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Starkregen überschwemmt Stall: Zirkusfamilie Feraro bangt ums Überleben

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Von: Magdalena Höcherl, Helmut Hobmaier

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Mit vereinten Kräften: Die Feuerwehr Marzling rückte mit Schaufeln, Eimern und Tauchpumpen an, um das Wasser aus dem über 300 Quadratmeter großen Laufstall zu bringen. Auch die Familie Schmidt-Feraro half mit. © Feuerwehr Marzling

Erst Corona, jetzt das Unwetter: Die Zirkusfamilie Schmidt-Feraro muss ums Überleben bangen. Am Donnerstagabend wurde der Stall überschwemmt.

Riegerau – Fast hätte es den Circus Feraro, der wegen der Corona-Zwangspause immer noch im Quartier in Hirschau festhängt, am Donnerstagabend im Starkregen weggeschwemmt. Fast – wäre nicht blitzschnell die Feuerwehr zu Hilfe geeilt.

„Die Abwasserschächte quollen über“

Gegen 20 Uhr sei die Flut gekommen, schildert Direktor Hermann Schmidt. „Die Abwasserschächte quollen über und das Wasser lief in die Laufställe der Tiere. Das Futter wurde nass.“ Als der Regen immer stärker wurde, setzte Schmidt einen Notruf ab – „und innerhalb von nur fünf Minuten waren die Feuerwehren aus Eittingermoos und Marzling da“.

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Arbeiten dauern an: Während Hermann Schmidt am Freitagmorgen die letzten Reste der Überschwemmung beseitigt, führt Carlos Schmidt die Ponys wieder zurück in den Stall. © Lehmann

Die Einsatzkräfte machten sich sofort ans Werk: Sie versuchten, das Wasser abzupumpen, wegzukehren oder mit Schütten wegzutragen. „Wir haben verschiedene Methoden probiert“, erklärt Michael Wolfermann von der Marzlinger Feuerwehr. „Letztlich war es am effektivsten, das Wasser, das etwa fünf Zentimeter hoch stand, in Eimer zu schaufeln und es dann von dort abzupumpen.“ Nach gut zwei Stunden hatten die 40 Tiere – von der Ziege bis zum Meerschweinchen – wieder trockenen Boden.

Tiere „waren zu keiner Zeit in Gefahr“

„So einen Einsatz gibt es nicht alle Tage“, sagt Wolfermann. Trotzdem sei es relativ entspannt gewesen. „Auch die Tiere waren total ruhig.“ Er betont: „Sie waren zu keiner Zeit in Gefahr.“

Allein die Marzlinger waren mit 14 Kräften vor Ort. Sie hatten nicht nur einen Wassersauger, sondern auch mehrere Tauchpumpen im Einsatz, um den großen, über 300 Quadratmeter langen Laufstall „vom Wasser zu befreien“, wie es im Einsatzbericht heißt. Die Kameraden aus Langenbach, die eine Pumpe speziell für niedrigere Wasserpegel haben, mussten letztlich nicht mehr eingreifen.

Während Rettungsaktion: Frau bricht sich Rippen

Für die Zirkusfamilie ist jetzt jedoch längst nicht wieder alles gut: In der Hektik der Rettungsaktion rutschte Hermann Schmidts Frau aus und brach sich drei Rippen. „Dieses Jahr werden wir regelrecht vom Pech verfolgt“, sagt Schmidt. „Erst Corona – und jetzt das!“

Finanziell ist es um den Circus Feraro wegen des langen Vorstellungsverbots inzwischen sehr schlecht bestellt. Auch jetzt, nach den Lockerungen, ist die Lage schwierig: „Für uns als kleinen Familienzirkus ist es nahezu unmöglich, die strengen Hygieneauflagen bei Auftritten einzuhalten“, sagt Schmidt. Und selbst, wenn: „In Rosenheim, wo wir einige Gastspiele gehabt hätten, wurde für das gesamte Jahr alles abgesagt.“

Jetzt hofft Schmidt auf Gastspiele in Freising. Die Signale aus dem Rathaus seien gut, so der Direktor. Man sei dort sehr kooperativ. Noch verhindere aber der Markt, der bekanntlich in die Luitpoldanlage verlegt wurde, dass der Zirkus dort seine Zelte aufschlagen kann. Falls es klappt, will Schmidt ein Benefiz-Gastspiel geben – „für die Feuerwehr und alle, die uns bisher schon unterstützt haben“.  

Gut zu wissen

Wer dem Circus Feraro, der sein Quartier in Hirschau 1 hat, unter die Arme greifen will – sei es finanziell oder mit Futterspenden – , wendet sich an Herrmann Schmidt unter der Telefonnummer (01 60) 6 50 01 75.

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