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Theater mit Biss: (v. l.) Anna Paulus, Gabi Brandmeier, Elisabeth Kraske, Albert Grandl und Robert Kraske.

Hubertusschützen Riegerau setzen alles auf eine Theaterkarte

Vampir-Alarm in Riegerau: Schaurig-schöner Grusel im Sportheim

Da hatten auch Kinder ihre Freude: „Der Vampir von Zwicklbach“ geisterte durch Riegerau.

Riegerau – Zum 27. Mal standen die Hubertusschützen auf der Bühne. Seit 1991 unterhalten sie ihr Publikum jetzt fast jährlich. Passend zur schaurigen Halloween-Zeit präsentierten sie an zwei aufeinanderfolgenden Abenden „Vampir von Zwicklbach“ von Ralph Wallner.

„Nichts für Kinder“, möchten sich einige Eltern da wohl denken. Aber das war für die Riegerauer Zuschauer trotzdem kein Anlass, ihre Schützlinge vorzeitig schlafen zu legen – ganz im Gegenteil: Nicht nur die Erwachsenen hatten Spaß mit dem Stück, sondern auch die kleinen Gäste wurden ins Sportheim mitgenommen, um sich am Spektakel zu erfreuen. Denn anders als man beim Horror-Titel erwarten würde, entpuppte sich das Stück als lustiger Schwank.

Bayrisch ist Pflicht

Aber Achtung: eindeutig nichts für Hochdeutsche. Wer des Bayerischen nicht mächtig ist, hätte nur aus dem Programm-Heftchen entnehmen können, worum es geht. Gesprochen wurde nämlich auf urbayerisch, und genau das verlieh der Darbietung das gewisse Etwas. Schluss mit perfektem Deutsch, perfekter Grammatik und perfekter Wortfindung, rein in den Dialekt und einfach drauflos reden. Genauso wirkte das Stück: zwanglos und spontan. Von Textunsicherheit, Hemmung oder Zurückhaltung nichts zu spüren. Von wegen Gruselgeschichten, in denen Vampire vorkommen, sind nichts für Kinder.

Eine vergnügliche Zeit hatten die Theater-Zuschauer in der Riegerau mit dem „Vampir von Zwicklbach“.

Zugegeben: Robert Kraske sah schon etwas unheimlich aus in seinem Dracula-Gewand und mit der blassen Schminke, die ihm Renate Huber und Anna Speckmaier verpasst hatten. Trotzdem war er den Zuschauern als Vampir Vladimir sofort sympathisch, nachdem er das erste Wort gesprochen hatte. Auch durch seine lockere und unbekümmerte Art konnte er Pluspunkte sammeln.

Darsteller überzeugen

So erging es auch dem schüchternen Burschen Martl, gespielt von Albert Grandl. Er wirkt ziemlich blauäugig und versuchte mit allen Mitteln, seine Betti zu erobern. Betti alias Anna Paulus bringt nicht nur frischen Wind in Martls Leben, sondern in das gesamte Stück. Trotz ihres Dialekts wirkt sie, im Gegensatz zum Rest, ziemlich modern und tough. Sie zeigt Martl, wo der Hase lang- läuft, und trotz Grandls Körpergröße kauft man ihm den eingeschüchterten und naiven kleinen Buben ab. Neben Kraske, Grandl und Paulus passten auch Gabi Brandmeier, Elisabeth Kraske und Christian Zörr perfekt in ihre Rollen.

Ein echter Brüller

Gabi Brandmeier macht es sich als Baronin von Zwicklbach zur Aufgabe, ihren Gutshof, in dessen Weinkeller der Vampir Vladimir haust, loszuwerden. Schwierig, schwierig, denn wer kauft schon gerne ein Anwesen, in dem es spukt? Na, die oberflächliche, aufgesetzte Neureiche Kreszentiana von der Mühl eben. Die hat es faustdick hinter den Ohren und ihren Gatten Hannes Petrus fest im Griff. Um dem Spuk ein Ende zu machen, werden einfach die beiden verrückten Vampirjäger Fritz, gespielt von Stefan Grandl, und Friedel, dargestellt von Irma Wimmer, angeheuert.

Fazit: Die Hubertusschützen einen echten Brüller auf die Beine gestellt haben. Dem Publikum muss es schwergefallen sein, vor lauter Lachen nicht vom Hocker zu fallen.                              AYLIN YILMAZ

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