+
Ortschef Georg Krojer nahm sich bei der Mauerner Bürgerversammlung viel Zeit für seinen Bericht und die Fragen der Zuhörer.

Bürgerversammlung

Eine Brücke und die Ungewissheit: Droht Mauern Verkehrschaos? - Klartext bei Bürgerversammlung

  • schließen

Bei Mauerns Bürgerversammlung stießen besonders die Infrastruktur-Maßnahmen auf großes Interesse. Denn wegen eines Brückenneubaus droht dem Ort Verkehrschaos.

Mauern – Bevor Mauerns Ortschef Georg Krojer mit seinem Bericht startete, bat er die Anwesenden bei der Bürgerversammlung um einen Moment des Schweigens – zu Ehren von Altbürgermeister Josef Deliano. Und so erhoben sich im Saal des Café Dausch alle von ihren Plätzen und gedachten dem kürzlich Verstorbenen (*).

Breitbandausbau: Diese Ortsteile sind noch unterversorgt

Sehr umtriebig sei die Gemeinde Mauern bei den Infrastruktur-Maßnahmen gewesen, stieg Krojer dann in seine Ausführungen ein. Man habe langwierige Projekte abgeschlossen und wichtige neue auf den Weg gebracht. Dabei stehe man „immer wieder vor neuen Herausforderungen“.

Beim Breitbandausbau sei der erste Teil geschafft: Die Gebiete Mauern, Wollersdorf-Ost, Freundsbach, Enghausen, Schwarzersdorf, Hufnagelreuth, Nussberg, Vorder- und Hintermeier, Gandorf, Scheckenhofen und Hörgersdorf seien nun mit schnellem Internet versorgt. Nun gelte es, die Bereiche Schwarzberg, Thal, Kleidorf, Mönchsberg, Wollersdorf-West, Hartshausen, Geiting, Oberndorf, Niederndorf, Beselmühle, Riedelmühle und Hanselmühle anzuschließen.

Brücken: Im Ortskern von Mauern droht ein Verkehrschaos

Die Erneuerung der Brücke Beselmühle wurde kürzlich nach nur drei Monaten Bauzeit fertiggestellt. Wesentlich komplexer dürften sich laut Krojer die Arbeiten des Staatlichen Bauamts an der Brücke über den Hörgertshauser Bach gestalten. Der Hauptbrücke zwischen Altem Rathaus und Sparkasse soll es im Frühjahr an den Kragen gehen. „Sie kann zirka sechs Monate nicht überquert werden“, betonte der Bürgermeister. Eine Behelfsbrücke, wie von ihm gefordert, werde es nicht geben. „Das Verkehrsaufkommen durch Mauern – 9000 Fahrzeuge pro Tag – ist angeblich zu gering.“

Die Umleitung lege das Staatliche Bauamt für die großräumige Ortsumfahrung fest. „Den innerörtlichen Verkehr müssen wir selbst regeln.“ Und da seien die Möglichkeiten beschränkt. Die Mühlbachstraße etwa sei sehr eng und spitzwinklig, weshalb sie nur bedingt geeignet wäre. „Als Alternative bleibt nur die Birkenstraße übrig.“ Deren Ausbau soll um ein Jahr verschoben werden. Doch auch hier könne nur der innerörtliche Verkehr in Maßen aufgefangen werden, so Krojer. Durch die Sperrung befürchtet er unter anderem Einschränkungen der Nahversorgung für Bereiche wie das Wollersdorfer Feld. Aber auch der Busverkehr sowie direkte Anlieger müssten sich auf Unannehmlichkeiten einstellen.

