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Die Kritik im Schreiben der Interessengemeinschaft hat Mauerns Bürgermeister Georg Krojer überrascht.

Interessengemeinschaft „10-H für Mauern“

Nach Offenem Brief von Mauerns Windkraft-Gegnern: Krojer kontert

Mit einem Offenen Brief wendet sich die Interessengemeinschaft „10-H für Mauern“ an die Gemeinde. Darin bekräftigt sie ihren Standpunkt gegen eine Windkraftanlage. Für Bürgermeister Georg Krojer eine überraschende Aktion.

Mauern – „Zur weiteren Diskussion um die Planungen zur Windkraftanlage (WKA) beitragen“, das sei das Ziel des Offenen Briefs, den die Interessengemeinschaft jetzt veröffentlicht hat. Darin kritisieren die Mitglieder vor allem die Umgehung der sogenannten 10-H-Regel, die die Gemeinde durch ein Bauleitplanverfahren erreichen könne. Diese Regel „stellt einen gesetzlichen Schutz betroffener Bürger vor den von einer WKA zu befürchtenden negativen gesundheitlichen Auswirkungen dar“, ist man innerhalb der Interessengemeinschaft überzeugt. Im Falle Mauerns würde der Mindestabstand zur Wohnbebauung zwei Kilometer betragen.

Eine Entfernung, die laut Krojer nicht einzuhalten wäre. „Wir haben nur einen möglichen Standort, nämlich zwischen Schwarzersdorf und Priel. Mit der 10-H-Regelung schaffen wir es nicht.“ Der Rathauschef nahm am Donnerstag im Gespräch mit dem FT Stellung zu dem Schreiben. Für ihn sei der Brief völlig überraschend gekommen. Vor allem, weil man sich noch Ende April zu einem Austausch im Rathaus getroffen habe.

Die Windrad-Gegner verweisen auf den Vortrag von Bernhard Brenner vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit im November vergangenen Jahres. Demnach lieferte dieser „keine konkrete Einschätzung möglicher Gesundheitsrisiken“ durch eine WKA. Brenner selbst äußerte, dass aus seiner Sicht „mehr Forschung betrieben werden müsste, um aussagekräftigere Ergebnisse zu erhalten“. Dem konterte das Gemeindeoberhaupt: „Es ist auch nicht bewiesen, dass mit der Einhaltung des Abstands keine Schäden auftreten.“ Für Krojer sei die Abstandsregel „aus der Hüfte geschossen“ worden, um die Verantwortung auf die Kommunen abzuwälzen. Dennoch hätten die Aussagen des Physikers Krojer und dem Gemeinderat zu denken gegeben. „Wenn uns das alles egal wäre, hätten wir schon längst einen Beschluss gefasst. Aber wir nehmen die Ängste ernst. Keiner unserer Bürger soll Schaden nehmen“, sagt der Bürgermeister.

Deshalb würden aktuell nach Alternativen zu einer WKA gesucht. Darauf hatte man sich bei dem Treffen im April geeinigt. Hoch im Kurs stehe dabei eine Photovoltaik-Freiflächenanlage. Dafür benötigt die Gemeinde eine Fläche von drei bis vier Hektar. Krojer: „Es kommen zwei Flächen dafür in Frage. Mit einem Eigentümer befinde ich mich auch schon in Gesprächen. Aber das dauert eben.“ Der Flächenverbrauch war für den Ortschef bisher das ausschlaggebende Argument pro Windrad. „Da benötige ich vielleicht nur einen Hektar. Von der Optik her nehmen sich beide Varianten ja nichts.“ Die aktuell möglichen Speichertechnologien, so argumentiert die Interessengemeinschaft, seien bei der WKA noch mit Problemen verbunden. „So sieht es bei der Photovoltaik-Anlage aber auch aus“, entgegnet Krojer.

