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In die Jahre gekommen ist das alte FFW-Haus von Marzling. Jetzt wird am östlichen Ortseingang der Gemeinde ein neues, großzügiges Domizil gebaut.

Für 1,2 Millionen Euro

„Was g’scheit’s“ für die FFW: Marzlinger Wehr bekommt bald ein großes Gerätehaus

Das Marzlinger Feuerwehrhaus ist in die Jahre gekommen. Nun bekommt die Wehr ein neues Gebäude: „Wenn wir bauen, dann gleich was g´scheit´s.“

Marzling – Das Feuerwehrhaus im Ortskern von Marzling ist in die Jahre gekommen. Trotz einiger Umbauarbeiten in Eigenleistung ist es nicht mehr geeignet für die Bedürfnisse einer modernen Wehr. Für den Neubau einer Halle, die für fünf Einsatzfahrzeuge ausgelegt ist, hat die Gemeinde im Etat für 2019 1,2 Millionen Euro vorgesehen.

Wie der Baukörper aussehen soll und wie teuer er tatsächlich wird, darüber gab es in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag erste Informationen vom beauftragten Architekturbüro. Eins schon vorab: Der Neubau am östlichen Ortsausgang auf Höhe des Kreisels wird zweckmäßig: ein schlichter Baukörper aus robusten, nachhaltigen Materialien ohne „Schnörkel“, wie es Bürgermeister Dieter Werner ausdrückte.

Drei Varianten hatte Architekt Michael Wacker ausgearbeitet: die große Variante (3,5 Millionen Euro), die mittlere (3,3) und die kleine Variante, die mit 3,2 Millionen Euro zu Buche schlagen würde. Die Feuerwehr-Aktiven, die als Zuhörer zur Sitzung gekommen waren, hatten sich im Vorfeld Gedanken darüber macht, wie sie mit einer kleinen oder mittleren Variante zurechtkommen würden. In beiden Fällen habe man an der Kubatur, sprich am Volumen des Baukörpers, reduziert. Dies hätte weniger Platz für Sozialräume, Toiletten und auch für Spinde bedeutet, erklärte der Architekt.

„Wenn wir bauen, dann gleich was g´scheit´s“

Dass damit eigentlich so keiner richtig zufrieden war, zeigte sich bei der anschließenden Diskussion. „Wenn wir bauen, dann gleich was g‘scheit’s“, brachte es Gemeinderat Josef Petz schon zu Beginn auf den Punkt. Bei den kleineren Varianten hätte man zwar die Möglichkeit, später nochmals anzubauen, aber das „Bauen werde ja in den nächsten Jahren bestimmt nicht billiger“, meinte Werner.

Aufgrund seiner Erfahrung mit dem alten Gerätehaus konnte Kommandant Florian Bock dem nur zustimmen. Man habe das Haus in den vergangenen Jahren immer wieder den Verhältnissen anpassen müssen. Das sei bei einem alten Haus in Eigenleistung gegangen. Doch bei einem Neubau könnten die Kameraden da bestimmt nicht so fachgerecht handeln.

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Die Aufgaben der Wehr, die wegen der Nähe zur Autobahn, zur Bahnstrecke sowie zum Flughafen, oft gerufen würden, seien vielfältig. Wenn etwas passiert, müsse das „Zeug schon ordentlich da sein“, meinte Petz und sprach damit die Notwendigkeit von ausreichend Lagerkapazität an.

„In zehn Jahren fragt keiner mehr, was es gekostet hat“

Ein großzügiges Feuerwehrhaus könne auch von der Dorfgemeinschaft bei Veranstaltungen genutzt werden, gab Gemeinderat Christian Mäuer zu bedenken. Im Norden des Gebäudes seien ausreichend Parkplätze vorhanden. Außerdem müsse man im Hinterkopf behalten, dass bei möglichen Katastrophenfällen das Gebäude Rückzugsmöglichkeit biete, warf Dieter Werner ein. Man müsse nur an das Hochwasserereignis denken, das vor rund fünf Jahren die Evakuierung eines Teils der Marzlinger Gebäude notwendig gemacht habe. „Das Ausweichlager möchte ich nicht nochmal in die Gemeindehalle verlegen“, sagte der Rathauschef. Die Halle werde zudem dringend für den Schulsport benötigt.

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„In zehn Jahren fragt keiner mehr, was es gekostet hat“, sagte Gemeinderat Norbert Eichinger. Und weil die Funktionalität „mindestens für 50 Jahre“ ausgelegt sein sollte, gab es zum Schluss ein einstimmiges Bekenntnis zur großen Variante.Maria Martin

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