Uneinigkeit im Gemeinderat

Mauern: Lange Debatte um Vergabe von Bauplätzen in „Alpersdorf II“

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Baugrund ist heiß begehrt. Wer also darf beim Verkauf im Baugebiet „Alpersdorf II“ überhaupt zuschlagen? Und können dabei auch Bauträger voll zum Zug kommen? Darüber debattierten jetzt Mauerns Gemeinderäte – mit überraschendem Ergebnis.

Mauern – 14 Parzellen hat die Kommune Mauern im Baugebiet „Alpersdorf II“ im Auswahlverfahren bereits angeboten. Damit sollte vor allem Einzelpersonen und jungen Familien die Möglichkeit gegeben werden, sich ein Eigenheim zu bauen – auch wenn der Geldbeutel nicht ganz so prall gefüllt ist. Die Bewerbungsfrist für diese Parzellen ist am 12. Juli abgelaufen.

Weitere vier Parzellen will Mauern jetzt im Bieterverfahren auf dem freien Markt veräußern. Das Mindestgebot pro Quadratmeter inklusive Erschließung hat die Kommune auf 340 Euro festgelegt. Pro Parzelle müssen mindestens drei, aber höchstens sechs Wohneinheiten innerhalb von fünf Jahren realisiert werden. Diese Auflagen macht der Gemeinderat.

Geschäftsleiter Ernst Neuhauser regte im Gemeinderat am Dienstag an, zum 1. August das Gebotsformular auf der Gemeindehomepage zum Herunterladen zur Verfügung zu stellen. Aufgrund der Sommerferien soll die Gebotsfrist bis 31. August laufen. Theoretisch könne jeder auf alle vier Parzellen bieten.

Was, wenn sich Bauträger alle Flächen schnappen?

Was aber ist, wenn sich Bauträger am Wettbewerb beteiligen und womöglich alle vier Flächen erwerben? Diese Möglichkeit stieß Ratsmitglied Josef Deliano jun. (CSU) sauer auf. Er regte an, dass jeder Bewerber nur ein Grundstück kaufen solle. Damit könne eine eventuelle Übermacht von Bauträgern ausgeschlossen werden. Diese Idee stieß zuerst auf Gefallen bei seinem Ratskollegen Harald Filipp (FW).

 Hans Igl (CSU) war hingegen gänzlich anderer Meinung. Die Kommune habe ihre soziale Komponente beim Auswahlverfahren bereits gezeigt. Johanna Vogl (CSU) schlug einen Kompromiss vor: Jeder Bieter – ob Bauträger oder Privatperson – solle sich nur für maximal zwei Parzellen bewerben können. Für diesen Vorschlag konnte sich Filipp noch mehr erwärmen. Jedoch ergänzte er, dass sich jeder für alle vier Grundstücke bewerben, aber nur für maximal zwei Parzellen den Zuschlag bekommen könne.

„Super“, kommentiert der Bürgermeister das Ergebnis sarkastisch

Für Bauträger seien zwei nebeneinanderliegende Grundstücke natürlich interessanter. So können beispielsweise Stellplätze besser angeordnet oder auch eine Tiefgarage realisiert werden, sagte Baufachmann und Bürgermeister Georg Krojer (FW). „Wenn einer alles kauft, dann stellt er vier Kästen hin. Fürchterlich“, graute es Vogl. Auch Vizebürgermeisterin Maria Scharlach (FW) graut es „vor einem Koloss“. Da laut Neuhauser jedoch eine offene Bauweise vorgeschrieben ist, können solche befürchteten Riegel gar nicht entstehen, erklärte der Verwaltungschef. Es gibt auch nur ein Baufenster für alle Areale. Abstandsflächen müssen jedoch eingehalten werden.

Mit 7:7 Stimmen wurde schließlich die Variante, dass jeder Bieter alle vier Parzellen im Bieterverfahren kaufen könne, abgelehnt. Auch die zweite Abstimmung brachte keine Mehrheit. Mit 6:8 Stimmen votierten die Räte gegen Filipps Vorschlag, dass sich jeder Interessierte auf alle Parzellen bewerben dürfe, aber nur maximal zweimal den Zuschlag erhalten könne. Nach diesen beiden Ernüchterungen gab es zuerst ratlose Gesichter im Plenum. „Super“, kommentierte Krojer die Entscheidungen sarkastisch.

„Jetzt stehen wir da!“, ärgert sich Siegfried Probst

„Die Grundsatzdiskussion hätte vor einem halben Jahr geführt werden müssen. Jetzt stehen wir da!“, meinte Siegfried Probst (FW) verärgert. Sein Fraktionskollege Alexander Schneeweis hatte schließlich die rettende Idee. Er schlug vor, zuerst zwei Parzellen im Bieterverfahren zu veräußern, wenige Wochen später dann die weiteren beiden Flächen. Und mit 11:3 Stimmen ging dieser Vorschlag schließlich durch. Die Bieterfrist für die ersten beiden Parzellen soll voraussichtlich aber nur drei Wochen betragen.

Rubriklistenbild: © dpa

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