Für Fußgänger und Radfahrer denke man über eine neue, barrierefreie Querung anstelle des vorhandenen Stegs nach. Das sei aber teuer. „In jedem Fall wünsche ich mir mehr Unterstützung seitens des Staatlichen Bauamts“, sagte Krojer. Denn: „Wenn wir zum Nachbarn Wang schauen, so stehen die mit der Instandhaltung der inoffiziellen Umleitung ,Bachstraße’ alleine da.“

Straßen: Im Mitterfeld wird bald der Asphalt aufgerissen

Zahlreiche Straßen in der Gemeinde benötigen laut Georg Krojer eine Auffrischung. Etwa im Mitterfeld, wo man eine Erneuerung aufgeschoben hatte, um die Strabs-Kosten für Anwohner zu umgehen. „Allerdings trifft uns jetzt eine Kostenmehrung. Wir hoffen auf eine Unterstützung durch den Freistaat.“ Wenn im Mitterfeld schon alles aufgerissen werde, solle auch gleich die 50 Jahre alte Wasserversorgung ausgetauscht und das Kanalsystem saniert werden. Das Letzteres (nicht nur im Mitterfeld) marode sei, habe eine Kamerabefahrung ergeben. Die betroffenen Straßenzüge sollen in den kommenden Jahren saniert werden – möglichst, wenn ohnehin Bauarbeiten stattfinden.

Hochwasserschutz: Appell an Wasserwirtschaftsamt und Regierung

Was den Hochwasserschutz betrifft, so kann die Kommune laut Krojer am Wurzelgraben nun tätig werden. „Wir sind im Besitz der Flächen, die Planung liegt bei den zuständigen Behörden zur Genehmigung.“ 2019, so hofft man, werde die Maßnahme angepackt. Im Bereich des Hörgertshauser und des Enghauser Bachs wurden ebenfalls Grundstücke erworben, „um den Fuß in der Tür zu haben“ (Krojer). 

Allerdings sei man noch auf weitere Grundstückseigentümer angewiesen. Und: „Es wäre sehr begrüßenswert, wenn die Nachbargemeinden auch mit im Boot sitzen würden und wir vom Wasserwirtschaftsamt sowie der Regierung unterstützt werden.“ Am Mauerner Bach, dem dritten Teil des Hochwasserschutzes, gebe es nur geringfügige Maßnahmen zu erledigen. Sie sollen als letztes in Angriff genommen werden.

Bauland: Am Wurzelgraben sind noch nicht alle Grundstücke verkauft

Im Baugebiet Am Wurzelgraben konnten die ersten Häuslebauer bereits einziehen. Auch der gewünschte Geschoßwohnungsbau komme in Fahrt, derzeit entstehen dort zwei Tiefgaragen. Krojer: „Die Veräußerung der restlichen Grundstücke wird zeitlich versetzt und abschnittsweise erfolgen, damit die Belastungen der Infrastruktur nicht überhand nehmen.“

Kinder und Jugend: Neue Spielplätze geöffnet und ein Dirt Park geplant

Mit Freude berichtete der Ortschef von einer geplanten Krabbelgruppe, die auf die Initiative einer Mutter in einer Mauerner Facebook-Gruppe zurückgeht. Man habe den rechtlichen Rahmen eruiert, „von unserer Seite steht nichts im Wege“, sagte Krojer. 

Als eine echte Bereicherung für den Ortskern bezeichnete er die beiden neuen Spielplätze am Rathaus und am Bürgerhaus, die bereits gut angenommen würden. Eine ordentliche Resonanz gab es laut Krojer auch bei der ersten Jugendversammlung in Mauern im Juli. Um die Verbesserungsvorschläge für die Freizeitgestaltung auszuformulieren, wurden Arbeitsgruppen gebildet. „Zwei der Vorschläge waren eine Tischtennisplatte und ein Dirt Park.“ Diese seien bereits beschlossen und sollen 2019 umgesetzt werden.

Senioren: Kümmerer gesucht - neue Gruppe vorgestellt

Die Seniorenarbeit soll von einem „Kümmerer“, den sich die vier VG-Gemeinden teilen, koordiniert und ausgebaut werden. Die entsprechende Stellenausschreibung gebe es bereits. Derweil trifft sich laut Krojer seit April jeden Donnerstag eine neue Senioren-Gruppe im Pfarrheim. Von 15 bis 18 Uhr seien dort alle Senioren willkommen, die Lust auf gemeinsame Unternehmungen oder Unterhaltung haben.

Altes Rathaus: Platz für Vereine, Events und den Bürgersaal

Die Sanierung des Alten Rathauses ist bis auf wenige Kleinigkeiten abgeschlossen. Die veranschlagten 1,86 Millionen Euro werden wohl um bis zu 15 Prozent überschritten – dies ist laut Krojer der guten Konjunktur im Baugewerbe zuzuschreiben. Das Alte Rathaus befinde sich nun energetisch in einem „top Zustand“ und sei barrierefrei. Trotz aller Umbauten habe man den Charakter des Gebäudes erhalten. 

