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Eine klare Aussage zu möglichen Gesundheitsrisiken durch Windräder war vom Referenten des Abends, dem Physiker Bernhard Brenner, nicht zu bekommen.

Info über Schall-Auswirkungen

Windkraft in Mauern: die Ungewissheit bleibt

Mauern - Das Thema „Schall“ war man beim jüngsten Mauerner Windkraft-Infoabend schuldig geblieben. Nun wurde der Vortrag nachgeholt. Trotzdem herrscht weiter Ungewissheit.

Der Sitzungssaal im Mauerner Rathaus war gut gefüllt, das Thema des Abends stieß auf großes Interesse bei den Bürgern: Diplom-Physiker Bernhard Brenner vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit referierte über die gesundheitlichen Auswirkungen im Zusammenhang mit Windenergieanlagen. Das Themengebiet „Schall“ war man beim jüngsten Infoabend zur Windkraft nämlich schuldig geblieben

Neben Mitgliedern der Bürgerinitiativen waren auch Einwohner gekommen, die von einem möglichen Windrad direkt betroffen wären und sich fachliche Aufklärung von der Veranstaltung versprachen.

Die erhoffte sich auch Bürgermeister Georg Krojer. Bei seiner Begrüßung erklärte er, sowohl der Gemeinderat als auch die Bevölkerung benötige Informationen. „Nur so kann ein Dialog zwischen uns hergestellt werden.“ Zudem bekräftigte er noch einmal, dass man nichts beschließen werde, ohne die Bürger angehört zu haben. So etwas würde es in Mauern nicht geben.

Der Vortrag begann dann mit allgemeinen Erläuterungen im Bereich der Windenergieanlagen und deren Wirkung auf den Menschen. Demzufolge unterscheide man bei Schall zum einen zwischen Hörschall, der sich im Bereich von 20 bis 20.000 Hz bewege, sowie Infraschall, der durch die Rotorblätter eines Windrads entstehe. Dieser besitze eine Frequenz von unter 20 Hz. „Unterhalb der Hörschwelle konnten Studien keine Hinweise auf gesundheitliche Wirkungen geben“, erklärte Bernhard Brenner. Es sei aber durchaus möglich, dass Infraschall die Sensitivität des Hörens und die Anregung der Gleichgewichtsorgane verstärke. Letzteres könne dann Schwindel, Schlafstörungen oder Kopfschmerzen verursachen.

Der Wissenschaflter ließ sich nicht festnageln

Brenner betonte jedoch, dass „die Bedeutung für die Gesundheit noch nicht abschließend“ geklärt sei. Eine Statistik, die an einem Windrad in Baden-Württemberg durchgeführt wurde, ergab, dass die Geräuschkulisse in ländlicher Umgebung auf einer Wiese, am Waldrand und im Wald „prinzipiell ähnlich ist wie in der Umgebung einer Windkraftanlage“ – bei 300 Metern Abstand zum Rad.

Der Physiker hatte weitere solcher Statistiken und Studien im Gepäck, die den Anwesenden jedoch wenig aussagekräftig erschienen: Es wurden zwar Entfernungen zum Windrad genannt, jedoch nicht die Höhe oder Leistung der Anlage. Vergleiche mit einem solchen Windrad, wie es in der Kommune geplant ist, konnten nicht gezogen werden. Der Wissenschaftler ließ sich von fragenden Bürgern auch nicht festnageln. Eine konkrete Einschätzung, ob von einer Windenergieanlage gesundheitliche Gefahren ausgehen, traf Brenner nicht. Aus seiner Sicht müsse mehr Forschung betrieben werden, um aussagekräftigere Ergebnisse zu erhalten.

Krojer: Bürger werden definitiv befragt

So blieben viele Fragen offen und wohl auch die Ängste in den Köpfen einiger Bürger bestehen. Krojer beteuerte am Ende der Veranstaltung noch einmal: „Die Bürger werden definitiv befragt.“ Nur eine Sache wünsche sich das Gemeindeoberhaupt: „Ihr trefft die Entscheidung mit. Aber egal, wie die Sache ausgeht, das Ergebnis muss akzeptiert und mitgetragen werden.“

Anna Schledzinski

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