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„Wenn jemand neue Ideen hat, her damit“: Marzlings künftiger Rathauschef blickt auf neue Arbeit

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Steigt voll ein: Marzlings neuer Bürgermeister Martin Ernst. © Lehmann

Er wird vom Zweiten zum Ersten Bürgermeister der Gemeinde Marzling: Martin Ernst blickt auf seinen Amtsantritt im Zeichen der Corona-Krise und die damit verbundenen Herausforderungen.

Marzling – Mit einem Stimmenanteil von 64,2 Prozent hat Martin Ernst die Stichwahl zum Bürgermeister in Marzling am 29. März für die CSU/Freie Wähler gewonnen. Er tritt damit die Nachfolge von Dieter Werner (Parteifreie Bürger) an, der zwölf Jahre Erster Bürgermeister war. Dass es auf dem Chefsessel um handfeste Arbeit geht, das hat der 54-jährige Sparkassenbetriebswirt schon wiederholt erfahren.

Ernst führt derzeit schon alle Geschäfte

Seit acht Jahren hat Ernst das Amt des Zweiten Bürgermeisters inne. Der Vertretungsfall für Werner war in den vergangenen Jahren mehrmals eingetreten, weil dieser im Krankenstand die Amtsgeschäfte hatte ruhen lassen müssen. Bereits seit 1. März sei er wieder als Stellvertreter in der Pflicht, erläutert Ernst gegenüber dem FT. Bis zum 1. Mai werde er die Geschäfte weiter führen. Dieter Werner befinde sich nämlich bereits im Urlaub.

Die Umstellung vom Zweiten zum Ersten Bürgermeister sei derzeit gar nicht so einfach. Die Corona-Krise habe zu schnellem Handeln gedrängt. „Darauf hätte ich liebend gerne verzichtet“, verrät Ernst. In der Stichwahl am 29. März hat er sich mit 64,2 Prozent der Wählerstimmen gegen Konkurrenten Thomas Sellmeir (SPD) durchgesetzt, der 35,8 Prozent auf sich vereinen hat können.

Keine persönlichen Glückwünsche

Persönliche Gratulationen habe es wegen der Vorsichtsmaßnahmen im Hinblick auf das Coronavirus nicht geben können. Dafür hätten ihn viele Glückwunsch-Schreiben auf Papier und über E-Mail erreicht. „Darüber habe ich mich sehr gefreut“, betont Ernst. Von den Mitarbeitern in der Verwaltung habe er in der Woche nach der Stichwahl große Unterstützung erfahren.

Obwohl Sachwissen und politisches Denken für Ernst durch seine langjährige kommunalpolitische Arbeit keine Fremdwörter sind und er nicht unvorbereitet in das Amt geht, habe ihn die aktuelle Situation vor Herausforderungen gestellt. Wegen der Corona-Krise mussten Kita und Hort, Spielplätze sowie der Marzlinger Wertstoffhof auf unbestimmte Zeit geschlossen werden.

Was auf die Gemeinde an Pflichtaufgaben in der Kinder- und Jugendbetreuung zukomme, das sei ihm wohl bewusst. Nach der Erweiterung des Gemeindekindergartens an der Freisinger Straße vor sechs Jahren werde weiterer Bedarf nicht abreißen. Allerdings müssten Investitionen in Zukunft genau überdacht werden. Wegen Corona werde man mit sinkenden Gewerbesteuereinnahmen konfrontiert sein. „Möglicherweise muss das eine oder andere auf die Warteliste gesetzt werden“, meint Ernst. Das würde auch den Fahrplan für den anstehenden Neubau der Isarbrücke oder den Neubau des Marzlinger Rathauses betreffen – beides Projekte, die hohe Priorität hätten.

Feuerwehrhaus-Fertigstellung kann noch dauern

Glücklicherweise sei die Planung für das Feuerwehrhaus am östlichen Rand von Marzling in „trockenen Tüchern“. Doch auch hier könne es in der aktuellen Situation zu Verzögerungen kommen. Notwendiges Material oder auch Personal könnte aufgrund der Reisebeschränkungen nicht nach Marzling kommen. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Fertigstellung des Feuerwehrhauses durchaus noch dauern kann“, betont Ernst.

Die „bunte“ Mischung im neuen Marzlinger Gemeinderat sieht der Bürgermeister positiv. „Mit sieben neuen Kollegen gibt es bestimmt interessante Diskussionen.“ Er freue sich darauf, diese sachbezogen zu behandeln. „Wenn jemand neue Ideen hat, her damit“, sagt der angehende Bürgermeister und lacht. Er sei keiner, der behaupte, dass er alles zu 100 Prozent richtig mache. An vorderster Stelle stehe er jedoch in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass es den Bürgern „trotz Corona“ gut gehe. „Mein Vorsatz ist, dass die nächsten Jahre so gut laufen wie bisher.“ 

Maria Martin

Die Grünen sind in Marzling zum ersten Mal mit einer eigenen Liste angetreten - und konnten richtig punkten. Stärkste Kraft bleibt aber CSU/FW.

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