, der Chef der FW, vertrete hingegen seit Jahren eine Politik, „die jetzt wirkt“. Und sogar Markus Söder bewege sich auf die FW zu, behauptete Zierer. Man könne auch sagen, „die CSU hängt am Gängelband der Freien Wähler“.

Das Hohelied auf Aiwanger ging weiter: „Er wird gehört und er wird verstanden“, er sei „eine Koryphäe, wie es Bayern verdient hat“. Beispiel: Schon zu Beginn des „Zirkus in der Ukraine“ habe Aiwanger gefordert, das Akw in Ohu weiterlaufen zu lassen. Und auch in der Bewältigung der Corona-Pandemie seien die FW „der Gegenpol zu einem übereifrigen Ministerpräsidenten“ gewesen.

Für Schneider vertreten die FW das „soziale Gewissen Bayerns“

Schließlich noch die 3. Startbahn: Irgendwann werde man aufwachen und lesen, dass Söder den Flughafenausbau endgültig ad acta gelegt habe. Mit dem Moratorium im Koalitionsvertrag hätten die FW ja bereits „die Totenglocke“ für die Startbahn geläutet.

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Vize-Bezirkstagspräsident Rainer Schneider sagte, die FW „vertreten das soziale Gewissen Bayerns im Bezirk“. Über die „ideologisch verbrämten“ Grünen, die aus einer Friedensbewegung zu einer Partei zur Lieferung schwerer Waffen geworden seien, könne man „nur den Kopf schütteln“. Schneider warnte, dass, nachdem in Serbien die Visumspflicht gefallen sei, eine Flüchtlingswelle auf Deutschland zurollen werde, „deren Ausmaße wir uns nicht vorstellen können“.

Landrat wiederholt seinen Windrad-Appell

Das sah Landrat Helmut Petz ähnlich: Die Unterbringung von Flüchtlingen sei schon jetzt ein großes Thema, Kapazitäten für 300 Geflüchtete werde der Landkreis demnächst schaffen. Im Kreistag gebe es meist einstimmige Beschlüsse, berichtete Petz, meist werde lediglich bei Themen der „Symbolpolitik“ diskutiert. Ein anderes großes Thema: die Energiewende. Petz wiederholte seinen Appell, die Kommunen müssten die Planungen für Windräder jetzt selbst in die Hand nehmen.

Bei den Wahlen wurden die bisherigen Amtsträger bestätigt: Kreisvorsitzende bleibt Maria Scharlach, ihr Stellvertreter heißt wieder Rainer Schneider, Kassierin ist Sonja Kieslinger, Schriftführerin Stefanie Pflügler. An der Spitze der Kreisvereinigung steht weiterhin Benno Zierer, Scharlach ist seine Stellvertreterin, Kieslinger Kassierin und Pflügler Schriftführerin.

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