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Wenn die Welt SOS funkt, kommt Navis: Nach einem schweren Erdbeben in Nepal kamen Helfer, um die Menschen zu versorgen, die sich aus den Ruinen retten konnten.

Vorsitzender Wolfgang Wagner im Interview

Navis-Einsatz daheim: „Auf Vogelspinnen verzichten wir“

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Sie haben Erdbeben-Opfern in Haiti geholfen, verdurstenden Menschen in Ostafrika während der großen Dürre Wasser gebracht und die Betroffenen des Hochwassers in Pakistan versorgt. Am Wochenende ist die Hilfsorganisation Navis  auf heimischer Mission.

Landkreis - Am Wochenende schlägt die Hilfsorganisation ihr Lazarett im Landkreis auf. Vorsitzender Wolfgang Wagner (76) verrät dem FT, um was es geht.

-Zum ersten Mal sind Ihre Leute im Landkreis Freising im Einsatz. Worum geht es?

Wir veranstalten eine Übung. Wir haben so eine Aktion schon drei Mal angesetzt, um den Menschen hier einmal zu zeigen, wie unsere Arbeit aussieht. Aber bisher ist uns immer ein Ernstfall dazwischen gekommen.

-Ernstfälle gibt es auch aktuell – ich denke an das Erdbeben in Mexiko oder den Hurrikan auf Haiti.

Und in beiden Fällen haben wir intensiv darüber nachgedacht hinzufliegen. Doch in beiden Fällen hat sich gezeigt, dass unsere Hilfe nicht benötigt wird.

-Wie lautet Ihre Mission am Wochenende?

Navis-Vorsitzender Wolfang Wagner.

Wir wollen unsere neuen Schützlinge mit dieser Übung auf den Ernstfall vorbereiten. Wir stellen einen kompletten Einsatz nach – von der Alarmierung der Mitglieder über den Transport der Geräte zum Einsatzort, Auf- und Abbau des Camps bis hin zum Wiedereinräumen der verwendeten Ausrüstung. Unsere Unerfahrenen sollen von den erfahrenen Hasen lernen, wie man das macht. Wir schicken sie in ein Gelände, wo es keinen Strom und kein Wasser gibt. Die Hanslmühle in der Gemeinde Mauern ist dafür bestens geeignet. Dort haben unsere Leute dann die Aufgabe, den richtigen Lagerplatz auszuwählen, die Wasserleitung für die Aufbereitung des Trinkwassers zu ziehen und die Toiletten auszuheben.

-Bei Ihren Einsätzen im Ausland sind Navis-Helfer auch oft mit giftigen Tieren konfrontiert worden. Sie werden jetzt aber keine Klapperschlangen in der Hanslmühle aussetzen?

(lacht) Nein. So realistisch wird es dann doch nicht. Auch auf den Einsatz von Vogelspinnen verzichten wir.

-Dürfen Interessierte aus der Bevölkerung dem Spektakel eigentlich auch beiwohnen?

Ja. In erster Linie richtet sich das Angebot an unsere Gönner und Sponsoren, ohne die wir unseren Job gar nicht machen könnten. Aber wir wollen selbstverständlich auch der breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit geben, einen Eindruck von unserer Arbeit zu gewinnen. Am Samstag von 13 bis 17 Uhr hat jeder die Möglichkeit dazu. Dann können auch alle unser Equipment sehen.

-Sie könnten aus dem Publikum Patienten für die Demonstration einer Erstversorgung rekrutieren.

Das sieht der Regieplan eigentlich nicht vor, aber die Idee ist nicht schlecht. Sollte tatsächlich Langeweile aufkommen, greife ich darauf zurück.

Gut zu wissen

Für jeden Interessierten ist die Einsatzübung von Navis am Samstag, 7. Oktober, von 13 bis 17 Uhr zugänglich. Die gespielte Rettungsmission findet in der Hanslmühle, Gemeinde Mauern, statt.

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