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Rund 2000 Feuerwehrautos hat Erwin Braun selbst gebastelt und gesammelt. 

Nachruf

Trauer um Erwin Braun: Die Feuerwehr war sein Leben

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Er „brannte“ für die Feuerwehr wie kaum ein anderer: 40 Jahre war er aktives Mitglied bei der FFW Mauern, zeitlebens ein leidenschaftlicher Bastler, Sammler und Chronist. Am 5. März ist Erwin Braun im Alter von 82 Jahren gestorben.

Mauern– Bereits als Kind hatte Erwin Braun seine Leidenschaft für die Feuerwehr entdeckt: Auf einer Urkunde, die er seinerzeit bei der Nachbarsfamilie in Pfeffenhausen gesehen hat, war ein Feuerwehrauto drauf. „Das hat mich fasziniert“, erzählte Erwin Braun im Sommer 2016 im FT-Gespräch. „Die Urkunde ist schuld, dass ich zur Feuerwehr gegangen bin.“ Seitdem war die Begeisterung ungebrochen.

40 Jahre war Erwin Braun aktives Mitglied bei der Feuerwehr Mauern. Von 1962 bis 1964 war er stellvertretender Kommandant, ehe er 19 Jahre lang, bis 1983, die Geschicke der Wehr als Kommandant leitete. Auch auf Kreisebene hatte er sich einen Namen gemacht: Von 1973 bis 1988 war er als Kreisbrandmeister und von 1988 bis zum Ende seiner aktiven Dienstzeit als Kreisbrandinspektor für den Landkreis Freising im Einsatz. Für sein Engagement wurde ihm das Ehrenzeichen in Gold und das Steckkreuz als Ehrenzeichen verliehen.

Doch sein Engagement ging weit über den aktiven Dienst hinaus, denn Erwin Braun war auch ein leidenschaftlicher Sammler, Bastler und Chronist – und hat sich in seinem Einfamilienhaus in Mauern sogar ein kleines Museum aufgebaut. Rund 2000 Feuerwehrfahrzeuge hatte er in Glasvitrinen aufgebaut – zum Teil selbst gemacht, zum Teil gesammelt. Viele Stunden saß er in seinem Keller und hat gebastelt. Und das ist längst nicht alles: Auch über 100 Feuerwehrhelme hat er im Laufe der Jahre gesammelt: deutsche und bayerische (Leder-)Helme aus dem Jahr 1868, Luftschutzhelme, die man von 1938 bis 1945 getragen hat, ehemalige Armeehelme, Helme der Hitlerjugend sowie Exemplare aus Amerika, Schweden, Belgien, Ungarn und Chile, um nur einige zu nennen.

Doch nicht nur in sein eigenes kleines Museum hat Erwin Braun viel Zeit und Geld gesteckt, sondern auch in das Museum des Kreisfeuerwehrverbands, das sich viele Jahre in Zolling befand und nun in Au ist. Viele „Rosthaufen“, wie er einst im FT-Gespräch sagte, hat er wieder auf Vordermann gebracht – etwa eine Tragkraftspritze auf einem grünen Anhänger, einen Hydrantenwagen, Spritzen und Luftschutz-Karren. Und natürlich hat Erwin Braun alles, was er restauriert hat, auch dokumentiert.

Überhaupt scheint sein Archiv unerschöpflich: In unzähligen Ordnern hat Erwin Braun alle alten Fahrzeuge und Geräte der 83 Landkreis-Feuerwehren und der drei Werksfeuerwehren mit Fotos und Beschreibung dokumentiert, zudem sämtliche Zeitungsartikel über die Landkreis-Wehren fein-säuberlich ausgeschnitten, aufgeklebt und abgeheftet.

Bei den Feuerwehren, allen voran der FFW Mauern, hinterlässt Erwin Braun eine große Lücke. Und auch die Familie, allen voran Ehefrau Anneliese, die Söhne Werner und Erwin-Johann sowie die vier Enkelkinder und drei Urenkel trauern um Erwin Braun.

Beerdigung

Totenvesper mit anschließender Urnenbeerdigung ist am Samstag, 16. März, um 10 Uhr in Mauern.

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