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„Das ist eine Straftat“ - Marzlinger Grüne erleben bei der Müllsuche per Kajak ihr blaues Wunder

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Müll auf einem Brett
Weil die Marzlinger Grünen heuer später mit der Säuberungsaktion dran waren, hatte sich auch mehr Müll in der Moosach angesammelt. Die Aktion musste vorzeitig abgebrochen werden, weil einfach kein Platz mehr im Boot war. © Grüne Marzling

Die Marzlinger Grünen haben bei der Müllsuche per Kajak soviel Unrat entdeckt, dass es nicht mehr ins Boot passte. Darunter sogar Schmieröl!

Marzling – Christoph Bergsteiner vom Ortsverband der Grünen in Marzling findet klare Worte: „Es ist wirklich zum Kotzen! So etwas macht man einfach nicht.“ Weshalb er sich aufregt? Erneut haben sich die Marzlinger Grünen mit einem Kajak auf Müllsuche in der Moosach gemacht und haben dieses Mal sogar so viel gefunden, dass die Aktion hatte abgebrochen werden müssen – weil einfach kein Platz mehr im Boot war.

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Weshalb die Leute ihren Müll in der Moosach überhaupt entsorgen, ist Bergsteiner schleierhaft. „Ich hab noch nie was in der Natur weggeschmissen, nicht mal ein Papierl“, sagt Bergsteiner, der immer dabei ist, wenn es mit Booten raus auf den Fluss geht. Die traurige Bilanz des jüngsten Einsatzes: über 20 Piccolo-Sektflaschen, eine Angel, ein Sitz-Rost von einem Stuhl, eine Gasflasche, ein komplett gefüllter großer Müllsack und ganz viel Plastikmüll. Was sich Bergsteiner jedes Mal aufs Neue fragt, sobald er ein weiteres Teil aus dem Wasser zieht: „Wer ist eigentlich so dumm und versteht nicht, dass die Moosach keine Müllkippe ist?“

Das Kajak lief vor lauter Müll auf Grund

Kofferraum voller Müll.
Der Kofferraum der Helfer war gesteckt voll mit den Hinterlassenschaften von Zeitgenossen, die die Moosach offensichtlich als Deponie betrachten. © Grüne Marzling

Weil die Grünen heuer später als gewohnt dran waren, hatte sich inzwischen auch mehr angesammelt – so viel sogar, dass die Naturfreunde nach zwei Drittel der Strecke hatten aufhören müssen – auch weil ihr Kajak durch das zunehmende Gewicht immer wieder auf Grund gegangen war. Den Höhepunkt der dreistündigen Aktion kann Bergsteiner auch im Nachgang nicht fassen: „Da hat jemand eine volle Schmieröldose ins Wasser geworfen.“ „Schmieröl im Bach ist ja eigentlich schon eine Straftat“, sagt Bergsteiner im FT-Gespräch. Das Schlimmste für ihn: „Es gibt Menschen, denen unsere Natur offenbar egal ist, und die sich nicht darum scheren, was sie Tieren, Pflanzen und letztendlich uns Menschen selbst antun.“

Bereits im September läuft die nächste Aktion

Weil den Marzlinger Grünen gerade dieses Thema sehr am Herzen liegt, ist Aufgeben keine Option. Bereits im September wollen die Umweltschützer erneut in ihre Boote steigen und das Stück ab dem Neufahrner Wehr bis nach Marzling erneut penibel säubern. Dabei freut man sich über interessierte Helfer: Wer Lust hat, bei der Moosach-Aktion mitzumachen, kann sich gerne bei Bergsteiner per Mail an die Adresse christoph.bergsteiner@gruene-marzling.de melden.

Von Richard Lorenz

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