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Marzlinger Grüne kritisieren Rathaus: Bei Energiewende hinten dran

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Vier Grüne
Vier Grüne für Marzling (v.l.): Marc Decker (Vorsitzender), Franziska Petermeier (Beisitzerin), Christoph Bergsteiner (Kassier) und Johanna Heldmann-Gläser (ebenfalls Vorsitzende, Nachfolgerin von Sarah Putzhammer). © Lorenz

Der Marzlinger Ortsverband der Grünen schießt Richtung Rathaus. Das sei bei der Energiewende hinten dran.

Marzling – „Klimawandel findet scheinbar überall statt, nur nicht in Marzling – aber Feuerwehr muss korrekt geschrieben werden!“ In der Jahreshauptversammlung der Marzlinger Grünen fand der Vorsitzende Marc Decker klare Worte in Richtung Rathaus. Für Decker steht fest: Vor allem die Marzlinger Bürger würden es durch ihr Engagement herausreißen, die Rathaus-Politik hinke bei den wichtigen Fragen eher hinterher.

„Wir sind klein, aber fein“: So beschrieb Decker den Grünen-Ortsverband mit aktuell 13 Mitgliedern, von denen sich zehn zur Jahreshauptversammlung samt Neuwahlen in der Pizzeria da Vito eingefunden hatten. Angetreten sind die Grünen laut Decker bei der Ortsverein-Gründung mit dem Slogan „Weil wir hier leben“ – und dieser Satz gelte nach wie vor. „Die Grünen wollen sich einmischen, vorangehen und gestalten – mit Ideen und Leidenschaft“, deklamierte Decker.

Grüne fordern ein Energiesparprogramm der Gemeinde

Zu tun gibt es seiner Meinung nach genügend: Die allseits bekannte Tempo-30-Angelegenheit in der Isarstraße, Fledermauswanderungen, Mitfahrbänke, mehr Grün für Marzling, den Leerstand im Ort verringern oder die Integration von Geflüchteten verbessern. Die Rathauspolitik vermittle den Eindruck, dass auf der ganzen Welt der Klimawandel stattfinde, aber nicht vor der eigenen Haustür. Statt die Energiewende voranzutreiben, würde im Gemeinderat dauernd über die Feuerwehrhaus-Beschriftung diskutiert werden – für ihn ein Unding. „Gerade jetzt bräuchten wir ein Energiesparprogramm der Gemeinde und eine Solarpflicht für Neubauten“, betonte der Grüne. Was Decker auch sauer aufstößt: „Da wird in der Hofmarkstraße der Wilde Wein vom Beton gerissen und für teures Geld neu bepflanzt. Schutz des Betons ist hier wichtiger als der Schutz der Natur.“

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Dass die Marzlinger Bürger „weiter sind“ als die politischen Kräfte, zeigt sich seiner Wahrnehmung nach beispielsweise an der großherzigen Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine, während der Gemeinderat den Antrag zum Beitritt des Bündnisses Sicherer Hafen abgelehnt habe. Und gerade weil die Marzlinger so engagiert seien, wollen die Grünen laut Decker in den kommenden beiden Jahren abermals „vollen Einsatz geben“ für Umwelt und Natur, für erneuerbare Energien, aber vor allem für die Menschen im Ort.

Ortsvorsitzender Marc Decker wiedergewählt

Obwohl auch die Grünen von der Pandemie ziemlich ausgebremst worden seien, habe der Ortsverein dennoch einiges auf die Beine gestellt – unter anderem das Müllfischen aus der Isar, das Stadtradeln, die Fokussierung auf Verkehrsbrennpunkte und eine Baumspende für den Kindergarten.

Bei den Neuwahlen wurden Marc Decker und Johanna Heldmann-Gläser wiedergewählt. Letztere tritt damit die Nachfolge von Sarah Putzhammer an, die aus beruflichen Gründen nicht mehr kandidiert hat. Als Schatzmeister fungiert erneut Christoph Bergsteiner. Als Beisitzerin wurde die Marzlinger Gemeinderätin Franziska-Charlotte Petermeier gewählt. Finanziell steht der Ortsverein nach anfänglichen Problemen jetzt gut da, in der Kasse sind laut Bergsteiner aktuell um die 1000 Euro.

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Von Richard Lorenz

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