Der Bürgermeister betonte erneut, nichts zu beschließen, ohne die Bevölkerung miteinzubeziehen. „Das wird es hier nicht geben.“ Gleichzeitig bekräftigte er, nicht noch weitere drei Jahre warten zu wollen. „Wir müssen unseren Teil zur Energiewende beitragen. Es ist nun mal Fakt, dass die ländlicheren Gebiete mehr leisten müssen und mehr Möglichkeiten haben als die Städte. Abwarten bringt uns nicht weiter.“

Anna Schledzinski

Lesen Sie hier den Offenen Brief im Originalwortlaut

Offener Brief der Interessengemeinschaft 10-H für Mauern an den Bürgermeister von Mauern und die Gemeinderätinnen und -räte:

Sehr verehrter Herr Bürgermeister Krojer, sehr verehrte Gemeinderätinnen und -räte der Gemeinde Mauern, wir möchten mit diesem Brief zur weiteren Diskussion um Ihre Planungen zur Windkraftanlage beitragen, indem wir auf einige in letzter Zeit veröffentlichte Beiträge namhafter Pressemedien hinweisen, deren Links alle auf der Homepage www.mauern-windkraft.de veröffentlicht sind.

Zu Gesundheitsrisiken

Da sind zunächst beispielhaft die Beiträge aus der Süddeutschen Zeitung sowie ein badischer Video-Beitrag zu sehen unter Badisches.de, „wenn grüne Energie krank macht“. Sie informieren über die Risiken einer Windkraft-anlage. Sie bekräftigen unsere Besorgnis und Skepsis gegenüber dem Bau einer WKA in unmittelbarer Nähe unserer Wohnorte. Sowohl in der Gemeinde in Markt Indersdorf wie auch bayernweit werden aufgrund der gültigen und sinnvollen 10-H-Regel kaum mehr Windräder geplant, die näher als 10-H zur nächsten Wohnbebauung stehen. Die Verwaltung in Markt Indersdorf bewertet das Vorgehen einer Nichteinhaltung der 10-H Regel äußerst fragwürdig, da hier der gesetzlich vorgegebene Schutz der Bevölkerung aufgegeben werde, zumal auch die Planung sehr zeit-aufwendig, kompliziert und kostenintensiv sei. In der Presse heißt es dazu „CSU und Freie Wähler in Markt Indersdorf lehnen es ab, die 10-H-Regel auszuheben.“

Wie schon bei unserem gemeinsamen Treffen am 20. 04.2017 erläutert wurde, finden wir selbst in unserer un-mittelbaren Nachbarschaft Betroffene, die in persönlichen Gesprächen diese Probleme bestätigen. Warum sollten all diese Leute lügen? Wer sagt uns, ob nicht auch wir oder jemand von unseren Familien unter den Einwirkungen einer Windkraftanlage leiden?

Auch in Bezug auf den TETRA-Funkmast in Mauern gab es im Vorfeld die Aussage, dass diese Menschen, die über die negativen Einflüsse von Funkwellen klagen, alles „Spinner“ seien. Überzeugen Sie sich durch ein Gespräch mit den Betroffenen, dass dies definitiv nicht so ist.

Selbst der Vortrag von Herrn Brenner, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, bei uns in Mauern im November 2016 zum Thema WKA lieferte keine konkrete Einschätzung möglicher Gesundheits-risiken durch WKAs. Wörtlich sagte Herr Brenner, dass „aus seiner Sicht mehr Forschung betrieben werden müsse, um aussagekräftigere Ergebnisse zu erhalten“.

Wie bitten Sie, unseren Gemeinderat, im Interesse aller Mauerner daher, den gesetzlich vorgegebenen Schutz nicht zu unterwandern sondern beizubehalten, so wie es die Kollegen aus Markt Indersdorf tun!

Nehmen Sie die 10-H Regel ernst. Solange definitiv nicht alle Fakten auf dem Tisch und geklärt sind, ist die 10-H Regel in Mauern unser einziger Schutz. Im Falle einer Zustimmung zu einer Bauleitplanung heben Sie und der von uns gewählte Gemeinderat diesen Schutz auf, er kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Stellen Sie, wie es Ihre Kollegen aus Markt Indersdorf beschlossen haben, keinen Bebauungsplan auf!