Im Keller befinde sich das Gemeindearchiv, dazu sind Proberäume für diverse Gruppen vorgesehen. Das Erdgeschoß soll von der Verwaltung genutzt werden, da im Schloss Platzmangel herrsche. Das Obergeschoß steht künftig Vereinen und Kulturzwecken zur Verfügung. Das „Schmuckstück“ des Hauses liegt im Dach: Hier findet sich nun ein Saal für allerlei Veranstaltungen. Krojer: „Ich nenne ihn nun einfach mal Bürgersaal.“ Die Bevölkerung lud er zu einem Tag der offenen Tür ein: am Sonntag, 25. November, von 11 bis 16 Uhr.

Die Bürgeranfragen: Zu große Mülltonnen, weiteres Bauland

Bei den Bürgeranfragen meldete sich im Anschluss Hildegard Stolle zu Wort: Sie beklagte, dass selbst kleine Ein- oder Zwei-Personen-Haushalte eine 120-Liter-Mülltonne bezahlen müssten. Auf ihre Beschwerde beim Landratsamt hin habe sie die Antwort bekommen, dass es keine Alternative gebe. Außerdem würden in anderen Regionen wie Starnberg kleinere Tonnen ähnlich viel kosten wie im Raum Freising die großen. Stolle: „Das ist für mich kein Argument.“ Bürgermeister Krojer konnte den Ärger der Frau nachvollziehen, betonte aber, dass hier nur der Landkreis zuständig sei und Mauern keinen Einfluss habe.

In einer weiteren Wortmeldung wurde Krojer gefragt, wie es bei der Vergabe der Bauparzellen weitergehe und ob nach dem „Wurzelgraben“ noch weitere Baugebiete erschlossen werden sollen. Der Gemeindechef kündigte an, dass im Laufe des kommenden Jahres zwölf Parzellen zum Verkauf freigegeben werden – teilweise im Auswahlverfahren zu bestimmten sozialen Kriterien. Auch für die Zeit danach habe sich der Gemeinderat das Ziel gesetzt, stetiges und moderates Wachstum durch weitere Baulandausweisung zu ermöglichen.

(*) Die Gemeinde Mauern musste kürzlich von ihrem Altbürgermeister Abschied nehmen: Hier lesen Sie den Nachruf Josef Deliano senior.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Familienmusik Meindl begeistert in der Wieskirche – und unterstützt guten Zweck
Klänge, die das Warten versüßen: Die Familienmusik Meindl begeisterte mit ihrer „Adventlichen Stunde“ in der Wieskirche bei Freising - und unterstützte gleichzeitig …
Familienmusik Meindl begeistert in der Wieskirche – und unterstützt guten Zweck
Brandschutz: Wie besinnlich darf der Advent in Schulen und Kindergärten noch sein?
Der dritte Advent ist vorbei, die Kerzen auf dem Adventskranz brennen im Dreiklang. In vielen Schulen und Kindergärten im Landkreis ist das Licht aber kein echtes, …
Brandschutz: Wie besinnlich darf der Advent in Schulen und Kindergärten noch sein?
Sie saßen aufeinander: Polizei stoppt Auto mit 15 Leuten an Bord - doch das war noch nicht alles
15 Menschen in einem Auto mit nur fünf Plätzen - das erlebt auch die Polizei nicht alle Tage. Bei dieser Verkehrskontrolle in Wang kam aber noch mehr zusammen.
Sie saßen aufeinander: Polizei stoppt Auto mit 15 Leuten an Bord - doch das war noch nicht alles
Flughafen-Gipfel im Maximilianeum: Aiwanger rechtfertigt Moratorium vor Startbahn-Gegnern
Bei einer Gesprächsrunde im Landtag haben Mandatsträger der Freien Wähler und Bürger aus der Flughafen-Region mit dem neuen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger über das …
Flughafen-Gipfel im Maximilianeum: Aiwanger rechtfertigt Moratorium vor Startbahn-Gegnern

Kommentare