Fotos vom Navis-Übungswochenende an der Hanslmühle bei Mauern.
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Fotos vom Navis-Übungswochenende an der Hanslmühle bei Mauern.

Übung am Schlittenberg

Hilfseinsatz an der Hanslmühle: Navis trainiert seine Katastrophen-Retter

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Wie ein Hilfseinsatz aussehen kann, erlebten am Wochenende die Neuen im Navis-Team: bei einer einer Feldübung an der Hanslmühle bei Mauern. Drei Tage probte die Organisation dort den Ernstfall.

Moosburg – Bereits zweimal hatte Navis eine solche Übung angesetzt, jedes Mal kam ein echter Einsatz dazwischen. Umso wichtiger war es jetzt, den Ernstfall so gut wie möglich zu simulieren. Das begann mit dem Versenden der Whatsapp-Nachricht aus der Zentrale. In einem Anmeldeformular können die Helfer dann eintragen, in welchem Zeitraum sie für den Einsatz zur Verfügung stehen. Im Ernstfall kann so ein Einsatz insgesamt bis zu drei Monate dauern, je ein Team ist dann zwei Wochen vor Ort. Im Rahmen der Feldübung waren drei Tage angesetzt und einige Mitglieder nutzen die Gelegenheit, das Camp-Leben ein ganzes Wochenende lang mitzuerleben.

Dass das Anpacken erfordert, zeigte sich schon am Freitagnachmittag, als man sich zum Beladen des Lkw am Navis-Lager in Moosburg traf. Die benötigte Ausrüstung für einen Katastropheneinsatz ist umfassend. Rund 7,5 Tonnen umfasst laut Navis-Vorsitzendem Wolfgang Wagner die Grundausstattung für die Katastrophenhilfe. Navis ist dabei auf zwei Bereiche spezialisiert: medizinische Versorgung und Trinkwasseraufbereitung. 

Für die Feldübung am vergangenen Wochenende bekam Navis vom Roten Kreuz einen Lkw zur Verfügung gestellt. Den hat man dann voll beladen zum Einsatzort am Ski- und Schlittenhang der Hanslmühle gebracht. Im Ernstfall hätte zuvor ein Erkundungsteam den Einsatzort geprüft und den besten Standort ausfindig gemacht. „Aber hier kennen wir ja das Gelände“, sagt Wagner mit einem Augenzwinkern. Das Erkundungsteam spielt im realen Leben eine wichtige Rolle, denn an oberster Stelle stünde laut Wagner immer die Sicherheit des Teams. „Wir gehen nur kalkulierbare Risiken ein“, betont er.

Das Abendessen war eine neue Erfahrung: Es gab Epa-Mahlzeiten

Am Einsatzort angekommen gab es keine Pause für die Einsatzkräfte: Das Lager musste aufgebaut werden, vor allem die Schlafplätze. Schließlich sollten die neuen Mitglieder auch erleben, wie es ist, in einem Camp-Zelt zu nächtigen. Auch das Abendessen war sicher für viele eine ganz neue Erfahrung, denn wann ernährt man sich schon von militärischer Ein-Mann-Verpflegung, der sogenannten „Epa“. Dauerkekse und Dosenwurst finden sich in einem solchen Paket zum Beispiel. Einige haben da sicher aufgeatmet, als man sich am zweiten Camp-Abend am Lagerfeuer Grillfleisch und Bier schmecken ließ – auch Dank der Unterstützung von Händlern aus der Region.

Das Lagerfeuer spielt übrigens bei Navis eine ganz besondere Rolle. Das ist der Ort und der Zeitpunkt, an dem das Team zusammenkommt, sich über die Erlebnisse des Tages austauscht und sich gegenseitig in dieser Ausnahmesituation stützt. „Es ist so schön, wieder einmal zu erleben, wie liebevoll und respektvoll alle hier miteinander umgehen“, schwärmt Wagner vom Navis-Teamgeist.

Nach einer Nacht auf dem Feldbett ging es am Samstag dann früh los: Die Zelte mussten eingerichtet werden, darunter ein voll ausgestattetes Feldhospital mit mobilem Röntgengerät und chirurgischer Ausstattung. Wie die Geräte bedient werden, lernten die neuen Navis-Helfer dann tagsüber unter anderem von den Ärzten Anton Freilinger und Heidi Bauer im Rahmen einer Schulung – teils sogar am lebenden Objekt: Da wurde zum Beispiel die Hand eines Kollegen durchleuchtet. 

Viel Lob für die neuen im Team

Wagner hat für die Neuen nur Lob übrig: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie fit die jungen Leute sind und wie schnell sie erfassen, um was es geht.“ Aber nicht nur die medizinischen Helfer lernten viel Neues. Robert Weber, erfahrenes Mitglied von Navis und stellvertretender Technik-Leiter, übernahm die Ausbildung in seinem Fachbereich. Zwei Trinkwasseraufbereitungsanlagen hatte man dazu an die Hanslmühle geschafft. Die Anlagen von Navis sind extrem effektiv, können notfalls sogar atomar verseuchtes Wasser wieder in Trinkwasser verwandeln.

So prekär war die Lage am Wochenende freilich nicht. Aber auch das Wasser aus dem Mauerner Bach musste vor dem Genuss gereinigt werden, schließlich diente das zur Trinkwasserversorgung des Camps. Damit wurde auch der Kaffee fürs Frühstück am Sonntag gekocht. Wobei das Frühstück selbst sicher nicht dem Ernstfall entsprach: „Ich hatte Geburtstag und hab Weißwürste spendiert“, gesteht Wagner lachend. Für die rund 100 Teilnehmer der Übung sicher eine willkommene Mahlzeit nach einem feucht-kalten Wochenende auf der Wiese. So konnten sie am Sonntagvormittag gestärkt mit dem Rückbau des Camps beginnen – und sind jetzt bestens vorbereitet, demnächst irgendwo auf der Welt Menschenleben zu retten: freiwillig und unentgeltlich.

Infos und Spendenkonto

Wer mehr über die Hilfsorganisation erfahren will, findet alle Infos auf der Homepage von Navis

Spendenkonto:
Navis e.V., Sparkasse Moosburg,
IBAN: DE66 7435 1740 0000 4140 00
BIC: BYLADEM1MSB.

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