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Gespannt lauschten die Mauerner den Worten der Referenten. Zur Infoveranstaltung zum Thema „Windkraft“ in der Mehrzweckhalle kamen am Mittwochabend aber auch Interessierte aus Nachbargemeinden.

Aufklärungsveranstaltung

Krojer zu Windkraft: „Werden nichts über Köpfe hinweg entscheiden“

Mauern - „Eine informative und neutrale Veranstaltung“ sollte die Aufklärungsveranstaltung „Windkraft“ in Mauern werden. Die eine oder andere hitzige Diskussion blieb dennoch nicht aus.

Die Mehrzweckhalle in Mauern füllte sich am Mittwochabend stetig. Auch aus anderen Teilen des Landkreises kamen Bürger, um sich einen Einblick in die derzeitige Sachlage zu verschaffen. Gerade im nördlichen Landkreis ist das Thema Windkraft immer noch brisant.

Bürgermeister Krojer blickte der Veranstaltung, die von der Gemeinde organisiert wurde, mit Zuversicht entgegen. „Wir möchten heute die unterschiedlichsten Aspekte zu dieser Angelegenheit beleuchten.“ Ihm und dem Gemeinderat sei es wichtig, keine einseitige Präsentationen vorzubringen, „deshalb haben wir auch Referenten eingeladen, die nicht direkt mit der Gemeinde verbunden sind“.

Gemeinde kann die 10-H-Regel außer Kraft setzen

Über die Rechtslage einer potenziellen Windenergieanlage, wie sie die Kommune beabsichtigt, ging Matthias Simon vom Bayerischen Gemeindetag ein. „Im Freistaat gilt die 10-H-Regel“, so der Jurist. Das bedeute, ein Windrad „muss als Abstand zum nächsten Wohnhaus das Zehnfache seiner Höhe einhalten“. Aber: Die Gemeinde habe die Planungshoheit und könne durch einen Bebauungsplan diese Regelung außer Kraft setzen. „Dafür müssen dann verschiedene Gutachten eingeholt werden“, stellte der Jurist klar. „Das ist ein strenges Verfahren, in dem alle Belange, die davon berührt sind, ermittelt, überprüft und abgewägt werden.“ Darunter würden die Kategorien Natur-, Arten-, oder Emissionsschutz fallen, und auch hier entscheide am Ende das zuständige Landratsamt.

Martin Geisenberger von den Stadtwerken München ist schon längere Zeit mit der Gemeinde in Kontakt. Gemeinsam will man das Projekt „Windrad“ realisieren. In der Mehrzweckhalle äußerte er sich nun zum bisherigen Stand der Dinge: „2014 wurde zwischen uns und Mauern eine Absichtserklärung geleistet“, sagte Geisenberger. Zudem habe bereits eine Standortanalyse stattgefunden. Die nächsten Schritte wären nun diverse Gutachten, sowie ein Betreibermodell mit der Kommune zu erstellen. „Das ist notwendig, da wir mit einigen der möglichen Standorte die 10-H-Regel nicht einhalten können.“

Der Experte kam nicht

Ein Windrad mit Beteiligung der anliegenden Bewohner konnte bereits in Kammerberg realisiert werden. Andreas Henze von der „Bürger Energie Genossenschaft Freisinger Land“ stellte die Anlage vor und nannte auch Zahlen: „Die Gesamthöhe beträgt 207 Meter mit einer Leistung von drei Megawatt.“ Für das laufende Jahr geht Henze von einem Ertrag von 6,2 Millionen kWh aus. „Das kann schon eine kleine Kommune versorgen.“

Viele der anwesenden Bürger hatten sich eine Aufklärung zu möglichen gesundheitlichen Schäden durch Schall und Infraschall gewünscht. Doch der geladene Experte, Bernhard Brenner vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, war nicht erschienen. Deshalb eröffnete Moderatorin Monika Arzberger abschließend die Fragerunde.

Redner wurden als Lügner dargestellt

Diese nutzen vor allem die Mitglieder der Bürgerinitiative Enghausen-Priel, die sich klar gegen die Windkraft aussprechen (wir berichteten). Teilweise missbrauchten einzelne Mitglieder die Möglichkeit, Fragen zu stellen, um ihrem Standpunkt Ausdruck zu verleihen. So lamentierte beispielsweise Andreas Weideneder vehement über die Lautstärke der Rotorblätter und mögliche Gefährdungen, teilweise stellte er die Redner sogar als Lügner dar.

Krojer unterbrach die Wortgefechte und wandte sich mit klaren Worten an die Bürger Mauerns: „Wir werden nichts über eure Köpfe hinweg entscheiden“, versprach der Rathauschef. Seine Devise sei dabei „ein gemeinsames Miteinander, nicht ein gegenseitiges Bekämpfen“.

Anna Schledzinski

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