Zu Dunkelflauten und Vernichtung von Überkapazitäten – der Steuerzahler wird zur Kasse gebeten

Dies sind weitere schwerwiegende Faktoren, die gegen eine WKA sprechen, die sie aber unweigerlich mit sich bringt, auch wenn wir die Nutzung erneuerbarer Energien voranbringen wollen. Das Gegenteil einer sinnvollen Energiewende finden Sie hinlänglich in diesen Artikeln namhafter Pressemedien dokumentiert, wie z.B. in der Welt: Ökostrom muss bei Überkapazitäten, für die wir Verbraucher zahlen, vernich-tet werden, um die Stabilität der europaweiten Netze nicht zu gefährden, in „Dunkelflauten“ andererseits gera-ten wir ans Limit unserer Stromversorgung, dem gefürchteten „Blackout“. Dunkelflauten und Vernichtung von Überkapazitäten wirken der Sicherung der für unsere Wirtschaft und auch für soziale Einrichtungen, wie Kran-kenhäusern etc., notwendigen Energie entgegen, zu lesen in „Die Welt“.

Dies wird mittlerweile in den Parteien erkannt: Hans Lachner (CSU): „es gibt ohnehin einen Überschuss an Öko-Strom, der in Zeiten der Spitzenproduktion verschenkt werden muß. Die Vergütung des eingespeisten Stroms hat sich komplett umgedreht, Leistungen müssen ausgeschrieben und ersteigert werden, teure Gutachten mit sechs-stelligen Kosten sind nötig.“ Philipp Blumenschein (CSU) stellt fest, dass es derzeit in ganz Bayern aus diesem Grund keine Planungen gibt. Manfred Pohl (Freie Wähler) greift diese Gesichtspunkte auf, für ihn ist gegenwärtig nicht der Zeitpunkt, in die Windkraft einzusteigen. Erst müsse man das Problem lösen, den Strom zu speichern.

Zur Autarkie

Feldversuche für die Insel Pellworm, zur lesen in Ruhrkultur.de, diese mit der aktuell möglichen Speichertechno-logie komplett energieautark zu machen, sind gescheitert. Auch der Strom eines Mauerner Windrades fließt in die großen Stromnetzte und verschwindet dort. In Markt Indersdorf lehnte daher der Gemeinderat mit hoher Mehrheit die weitere Planung für ein Windrad ab.

Bitte bedenken Sie im Gemeinderat Mauern, wie Ihre Kollegen aus Markt Indersdorf, die u.a. entstehenden Ko-sten für die Gemeinde. Warum soll gerade jetzt der Gemeinderat Mauern als eine der wenigen Gemeinden in Bayern dies aktuell weiterverfolgen? Ein Moratorium bringt uns weiter, um aus Vermutungen und Wunschvor-stellungen wissenschaftlich bewiesene Fakten zu schaffen.

Bitte legen Sie, wie Ihre Kollegen aus Markt Indersdorf, das Thema WKA vorerst auf „Eis“. Solange das Problem der Speicherung nicht angemessen gelöst ist, ergibt es einfach keinen Sinn. Wir ersuchen Sie daher, es nicht zu einem Bauleitverfahren kommen zu lassen, denn wir sind überzeugt, dass die Gefahren, die von einem WKA ausgehen, real und keine „Hirngespinste“ sind. Wir halten auch einen Bürgerentscheid für problematisch. In Markt Indersdorf wird dies so bewertet, dass „wenn die Mehrheit der Bürger, die im Hauptort wohnen, dem Windrad zustimmen würden, die direkt Betroffenen im Außenbereich die „Gelackmeierten“ seinen“. Keinerlei Mitspracherecht haben bei einem Bürgerentscheid die stark betroffenen Orte der Nachbargemeinde Gammelsdorf. Die „Gelackmeierten“ sind wir am Ende alle, weil unsere Heimat zerstört ist.

Eine nachhaltige Energiewende, die nicht nur Milliarden unnötiger Kosten verursacht, braucht eine sorgfältige Planung unter Berücksichtigung aller Fakten, nicht eine voreilige Umsetzung, die eher das Gegenteil bewirkt.

In unserer e-Mail vom 23. 04. 2017 an Sie, Herrn Bürgermeister Krojer, in der wir uns für Ihre Zeit zum gemein-samen Gespräch am 20.04. bedankten, machten wir das Angebot, aktiv und lösungsorientiert bei der weiteren Gestaltung der Energiewende in der Gemeinde Mauern mitzuwirken. Wir würden uns freuen, wenn wir hier, z.B. in Form eines Arbeitskreises, mitarbeiten dürfen. Erste Ideen und deren konkrete Umsetzung können wir Ihnen hier bereits anbieten.

Interessengemeinschaft 10-H für Mauern

www.windrad-mauern.de“

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