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Grünes Licht für grüne Energie: Marzling erlaubt den Bau einer zweiten Freiflächen-Photovoltaikanlage.

Marzlinger Gemeinderat genehmigt Projekt

Nach bizarrer Vorgeschichte: Bis dato abgelehnte PV-Freiflächenanlage darf gebaut werden

Jetzt also doch: Der Gemeinderat Marzling hat grünes Licht für eine bis dato abgelehnte Photovoltaik-Anlage gegeben. Vorausgegangen war eine bizarre Vorgeschichte.

Marzling Am Ende war es eine klare Sache: Mit 16 Ja- Stimmen und einer Gegenstimme votierte der Marzlinger Gemeinderat für den Bau einer Photovoltaik-Freiflächenanlage der Firma Primus Solar zwischen Staatsstraße 2305 und Bahnlinien auf Höhe von Brunnhofen in Marzling. Damit wird das Bebauungsplanverfahren für das Projekt „Sondergebiet SO Sonnenenergie Marzling-Ost“ eingeleitet.

Vor Monaten noch war man im Gremium grundsätzlich anderer Meinung gewesen. Im Sommer 2019 war eine Anfrage der Firma mit Sitz in Regensburg und Filiale in Freising nach entsprechender Solarfläche auf dem rund 1,5 Hektar großen Grundstück im Vorfeld abgewiegelt worden. Seitens des Gremiums genehmige man keine Freiflächen PV-Anlagen, hieß es damals pauschal, um nur kurz darauf dem Antrag eines ortsansässigen Landwirts zuzustimmen.

Die Vorgeschichte mutet bizarr an

Die Vorgeschichte: Im Frühjahr 2019 hatten sich die Gemeinderäte während einer Klausurtagung gegen den Bau von PV-Freiflächenanlagen ausgesprochen. Deshalb wurde auch die Anfrage der Firma Primus Solar zur Errichtung einer solchen auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche auf Höhe des Marzlinger Ortsteils Brunnhofen nicht im Gemeinderat behandelt. Prekär: Drei Monate später erhielt ein ortsansässiger Bauer für ein vergleichbares Projekt in unmittelbarer Nachbarschaft „grünes Licht“.

Rot gewinnt: Nachdem der Gemeinderat Marzling eine PV-Anlage auf der blauen Fläche abgelehnt hatte, gab er einem anderen Antragsteller vier Monate später auf dem Areal daneben grünes Licht.

Das FT berichtete davon. Kurz darauf einigte man sich im Gremium darauf, Anfragen dieser Art nicht generell abzulehnen, sondern Leitlinien zu erarbeiten, unter welchen Richtlinien PV-Freiflächenanlagen genehmigt werden könnten.

Abstimmung zur PV-Anlage mit Spannung erwartet

Mit Spannung erwarteten rund 15 Zuhörer am Donnerstag die Debatte im Gemeinderat. Die Aufstellung für den Bebauungsplan zur PV-Anlage von Primus Solar hatte die Verwaltung bereits positiv formuliert – jetzt war das Gremium gefragt, und die Räte signalisierten Unterstützung. Bis auf eine Gegenstimme von Siegfried Kleidorfer (Parteifreie Bürger) sprachen sich die Räte für den Antrag auf Erteilung eines Bebauungsplanverfahrens mit Änderung des gültigen Flächennutzungsplans aus.

Die Sorgen des Rates, die da hießen, „Wir wollen keine großen Investoren anlocken“, konnte Florian Schindler von Primus Solar zerstreuen. „Wir haben uns vor vier Wochen zu einem Vorgespräch getroffen“, erzählt der Projektmanager aus Freising. Dem Bürgermeister, seiner Stellvertreterin und dem Energiebeauftragten im Gemeinderat sei die Anlage erklärt worden. Mit einer Leistung von 750 000 Kilowattstunden pro Jahr könnten rund 200 Drei-Personen-Haushalte versorgt werden. Ein naher Einspeisepunkt und ein Netzbetreiber seien vorhanden – das A und O für solch ein Vorhaben.

Projektleiter aus Freising freut sich über Grünes Licht

Jetzt sei er froh, dass der Rat Zustimmung gegeben habe, sagte der Freisinger. Schließlich sei das ganz im Sinne der Umsetzung der Ziele aus dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz, so Schindler. Die erforderlichen Ausgleichsflächen könnten voraussichtlich sogar auf dem gleichen Grundstück nachgewiesen werden, betonte Bürgermeister Martin Ernst. Um den Solarpark in die Umgebung zu integrieren, sei es möglich, ihn mit Hecken zu umgeben. Die Grünplanung werde man später im Rahmen des Bebauungsplans festlegen.

Maria Martin

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