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Lebenswertes Marzling – aber mit Tempo 30

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Das Bild zeigt das Hinweisbanner auf der Isarstraße in Marzling
Mit Hinweisbannern werden die Autofahrer gebeten, auf der Isarstraße das Tempo freiwillig zu reduzieren. Die Umsetzung von Tempo-30 in Marzling ist schwierig. Jetzt soll der Beitritt zur bundesweiten Initiative „Lebenswerte Städte und Gemeinden“ das ganze beflügeln. © Archiv: Martin

Die Gemeinde Marzling will der bundesweiten Initiative „Lebenswerte Städte und Gemeinden“ beitreten. Das wurde jüngst beschlossen und hat einen großen Effekt.

Marzling – 165 Städte und Gemeinden haben sich bereits der Initiative „Lebenswerte Städte und Gemeinden“ angeschlossen – unter anderem Freising, Neufahrn, Moosburg und Attenkirchen. Die zentrale Forderung der Initiative aus Leipzig: Die Kommunen sollen selbst über Tempo 30 innerorts entscheiden können. Damit möchte die Initiative eigentlich genau das durchsetzen, was sich die Marzlinger schon lange für ihre Isarstraße wünschen. Bei der jüngsten Gemeinderatsitzung am Donnerstag gab deshalb das Gremium auch schnell grünes Licht zur Beitrittsbekundung.

Der Antrag

Der Antrag zum Beitritt sei laut Bürgermeister Martin Ernst (CSU/FW) aus der Mitte des Gemeinderates gekommen. Heißt im Klartext: Die meisten der Räte haben auf dem Antrag unterschrieben. Auch Haag habe sich laut Rathaus-Chef kürzlich der Initiative angeschlossen. Weitere Gemeinden aus dem näheren Umland seien bereits mit an Bord. Die Hauptforderung der Initiative „Lebenswerte Städte und Gemeinden“ ist klar definiert: Tempo 30 in den Gemeinden und Städten soll autark geregelt werden und sich damit abkoppeln vom aktuell geltenden Bundesgesetz, das Tempo 30 nur bei akuter Gefährdungslage oder in der Nähe von sozialen Einrichtungen wie Kindergärten erlaubt. Das wäre freilich gerade für Marzling hochinteressant, vor allem in der Causa Isarstraße.

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Die Diskussion

Gemeinderat Thomas Sellmeir (SPD) hofft eines: „Wenn genügend Gemeinden mitmachen, dann muss der Verkehrsminister umdenken!“ Karl Göls (CSU/FW) gab vorsorglich eine Prognose ab: „Wie ich uns kenne, würden wir dann in ganz Marzling Tempo 30 machen - ob das aber so förderlich wäre, weiß ich nicht“. Seiner Erfahrung nach gäbe es beim Thema Tempobeschränkung nicht immer Einigkeit bei den Bürgern. Diesbezüglich würde Sellmeir schlicht und einfach die Majorität entscheiden lassen: „Wenn es die Mehrheit in Marzling will, dann soll überall Tempo 30 gelten!“

Die Entscheidung

Die Entscheidung zum Beitritt fiel einstimmig, wobei Martin Ernst durchaus Zweifel hegt, ob die Initiative sehr schnell zum Erfolg kommen werde. „Ob wir dann alle noch im Gremium sind, bis eine Kommune selbst über Tempo 30 entscheiden darf – das bezweifle ich.“  rl

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