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Bericht aus dem Gericht 

Nachdem er Polizisten angegriffen hat: 22-Jähriger muss für ein Jahr hinter Gitter

Zu einem Jahr Haft verurteilte das Amtsgericht Freising einen 22 Jahre alten Mann aus Mauern, weil er im Herbst 2017 zwei Beamte der Polizeiinspektion Moosburg verletzt, tätlich angegriffen und beleidigt hatte.

Freising/Mauern – Der aus Eritrea stammende Mann war bereits 2016 wegen eines ähnlichen Delikts verurteilt worden, wobei die Strafe jedoch zur Bewährung ausgesetzt worden war.

Es war eine halbe Stunde nach Mitternacht, als die Beamten zu einer Tankstelle am Ortsrand von Nandlstadt gerufen worden waren. Ein Betrunkener liege auf der Kreisstraße FS 32 in Richtung Mauern. Dort eingetroffen hatte sich der junge Mann zwar schon mit Hilfe der Umstehenden wieder aufgerichtet, lehnte aber jede Belehrung durch die Polizisten ab. Sein Kollege und er hätten Amaniel B. (Name geändert), der sich an der Tankstelle mit einem Tetrapack Weißwein eingedeckt hatte, aufgefordert, den Heimweg nicht auf der Kreisstraße, sondern auf dem parallel laufenden Radweg anzutreten. Die Begründung: Seine eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer dürfte nicht gefährdet werden. Die Beamten hätten ihm sogar angeboten, ihn zurück nach Mauern zu fahren. Der stark alkoholisierte Mann habe sich jedoch nicht davon abringen lassen, alleine nach Hause zu gehen. Er kenne seine Rechte, soll er gesagt haben.

Daraufhin sei versucht worden, den Eritreer zu fesseln und in Gewahrsam zu nehmen. Dies sei jedoch am heftigen Widerstand von Amaniel B. gescheitert. Er habe um sich geschlagen, einen Polizisten an der Brust getroffen, nach seinem Kollegen mit den Füßen getreten und diesen mit „Fick dich“ beleidigt, erzählte einer der Beamten im Zeugenstand. „Wollen Sie wissen, wie es wirklich war?“ Das fragte der Angeklagte, als er sich zu Wort melden durfte. „Ich hatte zu viel getrunken.“ Als ihn die Beamten Handschellen anlegen wollten, sei alles ganz schnell gegangen. Er habe wissen wollen „wo das Problem“ sei. Dann habe er sich gewehrt. Einer der Polizisten hätte ihn als „Bruder“ bezeichnet. „Ich bin nicht dein Bruder“, habe er geantwortet und sei wütend geworden Dann habe er „Fick dich“ gesagt.

Die Staatsanwältin wertete das Vorgehen der Beamten als rechtmäßig. Amaniel B. habe sich nicht darauf eingelassen, der Forderung der Beamten nachzukommen, den Heimweg auf dem Radweg anzutreten. Alkoholbedingt sei er zwar enthemmt gewesen und er habe sich bei den Polizisten entschuldigt, das seien die einzigen Punkte, die zugunsten des Angeklagten sprächen. Die Polizisten hielten „den Kopf“ hin für die Rechtsordnung in Deutschland. Amaniel B. sei Gast in Deutschland und müsse die Rechtsordnung akzeptieren. Die Staatsanwältin plädierte für ein Jahr Freiheitsentzug ohne Bewährung. Pflichtverteidigerin Cordula Heilmeier sah die Schuld so nicht ganz bestätigt. Der bei der Verhandlung nicht als Zeuge anwesende Polizist hätte den Tathergang abgeschwächt geschildert. Aus ihrer Sicht habe es auch Verständigungsschwierigkeiten gegeben. Der Eritreer habe nicht gewusst, warum ihn die Beamten fixieren wollten. Er habe dies verhindern wollen, in dem er wild um sich geschlagen hätte. Richter Michael Geltl verurteilte den Angeklagten zu einem Jahr Freiheitsentzug ohne Bewährung. Die Bewährungsstrafe in der Vergangenheit habe nicht funktioniert: „Warum soll ich davon ausgehen, dass es jetzt funktioniert?“

Maria Martin

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