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Führen die Stadtratsliste an: Franz Scholz, Richard Paukner, Bianca Csonka, Willem Lumley und Tobias Schreiber (v. l.). 

Kommunalwahl 2020

Freisinger AfD-Stadtratskandidat: „Die grüne Fraktion liegt sehr auf meiner Linie“

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Die AfD schickt in Freising keinen OB-Kandidaten ins Rennen. Dafür aber „mutige Kandidaten“ für den Stadtrat, auf die MdB Johannes Huber „sehr stolz“ ist, wie er am Sonntag im Gasthof Nagerl in Marzling betonte. 

Marzling Keinen Euro öffentlicher Gelder für das Abseits, das Geld lieber für Senioren ausgeben, den MVV im Stadtgebiet kostenlos stellen: Drei Forderungen, die der AfD-Listenführer für den Freisinger Stadtrat, Richard Paukner, an Sonntag bei der Aufstellungsversammlung in Marzling formulierte. Neun Stimmberechtigte waren im Gasthof Nagerl erschienen, um die Bewerber um einen Platz im Stadtrat zu küren. Einen Oberbürgermeister-Kandidaten wird die AfD allerdings nicht ins Rennen schicken.

AfD-Kandidat Paukner: Keine öffentlichen Gelder für das Abseits

Der 58-jährige Paukner, der derzeit bei einem Logistiker im Münchner Umland arbeitet, bezeichnete Kriegerverein, Traditionsverein und Bienen als seine Hobbys. Viele Entscheidungen des Stadtrats habe er nicht verstanden. Beispiel: „Die Kultkneipe in Neustift“. Er sei strikt dagegen, öffentliche Gelder in die Rettung eines Projekts zu stecken, „das nur Geld verschlingt“. Da solle man lieber etwas für die Senioren tun.

Die Westtangente bezeichnete Paukner als „Geschenk an den Flughafen“, kritisierte auch die Anbindung der B 301-Nordostumfahrung bei Marzling. Wenn man die Verkehrsprobleme in Freising lösen wolle, müsse man den MVV im Stadtgebiet kostenfrei anbieten.

Wenn er sich die Berichte aus dem Stadtrat so ansehe, dann stelle er fest, „dass die grüne Fraktion sehr auf meiner Linie liegt“. Er glaube auch nicht, dass die anderen Stadträte „so engstirnig sind, dass sie uns und unsere Anträge sabotieren“.

Platz 2 nimmt Bianca Csonka ein. Die 41-jährige „Teilzeit-Friseurin“ kandidiert auch für den Kreistag. „Ich liebe meine Stadt, Freising ist für mich alles“, so Csonka bei ihrer Vorstellung. „Ich interessiere mich sehr für Umweltsachen“, betonte sie, zudem laufe in der Freisinger Verkehrs- und Sozialpolitik „vieles falsch“. Außerdem sei die örtliche Verkehrspolitik „gegen die Geschäftsleute“ gerichtet.

Tobias Schreiber: Nach 20 Jahren bei der CSU jetzt AfD-Stadtratskandidat

Auf Platz 3 liest man den Namen eines Mannes, der über 20 Jahre lang CSU-Mitglied war, bis die in seinen Augen ihr „wertkonservatives Profil total verloren“ habe. Tobias Schreiber, ein Diplomverwaltungswirt, will im Stadtrat mit Kostenbewusstsein agieren. Freising sei „eine lebenswerte Stadt gewesen“, er wolle die Innenstadt beleben und den sozialen Wohnungsbau fördern. Freising brauche Sachvorschläge, Ideen und Visionen.

Der 37-jährige Willem Lumley steht auf Platz 4 und findet die Busverbindungen schlecht. Außerdem wisse er nicht, „wie man so ein Chaos in der Stadt anstellen kann.“ Die ersten Fünf komplettiert der AfD-Landratskandidat Franz Scholz (64), der den ÖPNV für Senioren kostenfrei stellen und bei der Verkehrsplanung so vorgehen will, dass nicht Brücken ohne Straßenanschluss in der Gegend herumstehen.

MdB Johannes Huber: „Stolz auf die mutigen Kandidaten“

Platz 6 bis 10 haben Regina Gomez, Martin Schulz, Henning Schuhmacher, MdB Johannes Huber, der „ stolz auf die mutigen Kandidaten“ ist, und Hartmut Neuling inne. Platz 11 bis 14 gehören Monika Egger, Elke Kleber, Thomas Kuchenbauer und Christian Graack.

Lesen Sie auch:Der Landratskandidat der FW sieht viele Baustellen. 

Alle Infos über die Kommunalwahl 2020 in allen Gemeinden finden Sie in unserem großen Überblicks-Artikel.

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Kommentare

Sarah-Michelle HeringAntwort
(3)(0)

Das passiert im ganzen Land und offenbar ist es so,dass für die selbsterklärten Guten keine Regeln mehr existieren. Wäre aber mein Kind von so einer Propaganda von ProAsyl betroffen,wäre ich sofort im Unterricht und würde die Infos richtig stellen.

Hubertus Stadler
(2)(0)

Drei Forderungen, die der AfD-Listenführer für den Freisinger Stadtrat, Richard Paukner, an Sonntag bei der Aufstellungsversammlung in Marzling formulierte. Neun Stimmberechtigte waren im Gasthof Nagerl erschienen, um die Bewerber um einen Platz im Stadtrat zu küren.

Die genaue Adresse dieses Gasthofs hätte man sich auch noch veröffentlichen können ...

chno
(8)(0)

Man darf davon ausgehen, dass der eine oder andere AfD-Kandidat in den einen oder anderen Rat einziehen wird.
Dann geht wieder dieses wunderbare "Kasperletheater" los, dass alle Fraktionen geschlossen gegen AfD-Anträge stimmen werden, auch wenn sie diese inhaltlich genau so gestellt hätten, nur und alleine deshalb, um Kontra zu geben. Und man wird Zeter und Mordio schreien, sollte die AfD beispielsweise für einen ANtrag der Grünen stimmen - weil man deren Stimme nicht haben will!
Nur sollte Kommunalpolitik mit all ihren Sachzwängen so nicht funktionieren.