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Mit zehn grünen Fingern ausgestattet ist der frühere Biologielehrer Gerhard Haimerl (74).

gärten: portrait – und eine Aktion der heimatzeitung

Das Pflanzenparadies von Goldshausen

Chinesischer Szechuan-Pfeffer wächst neben den ausladenden Kronen von Hartriegelgewächsen. Rhododendren, Magnolien und Pfingstrosen entfalten ihre Blüten: Im Garten der Familie Haimerl in Goldshausen begegnet man botanischen Raritäten aus der ganzen Welt.

Goldshausen Rund 600 verschiedene Gehölze hat der pensionierte Biologielehrer und Pflanzenkenner Gerhard Haimerl auf seinem drei Hektar großen Grundstück kultiviert. Darunter auch viele wärmeliebende Exemplare, wie Esskastanie, Blauglockenbaum oder jene Akazie aus der Südtürkei, die laut Haimerl, „bei uns eigentlich gar nicht wachsen dürfte“. Über vier Jahrzehnte hinweg experimentiert der 74-Jährige schon damit, auch solche Pflanzen überleben zu lassen, die aufgrund der klimatischen Verhältnisse in unseren Breiten eigentlich gar keine Chance hätten. Die Geschichte der eben genannten „Migrantin“ aus der Südtürkei gehört dazu. Haimerl erzählt sie gerne vor Besuchern, die er im Rahmen von organisierten Gartenreisen durch sein Grundstück führt. „Ich glaube, die Akazie hat noch nicht gemerkt, dass sie in Bayern ist.“

Was einmal ein Brennnessel- und Brombeer-Revier war, hat sich im Marzlinger Ortsteil Goldhausen in eine fantastische Gartenlandschaft mit Schwimmteich verwandelt.

Apropos Geschichten: Davon kann der Pflanzenliebhaber jede Menge erzählen. Jene zum Beispiel, als er und seine Frau Heidi Ende der 1970er Jahre das Grundstück – eine vormals landwirtschaftlich genutzte Fläche – zum ersten Mal betreten hatten. Ein „Brennnessel- und Brombeerrievier“ habe man vorgefunden, erinnert sich der Biologe. Freunde und Bekannte hätten abgeraten vom Kauf. Doch die begünstigte Lage, die Ost- und Südhang für zukünftige Pflanzenstandorte geboten hätten, sei zu verlockend gewesen. „Wir haben hier hervorragende kleinklimatische Bedingungen“, verrät der Fachmann.

Immer wieder haben Heidi und Gerhard Haimerl von Auslandsreisen Samen mitgebracht. Diese werden im Gewächshaus angezogen, genau beobachtet und gelegentlich auch mit bereits vorhandenen Pflanzen gekreuzt. „Das mache ich gerne mit meinen Magnolienarten“, verrät Haimerl. Über jedes Gewächs wird Buch geführt. „Da habe ich jeweils eine Karteikarte angelegt.“ Im Winter, wenn die Arbeit am Grundstück weniger ist, erstelle er Pflanzgestaltungs-Arbeitspläne. Denn auch die gestalterische Komponente sei im Laufe der Jahre immer wichtiger geworden. Kleine „Inseln“ mit naturbelassenen Ruheplätzen laden zum Verweilen ein. Genutzt werden diese Plätze gelegentlich für Konzerte, die Besucher im August in den „Goldshausener Garten“ locken. Seit kurzem ziert auch ein naturbelassener Schwimmteich das exotisch anmutende Paradies.

Weil der Artenreichtum auf dem Gelände das ganze Jahr über eine Blütenfülle ohnegleichen beschert, hat auch ein Imker hier eine Bleibe gefunden. Natürlich liefert Haimerl dem Honigproduzenten einen passenden Beitrag aus seiner dendrologischen Sammlung. Einen „Bienenbaum“ hat er gepflanzt, der im September besonders reich blüht. Das sei nämlich die Zeit der Bruterneuerung der Bienen für das nächste Jahr. Und in der Regel sei das Trachtangebot im Herbst für die Bienen eher gering.

Maria Martin

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