Ein großer Seefrosch und eine Erdkröte in einem roten Eimer.
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Ein großer Seefrosch und eine Erdkröte sind in diesen Eimer gehüpft – und damit in Sicherheit. Vergangenes Jahr haben Helfer in Gandorf bei Mauern ca. 250 wandernde Tiere gerettet. Nun werden wieder Unterstützer gesucht.

Helfer dringend gesucht

Wer opfert ein wenig Zeit, um Kröten in Mauern zu retten?

  • Armin Forster
    vonArmin Forster
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Dieser Tage erwarten Experten die jährlichen Krötenwanderungen. Auch nahe Mauern – wo noch Helfer gesucht werden. Denn auf sich gestellt sterben viele der Tiere.

Mauern – Die tödliche Gefahr rollt auf vier Rädern heran: Nicht nur Autos selbst, sondern auch Luftdruck oder Spritzwasser von Reifen können ein Krötenleben jäh beenden. Warum diese Gefahr gerade in den kommenden Tagen massenhaft droht und wie die Bevölkerung dies verhindern kann, darüber klärt Lorenz Scheidl auf.

Der Kröten-Highway liegt in einer Senke

Der 38-jährige Mauerner, von Beruf selbstständiger Landschaftsbauer, ist ein echter Natur- und Tierfreund. Schon lange hilft er bei der jährlichen Krötenwanderung in der Nähe von Bruckberg (Kreis Landshut) mit, Amphibien vor den Gefahren des Straßenverkehrs zu retten. Vor einigen Jahren dann hat er sich auch in seiner eigenen Gemeinde umgesehen – und festgestellt, dass in der Nähe des Weilers Gandorf, in einer Senke zwischen Mauern und Scheckenhofen, ein wahrer Kröten-Highway existiert.

Lorenz Scheidl (38) aus Mauern koordiniert die Aktion.

„Die Kröten, Frösche und Molche verlassen immer im Frühjahr ihre Winterlebensräume und bewegen sich zu den Laichgewässern, in denen sie einst geschlüpft sind“, erklärt Scheidl. Dort würden auch sie ihre Eier absetzen wollen. Das Problem: Auf halber Strecke müssten die Tiere die Fahrbahn überqueren. „Wenn es jetzt wieder milder wird, ist der Asphalt oft wärmer als die Umgebung. Dann bleiben die Tiere darauf sitzen – und wenn ein Auto vorbeikommt, ist es natürlich aus.“

Diese Tragödie lässt sich jedoch mit einfachen Mitteln verhindern: Auf einer Länge von 400 Metern werden dort seit zwei Jahren Fangzäune errichtet, an denen in regelmäßigen Abständen rund zwei Dutzend Eimer platziert sind. Scheidl: „Die Kröten laufen am Zaun entlang und fallen da rein.“ Er und zehn weitere Helfer kontrollieren die Eimer dann möglichst häufig, um die gefangenen Tiere auf der anderen Straßenseite wieder in Sicherheit auszusetzen.

Huckepack warten zwei Erdkröten auf menschliche Hilfe. Manche der Tiere verpaaren sich unterwegs. Die Bilder stammen von der Gandorfer Krötenwanderung 2020.

An manchen Tagen fehlt es noch an Helfern

Je mehr Unterstützer sich finden, umso geringer ist der Aufwand für die einzelnen Tierretter. „Aktuell sind noch einzelne Tage unbesetzt“, berichtet Scheidl. Er hofft daher, dass sich noch weitere Tierfreunde bei ihm melden, um in den kommenden Wochen Kontrollgänge zu übernehmen. „Das dauert eine halbe Stunde.“ Jeder bekomme beim ersten Gang eine Einweisung, danach laufe alles in Eigenregie ab. Wie viele Tage das Team aktiv sein müsse, hänge vor allem von der Witterung ab. „Es kann durchaus sein, dass der Großteil in einer einzigen Nacht durchwandert“, sagt der 38-Jährige. Aber Gewissheit herrscht natürlich immer erst hinterher.

Kontakt zum Koordinator - Appell an Autofahrer

Während der Wanderung gilt ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern. Dies dient in erster Linie dem Schutz der Helfer. Aber auch Kröten, die trotz Zaun auf die Straße geraten, schützt das Langsamfahren. Wer das Team um Lorenz Scheidl unterstützen möchte, kann sich bei dem Mauerner unter Tel. (0160) 1281736 melden.

Lesen Sie auch: Seit März hat der AfD-Ortsverband Moosburg/VG Mauern ein Bürgerbüro im Weingraben eröffnet. Dort haben jetzt zahlreiche Geschäfte auf spezielle Art reagiert.

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