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Harte Konsequenzen kündigte Erich Irlstorfer an. Sein Terminkalender ist jetzt schon voll.

MdB Erich Irlstorfer (CSU) kündigt „massive Änderungen“ an

„Das wird alles kein Spaß“

Er will „keinen Stein auf dem anderen lassen“. Das Ergebnis, das er persönlich und die CSU am vergangenen Sonntag eingefahren haben, lässt Erich Irlstorfer nicht ruhen. Ein „Weiter so“ dürfe und werde es nicht geben, so der wiedergewählte CSU-Bundestagsabgeordnete gestern.

Landkreis – Rund 9000 Menschen weniger als vor vier Jahren haben ihm am Sonntag ihre Stimme gegeben. Allein das verpflichte ihn zu einer „sauberen Analyse“, sagte Erich Irlstorfer gestern bei einer Pressekonferenz in Au. Er habe alle 50 CSU-Ortsverbände seines Wahlkreises durchleuchtet. Und auch wenn man manche Zahlen relativieren müsse (zum Beispiel habe er 2017 in Moosburg nur acht Erststimmen weniger erhalten als 2013, der Prozentsatz sei aber von 44,7 auf 38,8 abgesackt), kündigte Irlstorfer Konsequenzen an: Es werde zum einen „massive Änderungen“ bei den Mitarbeitern, im Wahlkampfbüro und bei den Strukturen geben, sagte das MdB. Und: „Das wird alles kein Spaß.“

Doch damit nicht genug: Am 7. Oktober werde er sich mit allen Vorsitzenden der CSU-Ortsverbände des Wahlkreises treffen, „klar, offen und sachlich“ besprechen, woran es im Einzelnen gelegen habe. Außerdem werde er zwischen dem 10. und 12. Oktober in allen drei Landkreisen Bürgergespräche anbieten. Am 12. Oktober können alle, die ihn oder die CSU kritisieren wollen, die Vorschläge oder Fragen haben, um 19 Uhr in den Hofbrauhauskeller kommen. Die Veranstaltung sei, so betonte Irlstorfer, „komplett offen“, jeder werde gehört – „egal, ob das eine oder fünf Stunden dauert“. Motto: „In Verantwortung verändern.“ Dazu werde es auch Fragebögen geben, die die Bürger ausfüllen könnten.

Am 25. Oktober werde er die Ergebnisse und Anregungen aller Gespräche ausgewertet haben, darüber dann die Ortsvorsitzenden, die Gemeinde- und Kreisräte der CSU informieren, danach Presse und Öffentlichkeit.

Mit Blick auf Berlin prophezeite Irlstorfer, dass es ein „langer Weg“ bis zur Jamaica-Koalition werde. Aber: „Ein Scheitern kommt für mich nicht in Frage.“ Wichtige Themen, die im Koalitionsvertrag festgezurrt und angepackt werden müssen? Die Rückführung. Wessen Asylantrag abgelehnt sei, der müsse auch rückgeführt werden. Und das müsse „in die Tausende oder Zehntausende pro Monat gehen.“ Beim Familiennachzug müsse klar sein, „dass wir unsere Systeme nicht überreizen und überlasten dürfen“. Sogenannte Fehlbeleger dürften nicht als Obdachlose in die finanzielle Verantwortung der Kommunen übergehen, sondern für die müsse der Bund weiterhin aufkommen. Irlstorfer fordert einen „Automobilgipfel“: Er werde nicht tatenlos zusehen, dass „wegen einer Ideologie“ hunderttausende Arbeitsplätze gefährdet würden. Zudem müsse „das Geschwafel“ über private Rentenvorsorge aufhören.

Was Startbahn und Ultrafeinstaub betreffe, zählte Irlstorfer auf, wie viele Treffen zwischen Politikern und Startbahngegnern er eingefädelt habe. Sollten die Startbahngegner den genau vor einem Jahr abgebrochenen Dialog mit der CSU wieder suchen, sei er dazu bereit. „Das müssen sie aber dann auch sagen.“ Was Ultrafeinstaub betreffe, wolle er eine neutrale Stelle einrichten, die fachlich messen und eine Langzeitstudie anfertigen solle. Zu dem Thema werde es eine Podiumsdiskussion mit dem Freisinger Bürgerverein, Flughafen-Vertretern und Experten des Umweltministeriums geben, kündigte er an.

Zu den Äußerungen seines MdB-Kollegen aus dem Wahlkreis 214, den AfD-Mann Johannes Huber, wollte Irlstorfer nur widerwillig etwas sagen: „Ich reagiere nicht auf Aussagen von irgendjemandem.“ Er habe mit Huber keinerlei politische Gemeinsamkeiten, geschweige denn denke er an eine Fahrgemeinschaft.

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